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DRV-Hauptstadtkongress 2026

DRV-Präsident Loidl liest der Politik die Leviten

Albin Loidl hat beim DRV-Hauptstadtkongress eine lange Liste politischer Forderungen im Gepäck. Von der Abschaffung der Luftverkehrsteuer über die Pauschalreiserichtlinie bis zur KI reicht seine Agenda. Doch auch die Unternehmen nimmt der DRV-Präsident in die Pflicht.

Klare Botschaften aus Berlin: DRV-Präsident Albin Loidl fordert weniger Bürokratie, faire Wettbewerbsbedingungen und vor allem konkretes Handeln statt neuer Regulierung. Fotos: TRVL COUNTER/Felix Hormel
Ein Jahr nach seinem Amtsantritt zeigt DRV-Präsident Albin Loidl beim Hauptstadtkongress in Berlin klare Kante. In einer ungewöhnlich langen Grundsatzrede fordert er weniger Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen und die vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer. Er warnt vor steigenden Reisepreisen, neuen Haftungsrisiken durch europäische Regulierung und der wachsenden Marktmacht künstlicher Intelligenz.

Eine Zusammenfassung der Grundsatzrede mit den wichtigsten Thesen findet sich am Ende des Artikels.

 

Albin Loidl steht vorn auf der Bühne, hinter dem Redepodest. Vor ihm sitzen rund 450 Teilnehmer des DRV-Hauptstadtkongresses im Berliner Titanic Hotel. Vertreter von Reiseveranstaltern, Reisebüros und touristischen Leistungsträgern, aber auch Abgeordnete des Bundestages, Vertreter von Ministerien, Botschaften und europäischen Institutionen. Einmal im Jahr sucht die Reisewirtschaft hier den direkten Austausch mit der Politik. Durch das Programm führt Moderatorin Andrea Grießmann.


Loidl hat sich für diesen Auftritt einiges vorgenommen. Seine Grundsatzrede fällt in diesem Jahr besonders lang aus. Das liegt auch daran, dass die Liste der politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen inzwischen so umfangreich geworden ist, dass sich kaum eines der Themen auf wenige Sätze reduzieren lässt. Vom Luftverkehr über die Pauschalreiserichtlinie bis zu künstlicher Intelligenz, Fachkräftemangel und Nachhaltigkeit reicht die Agenda. Es sind viele wichtige Punkte, die der DRV-Präsident anspricht und über die wir deshalb ausführlicher berichten.

Loidl ist eigentlich jemand, der lieber frei spricht. Dann kann er seine Persönlichkeit, seine Direktheit und seine Nähe zum Publikum besser ausspielen. Doch an diesem Donnerstag hält er sich weitgehend an sein umfangreiches Manuskript. Denn es geht nicht um spontane Pointen, sondern um politische Botschaften, die in Berlin und Brüssel ankommen sollen.

Ein Jahr ist Loidl inzwischen im Amt. Die Herausforderungen sind in dieser Zeit nicht kleiner geworden. Die politische Lage ist volatil, die wirtschaftliche Entwicklung unsicher, und die Branche steht vor einem technologischen Umbruch, dessen Tragweite sich bislang nur erahnen lässt. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Politik, wirtschaftliche Entlastungen nicht nur anzukündigen, sondern auch umzusetzen.

Loidl liest der Politik an diesem Vormittag durchaus die Leviten. Nicht lautstark oder polemisch, sondern mit einer Vielzahl konkreter Forderungen und dem wiederkehrenden Hinweis, dass die Reisewirtschaft als bedeutender Teil der deutschen Wirtschaft endlich entsprechend behandelt werden müsse.

Dabei bleibt er nicht bei politischen Appellen stehen. Auch den Unternehmen macht er deutlich, dass sie ihre Zukunft selbst gestalten müssen. Die Politik soll die Rahmenbedingungen setzen, die Branche muss den Wandel bewältigen.

Gute Zahlen, trügerische Sicherheit

Zunächst liefert Loidl Zahlen, die auf den ersten Blick durchaus erfreulich sind. Die noch laufende Sommersaison verzeichnet ein Umsatzplus von vier Prozent und zwei Prozent mehr Reisende. Für das gesamte Touristikjahr erwartet der DRV einen Umsatzzuwachs von drei Prozent. Vor allem Frühbucher und kurzfristige Buchungen hätten dazu beigetragen, die Saison positiv zu drehen.

Doch Loidl wäre schlecht beraten, würde er diese Zahlen als Beleg für eine rundum gesunde Branche verkaufen. Denn hinter dem Umsatzwachstum verbergen sich steigende Preise und eine zunehmende finanzielle Belastung der Verbraucher.

