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DRV-Hauptstadtkongress 2026

HX Expeditions erhält Eco Trophea für Inuit-Initiative

Die Inuit sollen nicht nur Gastgeber sein, sondern selbst entscheiden und wirtschaftlich profitieren. Mit diesem Ansatz gewinnt HX Expeditions die Eco Trophea des DRV. Die sechsköpfige Jury entscheidet einstimmig, während der Wettbewerb mit 48 Bewerbungen einen neuen Rekord erreicht.

Harald Zeiss übergibt die Eco Trophea 2026 an HX-CEO Gebhard Rainer. Die Reederei hat die DRV-Jury mit einem Projekt überzeugt, das Inuit-Gemeinschaften in der kanadischen Arktis aktiv in die Gestaltung touristischer Angebote einbindet.

Harald Zeiss hat schon so manche Eco Trophea verliehen. Doch ein bisschen Lampenfieber gehört offenbar immer noch dazu. „Ich bin jedes Mal aufgeregt“, gestand der Professor der Hochschule Harz und Vorsitzende des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit auf der Bühne des Hauptstadtkongresses.

Zum zehnten Mal überreichte er die Auszeichnung persönlich. Und weil Zeiss auch ein unterhaltsamer Laudator ist, erinnerte er an den Vorjahressieger aus Rumänien. Den ausgezeichneten Wanderweg Via Transilvanica hatte er im Sommer sogar selbst besucht. Sein augenzwinkerndes Fazit: „Es gibt es wirklich.“

Die Menschen vor Ort sind keine Statisten

Die Eco Trophea wurde in diesem Jahr zum 39. Mal verliehen. Unter dem Motto „Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden für nachhaltige Entwicklung“ gingen insgesamt 48 Bewerbungen ein – so viele wie noch nie.

„Nachhaltiger Tourismus gelingt dort, wo die Menschen vor Ort nicht nur beteiligt, sondern aktiv mitgestalten“, betonte Zeiss. Entscheidend sei, dass die lokale Bevölkerung wirtschaftlich profitiere, mitbestimmen könne und ihre kulturelle Identität bewahre.


HX-Chef Gebhard Rainer freut sich über die Eco Trophea für ein Projekt, das Inuit-Gemeinschaften wirtschaftlich stärkt und ihre Mitbestimmung fördert.

Drei Projekte erreichten die Endauswahl: Ecomapu Travel mit „Community-Based Tourism for Valparaiso“, G Adventures mit „Trees for Days“ und HX Expeditions mit „Northwest Passage: Creating Economic Value Through Community-Led Experiences“.

HX überzeugt mit lokaler Wertschöpfung

Die sechsköpfige Jury entschied sich einstimmig für HX Expeditions. Das seit 2025 laufende Projekt in der kanadischen Arktis bindet Inuit-Gemeinschaften unmittelbar in die Entwicklung, Planung und Durchführung touristischer Angebote ein. Die Menschen vor Ort gestalten Ausflüge, vermitteln ihre Kultur und entscheiden selbst, wie ihre Traditionen und ihr Wissen den Gästen nähergebracht werden.

Dass dies auch wirtschaftlich funktioniert, zeigen die ersten Ergebnisse: Bei zwei Reisen durch die Nordwestpassage im Sommer 2025 wurden nach Angaben von HX rund 260.000 Euro Einnahmen durch von den Gemeinden organisierte Aktivitäten erzielt. Weitere 77.000 Euro flossen über optionale Ausflüge direkt an beteiligte Personen. Pro Gemeinschaft sind inzwischen 20 bis 30 Menschen eingebunden.

„Das Gewinnerprojekt von HX Expeditions zeigt eindrucksvoll, wie die enge Einbindung der Inuit Communities touristische Angebote bereichert, lokale Wertschöpfung schafft und zugleich Mitbestimmung und kulturelle Selbstrepräsentation stärkt“, erklärte Zeiss.

Ein Preis mit Signalwirkung

Für HX-CEO Gebhard Rainer ist die Auszeichnung eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges. „Echter nachhaltiger Tourismus beginnt gemeinsam mit den Menschen vor Ort“, betonte er. Ziel sei es, Verantwortung und wirtschaftliche Teilhabe unmittelbar in die Hände der Inuit-Gemeinschaften zu legen. Vergleichbare Projekte könnten künftig auch in anderen Regionen Grönlands entstehen.

Für Zeiss geht es bei der EcoTrophea allerdings um mehr als die Ehrung eines einzelnen Unternehmens. Die Auszeichnung soll zeigen, was möglich ist, und andere zum Nachmachen anregen. „Lasst uns doch gemeinsam diese Dinge multiplizieren“, appellierte er an die Branche.

Und weil die EcoTrophea im kommenden Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert, hatte Zeiss gleich noch einen Wunsch: „Da sollten wir uns etwas Spezielles ausdenken.“