Aida setzt auf stabile Provisionen mit Langzeitwirkung
Aida setzt auf Kontinuität und verlängert das bestehende Provisionsmodell um ein weiteres Geschäftsjahr. Die Rostocker argumentieren die Entscheidung mit wachsendem Premiumgeschäft sowie mehr als 1.000 Agenturen, die zuletzt jährlich dadurch in höhere Vergütungsstufen aufgestiegen sind.

Aida Cruises verlängert das Provisionsmodell für Reisebüros und Online-Vertriebspartner unverändert um ein weiteres Geschäftsjahr. Umsatzstaffeln, Zusatzprovisionen und weitere Vergütungselemente bleiben damit auch 2026/2027 bestehen.
Der Kreuzfahrtanbieter begründet den Schritt mit der Entwicklung der vergangenen fünf Jahre: Nach Angaben der Rostocker sind Umsatz, Premiumbuchungen und die absolute Provisionsquote aufseiten der Agenturen kontinuierlich gestiegen. Die Stabilität des Modells habe maßgeblich dazu beigetragen, dass immer mehr Partner in höhere Provisionsstufen aufsteigen konnten.
Aida sieht sich durch Entwicklung bestätigt
Das Provisionsmodell bleibt seit dem Vertriebsgeschäftsjahr 2021/2022 damit bereits im fünften Jahr in Folge unverändert. Dabei hätten sich nicht nur die Gästezahlen positiv entwickelt. Noch stärker seien Umsatz und Durchschnittsumsatz pro Agentur gewachsen. Parallel habe sich der Anteil der Premium- und Comfort-Tarife am Gesamtumsatz deutlich erhöht.
Darin sieht Aida den Beleg dafür, dass sich das bestehende Vergütungsmodell sowohl für den Veranstalter als auch für die Vertriebspartner bewährt hat.
„Die Wertigkeit eines Provisionsmodells steigt mit der Dauer seiner Stabilität“, lautet in diesem Zusammenhang das Credo von Vertriebschef Uwe Mohr. Je länger Umsatzstufen und Vergütungsstruktur unverändert blieben, desto stärker profitierten die Reisebüros also von ihrer eigenen Geschäftsleistung.
Premiumgeschäft sorgt für höhere Provisionen
Ein wesentlicher Treiber sei der deutlich gestiegene Premiumanteil. Buchungen in den Tarifen Premium und Comfort werden weiterhin mit einer zusätzlichen Provision von zwei Prozent vergütet. Nach Berechnungen von Aida entspricht allein dieser Effekt im Durchschnitt einer absoluten Provisionsverbesserung von rund einem Prozentpunkt für die Agenturen.
Insgesamt sei die durchschnittliche Provisionsquote der Vertriebspartner in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gestiegen. Gleichzeitig investiere Aida inzwischen einen höheren Anteil seines Umsatzes in den Partnervertrieb als noch vor einigen Jahren.
„Wir setzen bewusst auf Kontinuität und damit auf Attraktivität“, sagt auch Alexander Ewig, Senior Vice President Marketing & Sales bei der Kussmundreederei. Ziel ist ein Provisionsmodell, „das die Leistung unserer Vertriebspartner transparent abbildet, Ertragspotenziale schafft und gleichzeitig ein hohes Maß an Planungssicherheit bietet“, so Ewig.
Immer mehr Reisebüros steigen auf
Die Entwicklung spiegle sich auch in den Umsatzklassen wider. Seit dem Vertriebsgeschäftsjahr 2022/2023 seien jährlich mehr als 1.000 Agenturen mindestens eine Umsatzstufe aufgestiegen, mehrere Hundert sogar um zwei oder mehr Klassen.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Aida erneut mit mehr als 1.000 Aufsteigern. Bereits jetzt hätten sich rund 800 Agenturen um ein sogenanntes Deck verbessert, mehr als 500 davon seien schon vorzeitig in eine höhere Provisionsklasse eingestuft worden.
An diesem Prinzip hält Aida fest: Agenturen werden unterjährig hochgestuft, wenn sie die nächste Umsatzklasse voraussichtlich erreichen. Rückstufungen innerhalb des laufenden Geschäftsjahres gibt es dagegen nicht. Auch nach einem schwächeren Jahr würden keine Vergütungen zurückgefordert.
7.000 Partner verkaufen Aida
Nach Aussage von Uwe Mohr umfasst das deutsche Vertriebsnetz seit rund drei Jahren konstant etwa 7.000 buchende Agenturen. Für Aida ist das ein Zeichen dafür, dass sich der stationäre Vertrieb nach der Pandemie stabil entwickelt hat und Kreuzfahrten inzwischen einen noch höheren Stellenwert im Reisebürogeschäft einnehmen. Die Entwicklung sei über alle Altersgruppen der Kunden hinweg zu beobachten.
Auch die Online-Reisebüros entwickeln sich nach Angaben von Ewig positiv. Deren Wachstum falle 2026 sogar überdurchschnittlich aus. Insgesamt gewinne jedoch der gesamte Partnervertrieb hinzu.
Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit Check 24 zeigte sich Ewig zufrieden – und versichert: Die Sorge, das Cashback-Verbot könne dort unterlaufen werden, habe sich nicht bestätigt. Rabatt oder Rückvergütungen für Aida-Reisen gebe es auf der Plattform nicht.
Gute Buchungslage für Sommer und Winter
Positiv äußerte sich Ewig auch zur aktuellen Nachfrage. Das Last-Minute-Geschäft entwickle sich über alle Fahrtgebiete hinweg erfreulich und auf einem stabilen Preisniveau. Gleichzeitig laufe das langfristige Buchungsgeschäft für den kommenden Winter noch besser als im Vorjahr.
Besonders stark entwickelten sich nach seinen Angaben derzeit die Karibik sowie die Asien-Routen. Auch Nordeuropa verzeichne eine gute Nachfrage. Bei den Kanaren sei das Buchungstempo traditionell etwas kurzfristiger, insgesamt liege man aber im Plan, so Ewig.
Stabil, aber nicht in Stein gemeißelt
Während Aida das Provisionsmodell zuletzt gleich für zwei Jahre verlängert hatte, gilt die aktuelle Zusage zunächst nur für das kommende Vertriebsgeschäftsjahr. Hintergrund sind zwei angekündigte Schiffsneubauten. Aida will sich offenhalten, die Vertriebsstrategie im Zusammenhang mit deren Vermarktung später erneut zu bewerten.
Das Unternehmen hatte im April 2025 zwei Neubauten einer komplett neuen Generation bei der italienischen Werft Fincantieri – und damit nicht wie traditionell in Papenburg – bestellt. Die beiden baugleichen Schiffe mit Platz für circa 4.200 Gäste bei Doppelbelegung sollen im Frühjahr 2030 sowie im Winter 2031/2032 in Dienst gestellt werden. Damit wird die Kussmundflotte von aktuell elf auf 13 Schiffe wachsen.
Der Neubauauftrag kommt parallel zur laufenden Flottenmodernisierung: Erst rund zwei Monate zuvor hatte Aida mit der Renovierung der Diva in Marseille das größte Modernisierungsprogramm der Unternehmensgeschichte gestartet. Bis 2028 sollen im Rahmen dieses Programms alle sieben Schiffe der Sphinx- beziehungsweise Selection-Klasse – Diva, Bella und Luna sowie Blu, Mar, Sol und Stella – umfassend modernisiert werden.
Felix Hormel
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