„Die Kosten für Urlaub steigen und mit ihnen die Preissensibilität der Reisenden“, stellt er fest und formuliert eine Frage, die über die aktuelle Saison hinausweist: „Wer kann sich überhaupt noch Urlaub leisten – oder gar mehrere Urlaube pro Jahr?“

Wintergeschäft zeigt erste Warnsignale

Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Blick auf den kommenden Winter. Hier liegen die Buchungsumsätze nach aktuellem Stand zwei Prozent unter Vorjahr, die Zahl der Reisenden sogar sechs Prozent darunter.

Diese Diskrepanz ist bemerkenswert. Sie zeigt, dass höhere Durchschnittsausgaben die schwächere Nachfrage zumindest teilweise überdecken. Für die Branche mag das Umsatzniveau noch vergleichsweise stabil erscheinen. Für die Frage, wie viele Menschen sich künftig eine organisierte Urlaubsreise leisten können, sind die Zahlen dagegen ein Warnsignal. Loidl zieht daraus eine klare Konsequenz: „Wir müssen den Wandel selbst gestalten und die richtigen Weichen stellen.“

Reisewirtschaft ist keine Randerscheinung

Ein besonderes Anliegen ist Loidl, die wirtschaftliche Bedeutung der Reisewirtschaft stärker ins politische Bewusstsein zu rücken. „Die Reisewirtschaft ist ein zentraler Teil der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands“, betont der DRV-Präsident. Damit richtet er sich ausdrücklich an jene politischen Entscheidungsträger, die den Tourismus noch immer vor allem mit Urlaub, Freizeit und Erholung verbinden.

Dabei reicht die wirtschaftliche Bedeutung der Branche weit darüber hinaus. „Wir schaffen Arbeitsplätze, sichern Wertschöpfung und verbinden eine ganze Wertschöpfungskette – vom Reisebüro über den Veranstalter und die Airline bis zu Technologieanbietern, Versicherern, Dienstleistern und Destinationen“, unterstreicht Loidl.

Seine Botschaft ist eindeutig: Die Reisewirtschaft ist keine isolierte Dienstleistungsbranche, sondern Teil eines weitverzweigten wirtschaftlichen Systems. Reisebüros und Veranstalter sind dabei ebenso Arbeitgeber, Investoren und Steuerzahler wie Fluggesellschaften, Technologieunternehmen und zahlreiche weitere Dienstleister. Hinzu kommen die wirtschaftlichen Verflechtungen mit Hotellerie, Gastronomie, Verkehr und Handel.

Besonders hebt Loidl die Bedeutung des Geschäftsreiseverkehrs hervor. Internationale Mobilität sichere persönliche Kontakte, ermögliche Geschäftsbeziehungen und stärke die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Damit wird die Leistungsfähigkeit der touristischen Infrastruktur zugleich zu einer Standortfrage für die gesamte deutsche Wirtschaft.

Genau hier setzt seine politische Argumentation an. „Unternehmen investieren. Sie beschäftigen Menschen. Und: Sie tragen das wirtschaftliche Risiko“, erinnert Loidl. Wer von diesen Unternehmen Investitionen, Innovationen und Beschäftigungssicherung erwarte, müsse ihnen auch verlässliche Rahmenbedingungen bieten.

Darin steckt zugleich eine Kritik an der politischen Wahrnehmung der Branche. Während die Bedeutung industrieller Schlüsselbranchen regelmäßig im Mittelpunkt wirtschaftspolitischer Debatten steht, muss die Reisewirtschaft ihre gesamtwirtschaftliche Relevanz immer wieder neu erklären und verteidigen.

Standortpolitik entscheidet über bezahlbares Reisen

Der entscheidende Punkt seiner Argumentation: Es geht nicht allein darum, Urlaub für die Menschen bezahlbar zu halten. Es geht ebenso um Arbeitsplätze, Investitionen, internationale Wettbewerbsfähigkeit und die wirtschaftliche Vernetzung Deutschlands mit der Welt.

Denn wenn die Standortkosten steigen, geraten nicht nur die Margen der Unternehmen unter Druck. Höhere Steuern, Gebühren und administrative Belastungen können sich auch in den Preisen niederschlagen, die Reisende am Ende bezahlen müssen.

Für Loidl hängen die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Bezahlbarkeit des Reisens deshalb unmittelbar zusammen. Allerdings bleibt auch hier eine Aufgabe für den Verband selbst: Die wirtschaftliche Bedeutung der Reisewirtschaft muss gegenüber der Politik nicht nur behauptet, sondern mit belastbaren Zahlen, konkreten Beispielen und einer möglichst geschlossenen Interessenvertretung dauerhaft sichtbar gemacht werden. Erst dann kann aus dem Anspruch, als bedeutender Wirtschaftsfaktor wahrgenommen zu werden, auch entsprechender politischer Einfluss entstehen.

