Auf einen Blick – das war der DRV-Hauptstadtkongress 2026
Zwischen Reformen, Wachstum und Klimaschutz sucht die Branche ihren Kurs. Beim DRV-Hauptstadtkongress treffen verschiedene Erwartungen und Positionen aufeinander. Was diskutiert wurde, welche Konflikte sichtbar wurden und was vom Kongress bleibt – unsere Berichterstattung im Überblick.

Unsere Beiträge beleuchten die wichtigsten Entwicklungen und unterschiedliche Positionen.
Zwischen politischen Versprechen und Forderungen
DRV-Präsident Albin Loidl nimmt in seiner Grundsatzrede vor allem die Politik in die Pflicht. Weniger Bürokratie, niedrigere Standortkosten und die vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer stehen auf seiner Forderungsliste.
Zugleich mahnt er die Branche, sich selbst stärker zu verändern. Etwa beim Einsatz von KI und bei der Ausbildung des Nachwuchses. In seiner ungewöhnlich langen Rede geht es auch um die grundsätzliche Bedeutung der Reisewirtschaft für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
- Wir haben Loidls Auftritt und seine sieben wichtigsten Thesen ausführlich beleuchtet.
- Was Ploß in Berlin zusagt und wo Antworten offenbleiben, lesen Sie hier.
Gute Geschäfte, aber nicht überall
Wirtschaftlich gibt es zunächst erfreuliche Nachrichten. Der DRV zieht eine positive vorläufige Bilanz der Sommersaison 2026. Der Umsatz legt gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent zu, die Zahl der Reisenden steigt um zwei Prozent. Besonders Pauschalreisen bleiben gefragt. Für den Winter 2026/2027 sieht es dagegen verhaltener aus, vor allem auf einigen Fernstrecken schwächelt die Nachfrage. Auch die steigenden Lebenshaltungskosten belasten die Reisebudgets.
- Welche Ziele gewinnen, wo die Buchungen zurückbleiben und wie der Sommer 2027 anläuft, zeigt die DRV-Sommerbilanz.
- Eichhorn erläutert seine Perspektiven für die Kreuzfahrt und erklärt, warum er weiterhin große Chancen sieht.
Auch bei den Urlaubszielen geht es um die Zukunft. Die Türkei zählt zu den wichtigsten Destinationen des deutschen Reisemarktes, will aber stärker über Qualität und Vielfalt statt über günstige Preise wahrgenommen werden. Vertreter der Branche diskutieren, wie sich das Angebot weiterentwickeln und neue Zielgruppen erschließen lassen. Dabei geht es auch um die Zusammenarbeit zwischen Veranstaltern und touristischen Partnern.
- Wie der Türkei der Wandel vom Preis- zum Qualitätsargument gelingen soll, haben Söngül Göktas-Rosati, Ömer Karaca, Marcus Schnabel und Georg Welbers diskutiert.
- Welche Chancen die Kooperation für den deutschen Reisemarkt bietet, lesen Sie hier.
Deutlich ernster wird der Ton beim Klimaschutz. Klimaforscher Mojib Latif hält der Reisewirtschaft den Spiegel vor und warnt vor den Folgen der Erderwärmung. Besonders für den Tourismus stehen dabei grundlegende Fragen auf dem Spiel, schließlich sind viele Urlaubsregionen unmittelbar von steigenden Temperaturen und Wetterextremen betroffen. Latif macht deutlich, dass die Branche den Klimawandel nicht als fernes Zukunftsproblem betrachten kann.
- Was Latifs Warnungen für die Zukunft des Tourismus bedeuten, haben wir in unserem Beitrag zusammengefasst.
- Die Diskussion über mehr echten Naturschutz im Tourismus zeigt, wo Ansätze bestehen und welche Zielkonflikte bleiben.
Wie nachhaltiger Tourismus in der Praxis aussehen kann, zeigt die Verleihung der Eco Trophea. Der DRV-Nachhaltigkeitspreis geht in diesem Jahr an HX Expeditions. Ausgezeichnet wird ein Projekt, das Inuit-Gemeinschaften in der kanadischen Arktis stärker in die Entwicklung und Durchführung touristischer Angebote einbindet. Die Menschen vor Ort sollen nicht nur beteiligt werden, sondern selbst mitentscheiden und wirtschaftlich profitieren.
- Warum sich die sechsköpfige Jury einstimmig für HX Expeditions entscheidet, erfahren Sie in unserem Bericht zur Preisverleihung.
- Im exklusiven Interview mit TRVL COUNTER spricht Zeiss über die Maßstäbe der Auszeichnung und die Entwicklung des nachhaltigen Tourismus.
Der Kongress zeigt damit eine Reisewirtschaft zwischen Zuversicht und Handlungsdruck. Die Nachfrage ist vielerorts stabil, Unternehmen sehen neue Wachstumschancen und die Politik signalisiert Unterstützung. Doch bei den Rahmenbedingungen, beim Klimaschutz und beim Wandel der Geschäftsmodelle bleibt einiges zu tun. Ob aus den Diskussionen von Berlin konkrete Veränderungen werden, muss sich erst zeigen.