Action needed: Politik darf nicht nur regulieren

Loidl belässt es nicht bei einer Bestandsaufnahme. Seine Forderung an die Politik ist unmissverständlich: Es muss endlich gehandelt werden. Denn wer die Reisewirtschaft als bedeutenden Teil der deutschen Wirtschaft anerkennt, muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Unternehmen investieren, Arbeitsplätze sichern und im internationalen Wettbewerb bestehen können.

„Wir brauchen – auch wenn es schon abgedroschen klingt – endlich weniger Bürokratie. Hier braucht es einen echten Kurswechsel – und das mit Konsequenz“, fordert der DRV-Präsident.


Die Reisewirtschaft wächst, doch die Warnsignale mehren sich. DRV-Präsident Albin Loidl sieht die Bezahlbarkeit des Urlaubs unter Druck und fordert einen politischen Kurswechsel.

Für Loidl ist das eine grundsätzliche Frage des politischen Selbstverständnisses. Die Aufgabe der Politik könne nicht darin bestehen, immer neue Vorschriften, Berichtspflichten und regulatorische Anforderungen zu schaffen. Sie müsse vielmehr einen Rahmen setzen, in dem sich Unternehmen wirtschaftlich entwickeln können.

„Die Politik muss diesen Rahmen setzen: verlässlich, wettbewerbsfähig im internationalen Raum und ohne unnötige Regulierung und Bürokratie“, verlangt Loidl.

Sein Appell lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Die Politik darf nicht nur regulieren, sie muss wirtschaftliche Entwicklung auch ermöglichen.

Weniger Bürokratie, mehr Verlässlichkeit

Gerade für die mittelständisch geprägte Reisewirtschaft sei das entscheidend. Reisebüros und kleinere Veranstalter verfügten nicht über die personellen und finanziellen Ressourcen großer Konzerne, um ständig neue gesetzliche Anforderungen zu bewältigen.

Loidl verlangt deshalb, neue Gesetze und Vorschriften konsequenter auf ihre praktischen Auswirkungen für kleine und mittlere Unternehmen zu überprüfen. Dabei gehe es nicht darum, die Branche von notwendigen Regeln auszunehmen. „Wir brauchen keinen Schonraum für die Reisewirtschaft“, betont er. „Aber, meine Damen und Herren, wir brauchen faire und praktikable Spielregeln.“

Die eigentliche Kritik richtet sich damit gegen eine Politik, die wirtschaftliche Transformation fordert, gleichzeitig aber durch steigende Kosten und immer komplexere Vorgaben die Handlungsspielräume der Unternehmen einengt.

Loidl verlangt einen grundlegenden Perspektivwechsel: weniger Verwaltung des Bestehenden, mehr politische Voraussetzungen für Wachstum, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

Das gilt besonders für den Luftverkehr, aber ebenso für die europäische Regulierung, die Digitalisierung und die ökologische Transformation. Überall dort, wo Unternehmen investieren und sich verändern sollen, braucht es aus Sicht des DRV-Präsidenten vor allem eins: Verlässlichkeit.

Und genau hier liegt der politische Kern seiner ungewöhnlich langen Grundsatzrede. Loidl fordert nicht einfach weniger Staat. Er verlangt eine Politik, die ihre Verantwortung für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wahrnimmt und sich an den tatsächlichen Auswirkungen ihrer Entscheidungen messen lässt.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob Berlin und Brüssel die Probleme der Reisewirtschaft kennen. Sondern ob sie bereit sind, daraus konkrete Konsequenzen zu ziehen.

Der gesamte Luftverkehr gehört auf den Prüfstand

Besonders konkret und nachdrücklich wird Loidl beim Luftverkehr. Für den DRV-Präsidenten geht es dabei um weit mehr als einzelne Steuern oder Gebühren. Er stellt die grundsätzliche Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandortes Deutschland infrage und fordert eine umfassende Überprüfung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

„Wenn Deutschland im internationalen Wettbewerb bestehen will, müssen die gesamten Rahmenbedingungen des Luftverkehrs auf den Prüfstand“, verlangt Loidl.

Aus seiner Sicht ist die Kostenbelastung des Luftverkehrsstandortes Deutschland längst zu einem strukturellen Wettbewerbsnachteil geworden. Hohe Steuern, Gebühren und Abgaben verteuern das Fliegen und beeinträchtigen die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Seine Argumentation verbindet touristische und gesamtwirtschaftliche Interessen. Deutschland brauche leistungsfähige internationale Flugverbindungen, nicht nur für Urlauber, sondern ebenso für Geschäftsreisende und international tätige Unternehmen. Persönliche Kontakte, Geschäftsbeziehungen und wirtschaftlicher Austausch seien auf eine gute internationale Erreichbarkeit angewiesen.

Loidl formuliert den Widerspruch deutlich: „Auf der einen Seite mehr internationale Mobilität, mehr Konnektivität und mehr Wachstum zu fordern und im gleichen Atemzug den Standort Deutschland immer weiter zu verteuern – das kann nicht funktionieren.“

Luftverkehrsteuer muss vollständig fallen

Die Senkung der Luftverkehrsteuer bewertet Loidl zwar als Schritt in die richtige Richtung, doch das reicht ihm bei Weitem nicht. „Als DRV fordern wir darüber hinaus die vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer und niedrigere staatliche Gebühren und Abgaben.“

Damit geht der Verband über die bisherigen Entlastungsmaßnahmen hinaus. Für Loidl steht fest, dass punktuelle Korrekturen nicht ausreichen, um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Luftverkehrsstandortes nachhaltig zu verbessern.

Die Folgen hoher Standortkosten träfen nicht allein die Airlines. Wenn Fluggesellschaften ihr Angebot einschränkten oder Verbindungen ins Ausland verlagerten, bekämen das auch Reiseveranstalter, Reisebüros und ihre Kunden zu spüren.

Für Loidl ist die Frage der Standortkosten deshalb keine isolierte Forderung der Luftverkehrswirtschaft, sondern ein zentrales Thema für die gesamte Reisewirtschaft.

Hohe Standortkosten treffen am Ende die Reisenden

„Die Frage der Standortkosten ist also keine Detailfrage – sie ist die Basis“, betont der DRV-Präsident. Sie entscheide mit darüber, ob Deutschland ein attraktiver Standort für Unternehmen bleibe und ob sich die Menschen Reisen weiterhin leisten könnten.

Damit schlägt Loidl den Bogen zurück zu seiner Ausgangsfrage nach der Bezahlbarkeit des Urlaubs. Denn steigende Kosten treffen nicht nur die Unternehmen, sondern letztlich auch die Verbraucher. Gerade Familien und Menschen mit begrenztem Reisebudget geraten dadurch zunehmend unter Druck.

Allerdings bleibt bei dieser Forderung ein Spannungsfeld bestehen, das Loidl später selbst aufgreift: Die Reisewirtschaft will international wettbewerbsfähig bleiben und zugleich ihre Klimaziele erreichen. Wie beides unter wirtschaftlich tragfähigen Bedingungen zusammengehen kann, gehört zu den schwierigsten politischen Fragen der kommenden Jahre.

DRSF: Der nächste Schritt muss folgen

Beim Deutschen Reisesicherungsfonds sieht Loidl einen Beleg dafür, dass Verbraucherschutz und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit miteinander vereinbar sein können.

Die Senkung des DRSF-Entgelts auf 0,25 Prozent zum 1. November bezeichnet er als positives Signal. Doch auch hier geht seine Forderung weiter: „Wir brauchen zeitnah die Absenkung auf null Prozent.“
Zugleich verlangt er, dass Veranstalter, die von Beginn an im Fonds abgesichert waren, gegenüber später aufgenommenen Unternehmen nicht benachteiligt werden.

Dahinter steht eine grundsätzliche Debatte über die Finanzierung der Insolvenzsicherung. Der DRV stellt nicht den Schutz der Reisenden infrage, wohl aber die wirtschaftliche Belastung der Unternehmen.
Loidl bringt seine Position auf die Formel: „Verbraucherschutz und Wettbewerbsfähigkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden!“

Für die Reiseveranstalter ist das eine wichtige Botschaft. Allerdings bleibt die Frage, wie eine langfristig belastbare Finanzierung des Sicherungssystems aussehen soll, wenn die laufenden Entgelte perspektivisch vollständig entfallen.

Brüssel: Der DRV verbucht politische Erfolge

Viele Entscheidungen, die den Alltag von Reiseveranstaltern und Reisebüros unmittelbar beeinflussen, fallen längst nicht mehr in Berlin, sondern in Brüssel. Für Loidl ist die europäische Gesetzgebung deshalb ein zentrales Feld der politischen Interessenvertretung. Dabei geht es ihm um einen grundsätzlichen Interessenausgleich: Verbraucher sollen umfassend geschützt werden, ohne dass die Unternehmen durch zusätzliche Verpflichtungen und Haftungsrisiken wirtschaftlich überfordert werden.

Wie schwierig dieser Balanceakt ist, zeigt die Überarbeitung der EU-Pauschalreiserichtlinie. Sie gehört seit Jahren zu den umstrittensten Regulierungsvorhaben der Branche. Der DRV hat sich intensiv in die Verhandlungen eingebracht und reklamiert nun wichtige Erfolge für sich. „Dafür setzen wir uns in Brüssel konsequent ein und konnten so auch viel Drohendes etwa bei der Pauschalreiserichtlinie abwenden“, betont Loidl.

Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil der DRV damit zeigen kann, dass seine Interessenvertretung in Brüssel konkrete Ergebnisse erzielt. Gerade in einer Branche, deren Unternehmen häufig über zunehmende Regulierung klagen, ist das ein wichtiges Signal an die Mitglieder.

Pauschalreiserichtlinie: Verschärfungen verhindert

Konkret verweist der DRV-Präsident auf drei Punkte, bei denen sich die Positionen der Reisewirtschaft in den europäischen Verhandlungen durchgesetzt hätten. So werde auf eine verpflichtende außergerichtliche Streitschlichtung verzichtet. Auch unvermeidbare außergewöhnliche Umstände am Wohnort des Reisenden sollen nicht als zusätzlicher Grund für einen kostenfreien Rücktritt berücksichtigt werden.

Besonders wichtig ist aus Sicht der Veranstalter zudem, dass ein weitreichender Vorschlag des Europäischen Parlaments im Trilog keine Mehrheit gefunden hat. Danach hätten Reisende unter bestimmten Voraussetzungen kostenfrei von einer Reise zurücktreten können, wenn innerhalb von 28 Tagen vor Reisebeginn eine Reisewarnung für das Zielgebiet ausgesprochen worden wäre.

Für die Veranstalter hätte eine solche Regelung zusätzliche wirtschaftliche Unsicherheiten bedeutet. Denn Reiseleistungen werden häufig lange im Voraus eingekauft und vertraglich abgesichert. Erweiterte Rücktrittsmöglichkeiten können deshalb erhebliche finanzielle Folgen haben, insbesondere wenn bereits Zahlungsverpflichtungen gegenüber Airlines, Hotels oder anderen Leistungsträgern bestehen.

Dass diese Vorschläge nicht übernommen wurden, wertet Loidl als Erfolg der politischen Verbandsarbeit. Dabei hebt er ausdrücklich die Unterstützung des Bundesjustizministeriums und des Bundeswirtschaftsministeriums hervor.

Keine neuen Belastungen durch deutsches Gold-Plating

Doch Loidl warnt davor, die Auseinandersetzung damit als abgeschlossen zu betrachten. Nach den europäischen Verhandlungen folgt die Umsetzung in deutsches Recht. Und genau hier sieht er die nächste Gefahr: zusätzliche nationale Verschärfungen, die über die europäischen Vorgaben hinausgehen.

„Entscheidend ist eine praxisgerechte Umsetzung – das aber bitte ohne deutsches ‚Gold-Plating‘“, fordert der DRV-Präsident.

Gemeint ist die in Deutschland immer wieder kritisierte Praxis, europäische Vorgaben bei der nationalen Umsetzung durch zusätzliche Anforderungen zu verschärfen. Für die Reisewirtschaft könnte das neue bürokratische Verpflichtungen, zusätzliche Kosten und Wettbewerbsnachteile gegenüber Unternehmen in anderen EU-Mitgliedstaaten bedeuten.

Loidls Forderung ist deshalb eindeutig: Was auf europäischer Ebene in einem langwierigen politischen Kompromiss ausgehandelt wurde, dürfe bei der nationalen Umsetzung nicht erneut zulasten der Unternehmen verändert werden.


Weniger Bürokratie, niedrigere Standortkosten und faire Wettbewerbsbedingungen. Beim DRV-Hauptstadtkongress macht Albin Loidl deutlich, was er von der Politik erwartet.

Allerdings bleibt die grundsätzliche Herausforderung bestehen. Die Pauschalreise ist gerade wegen ihrer umfassenden gesetzlichen Absicherung ein wichtiges und erfolgreiches Produkt. Der Verbraucherschutz gehört zu ihren wesentlichen Verkaufsargumenten. Gleichzeitig verursacht dieser Schutz Kosten und wirtschaftliche Risiken, die sich letztlich auch auf die Reisepreise auswirken können.

Die eigentliche politische Aufgabe besteht deshalb darin, den besonderen Schutz der Pauschalreise zu erhalten, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit durch immer neue Verpflichtungen zu schwächen. Genau diesen Ausgleich fordert Loidl von Berlin und Brüssel.

Neue Mobilität darf nicht zur Haftungsfalle werden

Auch bei der multimodalen Mobilität warnt Loidl vor zusätzlichen Haftungsrisiken. Die EU will die Kombination von Bahn, Flug und weiteren Verkehrsträgern erleichtern. Der DRV unterstützt das grundsätzlich, fordert aber klare Verantwortlichkeiten. „Ein multimodales Angebot kann und darf nicht automatisch zur Pauschalreise werden“, betont Loidl. Und weiter: „Ein Vermittler darf nicht für Leistungen haften, die er weder steuern noch beeinflussen kann.“

Gerade für Reisebüros könnten zusätzliche Veranstalterpflichten neue Angebote wirtschaftlich unattraktiv machen. Loidls Forderung: „Europa soll Innovation und Investition ermöglichen – nicht neue Haftungsrisiken schaffen!“

Verbraucherschutz braucht wirtschaftliche Vernunft

Ob Pauschalreiserichtlinie oder multimodale Mobilität: Loidl fordert europäische Regeln, die Verbraucher schützen, ohne Unternehmen durch zusätzliche Kosten und Haftungsrisiken zu überfordern. Besonders mittelständische Reisebüros und Veranstalter seien auf praktikable Vorgaben angewiesen.

Dabei bleibt der Interessenausgleich schwierig. Hoher Verbraucherschutz stärkt das Vertrauen in organisierte Reisen, zusätzliche Verpflichtungen können jedoch deren Wettbewerbsfähigkeit schwächen. Die bisherigen Erfolge bei der Pauschalreiserichtlinie verbucht Loidl als Ergebnis konsequenter Verbandsarbeit. Entscheidend sei nun eine praxisgerechte Umsetzung ohne nationale Verschärfungen.

Seine Botschaft an Brüssel und Berlin: Europa braucht gemeinsame Regeln, die Innovation ermöglichen und wirtschaftlich tragfähig bleiben.

Die Zukunft sitzt bereits im Publikum

Dass Loidl nicht ausschließlich Forderungen an die Politik richtet, zeigt sich besonders deutlich beim Thema Fachkräfte. Dabei wendet er sich ausdrücklich an die jungen Teilnehmer des Kongresses. „An dieser Stelle begrüße ich herzlich die Young Talents und die Young Career Community – mit ihnen haben wir die Zukunft hier vor Ort dabei“, sagt der DRV-Präsident. Eine bewusste Geste, die unterstreicht, welchen Stellenwert der Nachwuchs für ihn hat.

Doch mit einer freundlichen Begrüßung allein ist es nicht getan. Die Ausbildungsordnung für Tourismuskaufleute ist inzwischen 15 Jahre alt. Eine lange Zeit, in der Digitalisierung, verändertes Kundenverhalten und zuletzt künstliche Intelligenz die Branche grundlegend verändert haben.

Loidl fordert deshalb eine umfassende Modernisierung der Ausbildung. Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, lediglich veraltete Inhalte durch KI oder Social Media zu ersetzen.

Ausbildungsberuf braucht ein Update

„Die entscheidende Frage lautet: Wie wird sich die Arbeit in unserer Branche verändern? Und welche Kompetenzen brauchen die Fachkräfte von morgen?“

Das ist eine der bemerkenswertesten Aussagen seiner Rede. Denn damit stellt Loidl nicht allein die Ausbildungsinhalte, sondern indirekt auch das traditionelle Berufsbild der Tourismuskaufleute zur Diskussion.
Hinzu kommt eine Entwicklung, die der Branche zunehmend Probleme bereitet: Sinkende Ausbildungszahlen gefährden langfristig auch die Berufsschulstrukturen. Damit droht ausgerechnet jene Infrastruktur geschwächt zu werden, die für die Nachwuchsgewinnung dringend benötigt wird.

Der DRV will die Modernisierung der Ausbildungsordnung deshalb aktiv vorantreiben. Allerdings reicht es nicht, Lehrpläne zu überarbeiten. Die Branche muss auch Antworten darauf finden, wie sie junge Menschen mit attraktiven Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und zeitgemäßen Berufsbildern überzeugen kann.

Dass die Young Talents und die Young Career Community beim Hauptstadtkongress vertreten sind, ist deshalb mehr als ein symbolisches Zeichen. Entscheidend wird sein, ob die junge Generation künftig auch ausreichend Einfluss darauf erhält, wie sich ihre Branche verändert.

KI verändert die Spielregeln

Noch grundsätzlicher wird Loidl beim Thema künstliche Intelligenz. Hier geht es nicht allein um technische Innovationen oder effizientere Arbeitsabläufe, sondern um die Zukunft des touristischen Geschäftsmodells.
„KI ist eine große Chance. Und um diese Chance zu nutzen, braucht es vor allem eines: Kompetenz“, betont der DRV-Präsident.

Er fordert die Unternehmen auf, gezielt in die digitalen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter zu investieren. Zugleich müsse sichergestellt werden, dass auch kleine und mittelständische Betriebe Zugang zu neuen Technologien erhalten.

Für den Reisevertrieb ist das eine entscheidende Frage. KI kann die Beratung unterstützen, Prozesse vereinfachen und Mitarbeitern mehr Zeit für anspruchsvolle Kundenwünsche verschaffen. Gleichzeitig entstehen neue digitale Geschäftsmodelle, die den traditionellen Vertrieb unter Druck setzen könnten.

Neue Technologie, neue Marktmacht

Besonders aufmerksam macht Loidl auf die Gefahr neuer Machtkonzentrationen. „Wir müssen darauf achten, dass aus technologischer Stärke keine neue Marktmacht entsteht, die am Ende Wettbewerb einschränkt.“

Das ist eine Aussage mit erheblicher Tragweite für den Reisevertrieb. Denn wenn künftig KI-Systeme nicht nur Reisen suchen und vergleichen, sondern zunehmend auch Buchungsentscheidungen vorbereiten oder selbstständig ausführen, könnten sich die Kräfteverhältnisse zwischen Reisebüros, Veranstaltern, Plattformen und Technologieunternehmen grundlegend verschieben.

Wer kontrolliert künftig den Zugang zum Kunden? Wer bestimmt, welche Reiseangebote in KI-generierten Empfehlungen erscheinen? Und wer verdient daran, wenn digitale Assistenten selbstständig Reisen zusammenstellen und buchen?

Diese Fragen werden für die Reisewirtschaft immer wichtiger. Loidl erkennt die Herausforderung durchaus. Er belässt es allerdings weitgehend bei der Forderung nach Kompetenzaufbau und fairen Wettbewerbsbedingungen.

Wie sich der mittelständische Reisevertrieb gegenüber globalen Technologieplattformen tatsächlich behaupten kann, bleibt eine der großen offenen Fragen. Zumal die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung deutlich höher ist als die politischer Regulierungsverfahren.

Loidl bringt die Dimension des Wandels dennoch auf den Punkt: „Wir dürfen Digitalisierung nicht ausschließlich als technische Frage verstehen. Es geht um die Zukunft unseres Geschäftsmodells.“

Klimaschutz braucht Investitionen statt neuer Hürden

Auch beim Klimaschutz versucht der DRV-Präsident, wirtschaftliche Interessen und ökologische Verantwortung miteinander zu verbinden.

„Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind für unser Geschäft existenziell“, betont er. Die Unternehmen investierten bereits in neue Technologien und arbeiteten daran, Emissionen zu reduzieren.

Gleichzeitig fordert Loidl von der Politik, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation zu schaffen. Insbesondere nachhaltige Kraftstoffe für Luftverkehr und Kreuzfahrt müssten in ausreichender Menge verfügbar und wirtschaftlich einsetzbar sein. „Klimaschutz funktioniert nicht durch Vorgaben allein“, lautet seine Botschaft. Es brauche Investitionen, Innovationen und politische Entscheidungen, die den Unternehmen Planungssicherheit geben.

Das ist nachvollziehbar. Allerdings bleibt auch hier ein Zielkonflikt bestehen: Die Branche fordert einerseits niedrigere Abgaben und möglichst geringe zusätzliche Belastungen, andererseits aber erhebliche Investitionen in klimafreundliche Technologien und Infrastruktur.

Auch hier kehrt Loidl zu seiner zentralen Forderung zurück: Die Politik müsse die Voraussetzungen für Veränderungen schaffen, statt Unternehmen lediglich neue Verpflichtungen aufzuerlegen.
Europa muss offen und erreichbar bleiben

Ein weiterer Punkt, der angesichts geopolitischer Spannungen an Bedeutung gewinnt, ist die internationale Erreichbarkeit Europas. Loidl fordert funktionierende Visaverfahren und eine reibungslose Umsetzung des europäischen Entry/Exit-Systems. Dabei stellt er sich ausdrücklich gegen einen vermeintlichen Widerspruch zwischen Sicherheit und internationaler Offenheit. „Europa muss seine Grenzen schützen. Aber Europa muss auch offen und erreichbar bleiben.“

Damit erweitert er die Perspektive über die klassischen Interessen der deutschen Reiseveranstalter und Reisebüros hinaus. Denn internationale Mobilität betrifft nicht nur den Outgoing-Tourismus, sondern ebenso Geschäftsreisen, den Incoming-Markt und die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu anderen Ländern.

Gerade in einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen sei es wichtig, internationale Mobilität nicht durch unnötige bürokratische Hürden zu erschweren.

Der DRV will gestalten, nicht nur reagieren

Am Ende seiner Grundsatzrede wird deutlich, welchen Anspruch Loidl an seine eigene Rolle und an den DRV stellt. Der Verband soll nicht erst reagieren, wenn politische Entscheidungen bereits getroffen sind. Er soll sich frühzeitig einbringen, Einfluss auf Gesetzgebungsverfahren nehmen und die Interessen der gesamten Reisewirtschaft gegenüber Berlin und Brüssel vertreten. „Wir reagieren nicht erst, wenn neue Regeln beschlossen sind. Wir bringen uns frühzeitig ein“, erklärt Loidl.

Damit formuliert er auch einen Anspruch an die politische Schlagkraft des Verbandes. Gerade angesichts der unterschiedlichen Interessen von Reisebüros, Veranstaltern und touristischen Leistungsträgern ist das keine einfache Aufgabe.

Seine ungewöhnlich lange Rede ist weniger ein Aufbruchssignal mit überraschenden neuen Ideen als vielmehr eine konzentrierte Zusammenfassung der politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen die Branche steht.

Die Forderungen nach Bürokratieabbau, niedrigeren Standortkosten und fairen Wettbewerbsbedingungen sind nicht neu. Neu ist allerdings die Dringlichkeit, mit der sie angesichts einer schwächeren Nachfrage, wachsender technologischer Konkurrenz und zunehmender geopolitischer Unsicherheit vorgetragen werden.

Loidl fordert von der Politik mehr Freiraum und vor allem konkrete Taten. Von der Branche verlangt er mehr Veränderungsbereitschaft.

Jean-Marc Göttert
 



Die sieben wichtigsten Thesen von DRV-Präsident Albin Loidl

1. Die Politik muss handeln, nicht nur regulieren: Die Reisewirtschaft braucht einen politischen Kurswechsel. Weniger Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen und faire Wettbewerbsbedingungen sind für Loidl die Voraussetzung dafür, dass Unternehmen investieren, Innovationen vorantreiben und Arbeitsplätze sichern können. Die Politik müsse wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen, statt sie durch immer neue Vorschriften zu erschweren.

2. Die Reisewirtschaft ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor: Tourismus ist weit mehr als Urlaub und Freizeit. Die Reisewirtschaft sichert Arbeitsplätze, schafft Wertschöpfung und verbindet zahlreiche Wirtschaftszweige. Loidl fordert deshalb, die Branche endlich als wichtigen Bestandteil der deutschen Wirtschafts- und Standortpolitik anzuerkennen. Wettbewerbsfähige Standortbedingungen sind zugleich die Grundlage dafür, dass Reisen bezahlbar bleiben.

3. Die Luftverkehrsteuer muss vollständig abgeschafft werden: Die hohen Standortkosten gefährden aus Sicht des DRV die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Loidl fordert, die gesamten Rahmenbedingungen des Luftverkehrs auf den Prüfstand zu stellen. Die Senkung der Luftverkehrsteuer reicht ihm nicht: Er verlangt ihre vollständige Abschaffung sowie niedrigere staatliche Gebühren und Abgaben.

4. Europa braucht Verbraucherschutz ohne Überregulierung: Bei der Überarbeitung der EU-Pauschalreiserichtlinie sieht Loidl wichtige Erfolge der Verbandsarbeit. Mehrere zusätzliche Belastungen für Veranstalter konnten nach seiner Darstellung verhindert werden. Nun warnt er vor nationalen Verschärfungen bei der Umsetzung. Auch bei multimodalen Reisen dürften Vermittler nicht für Leistungen haften, die sie weder steuern noch beeinflussen können.

5. Künstliche Intelligenz verändert die Machtverhältnisse: KI bietet der Reisewirtschaft enorme Chancen, stellt aber zugleich bestehende Geschäftsmodelle infrage. Loidl fordert mehr digitale Kompetenz und einen fairen Zugang zu neuen Technologien. Besonders warnt er vor einer wachsenden Marktmacht internationaler Technologieplattformen, die künftig den Zugang zu Kunden und Buchungen kontrollieren könnten.

6. Die touristische Ausbildung muss grundlegend modernisiert werden: Die 15 Jahre alte Ausbildungsordnung für Tourismuskaufleute passt nicht mehr zu den Anforderungen einer digitalisierten Branche. Loidl fordert eine umfassende Neuausrichtung, die weit über zusätzliche Inhalte zu KI und Social Media hinausgeht. Mit der ausdrücklichen Begrüßung der Young Talents und der Young Career Community macht er deutlich, dass die Zukunft der Reisewirtschaft von der jungen Generation abhängt.

7. Klimaschutz braucht wirtschaftlich tragfähige Lösungen: Nachhaltigkeit ist für Loidl eine existenzielle Aufgabe der Reisewirtschaft. Doch politische Vorgaben allein reichen nicht. Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit, bezahlbare klimafreundliche Technologien und ausreichend verfügbare nachhaltige Kraftstoffe. Ökologische Transformation und internationale Wettbewerbsfähigkeit müssen aus seiner Sicht gemeinsam gedacht werden.
Jean-Marc Göttert