Folgen des Nahostkonflikts22.04.26, 13:02 Uhr
TUI schraubt Gewinnziel runter und stoppt Umsatzprognose
Wegen des Irankriegs korrigiert TUI die Gewinnprognose für 2026 nach unten und setzt die Umsatzprognose auf Eis. Buchungen gehen zurück, besonders für die Türkei, für Ägypten und Zypern. Veränderte Nachfrage und operative Belastungen drücken auf die Bilanz.

TUI-Chef Sebastian Ebel erwartet weniger Gewinn und setzt die Umsatzprognose aus.
Der Irankrieg hinterlässt deutliche Spuren in der Bilanz von Europas größtem Reisekonzern: TUI korrigiert die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 nach unten und setzt die Umsatzprognose vorerst komplett aus. Zu groß ist die Unsicherheit über Dauer und Ausmaß des Konflikts, der seit Ende Februar zu erheblichen operativen Belastungen und einer spürbaren Buchungszurückhaltung bei Reisenden führt.
Konkret erwarten die Hannoveraner für das Geschäftsjahr 2026 nun ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro – gemessen zu konstanten Wechselkursen.
Noch zu Jahresbeginn hatte TUI ein Wachstum von sieben bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,413 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Umsatzprognose (bisher: plus zwei bis vier Prozent; Vorjahr: 24,2 Milliarden Euro) bleibe so lange ausgesetzt, bis sich die geopolitischen Rahmenbedingungen stabilisieren.
Immerhin: Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Das bereinigte Ebit soll gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal (minus 207 Millionen Euro) um fünf bis 25 Millionen Euro zulegen – und das, obwohl allein im März kriegsbedingte Rückführungsmaßnahmen und operative Störungen mit rund 40 Millionen Euro zu Buche schlagen.
Dramatische Wochen für die Kreuzfahrtflotte
Besonders eindrücklich zeigt sich das Ausmaß der Krise im Kreuzfahrtgeschäft. Nach Ausbruch der Kampfhandlungen Ende Februar saßen die beiden TUI-Cruises-Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 wochenlang in den Häfen von Abu Dhabi beziehungsweise Doha fest. Alle geplanten Reisen wurden bis Mitte Mai abgesagt.
Am 19. April bot sich schließlich ein Zeitfenster: Während einer Unterbrechung der Kampfhandlungen verließen beide Schiffe nach Koordination mit den zuständigen Behörden den Persischen Golf. Ab Mitte Mai sollen sie ihren regulären Sommerbetrieb im Mittelmeer aufnehmen.
Parallel dazu organisierte TUI eine großangelegte Rückholaktion: Rund 10.000 Gäste wurden im März in die Heimat gebracht, darunter etwa 5.000 Passagiere der beiden Kreuzfahrtschiffe und rund 5.000 weitere Gäste aus europäischen Quellmärkten. Zusätzlich wurden etwa 1.500 Crewmitglieder ausgeflogen.
Die übrige Kreuzfahrtflotte profitiere weiterhin von einem starken Buchungsumfeld nach einer sehr erfolgreichen Wave Season.
Buchungsrückgänge im Pauschalreisegeschäft
Im Segment Märkte + Airline liegt der gebuchte Umsatz für den Sommer 2026 aktuell sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau. Besonders betroffen sind die Türkei, Zypern und Ägypten, die seit Kriegsausbruch „rückläufige Buchungen“ verzeichneten. Zusätzlich belasten die Nachwirkungen des jüngsten Hurrikans das Karibik-Geschäft.
Auch die Hotelbuchungen für das zweite Halbjahr liegen derzeit sieben Prozent unter dem Vorjahr. Hinzu kommt eine veränderte Nachfragestruktur: Kunden weichen verstärkt auf Ziele im westlichen Mittelmeerraum aus und buchen zunehmend kurzfristig – eine Entwicklung, die die Planbarkeit für den Konzern zusätzlich erschwert.
Gut gehedgt, aber unter Beobachtung
Auf der Kostenseite hat sich TUI zumindest beim Treibstoff weitgehend abgesichert: Zum 15. April waren 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer 2026 sowie 62 Prozent für den Winter 2026/2027 gehedgt. Das bedeutet: TUI hat sich über Terminkontrakte bereits jetzt für einen Großteil des Kraftstoffs, den die Flugzeuge und Schiffe in den kommenden Monaten verbrauchen werden, einen festen Preis gesichert. Steigt der Kerosinpreis an den Märkten, zahlt TUI trotzdem nur den vorher vereinbarten Preis – ähnlich wie eine Versicherung gegen steigende Kosten.
Im Kreuzfahrtbereich sind über 80 Prozent der Energiekosten für das laufende Geschäftsjahr abgedeckt.
TUI-Vorstandskreise verweisen auf die solide Bilanz des Konzerns als entscheidenden Puffer in unsicheren Zeiten. Die angepasste Prognose geht von stabilen geopolitischen Bedingungen und gesicherter Treibstoffversorgung aus – beides Annahmen, die angesichts der Lage mit Vorsicht zu genießen sind. Ein weiteres Update soll am 13. Mai mit den Q2/H1-Ergebnissen folgen.
Konkret erwarten die Hannoveraner für das Geschäftsjahr 2026 nun ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro – gemessen zu konstanten Wechselkursen.
Noch zu Jahresbeginn hatte TUI ein Wachstum von sieben bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,413 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Umsatzprognose (bisher: plus zwei bis vier Prozent; Vorjahr: 24,2 Milliarden Euro) bleibe so lange ausgesetzt, bis sich die geopolitischen Rahmenbedingungen stabilisieren.
Immerhin: Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Das bereinigte Ebit soll gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal (minus 207 Millionen Euro) um fünf bis 25 Millionen Euro zulegen – und das, obwohl allein im März kriegsbedingte Rückführungsmaßnahmen und operative Störungen mit rund 40 Millionen Euro zu Buche schlagen.
Dramatische Wochen für die Kreuzfahrtflotte
Besonders eindrücklich zeigt sich das Ausmaß der Krise im Kreuzfahrtgeschäft. Nach Ausbruch der Kampfhandlungen Ende Februar saßen die beiden TUI-Cruises-Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 wochenlang in den Häfen von Abu Dhabi beziehungsweise Doha fest. Alle geplanten Reisen wurden bis Mitte Mai abgesagt.
Am 19. April bot sich schließlich ein Zeitfenster: Während einer Unterbrechung der Kampfhandlungen verließen beide Schiffe nach Koordination mit den zuständigen Behörden den Persischen Golf. Ab Mitte Mai sollen sie ihren regulären Sommerbetrieb im Mittelmeer aufnehmen.
Parallel dazu organisierte TUI eine großangelegte Rückholaktion: Rund 10.000 Gäste wurden im März in die Heimat gebracht, darunter etwa 5.000 Passagiere der beiden Kreuzfahrtschiffe und rund 5.000 weitere Gäste aus europäischen Quellmärkten. Zusätzlich wurden etwa 1.500 Crewmitglieder ausgeflogen.
Die übrige Kreuzfahrtflotte profitiere weiterhin von einem starken Buchungsumfeld nach einer sehr erfolgreichen Wave Season.
Buchungsrückgänge im Pauschalreisegeschäft
Im Segment Märkte + Airline liegt der gebuchte Umsatz für den Sommer 2026 aktuell sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau. Besonders betroffen sind die Türkei, Zypern und Ägypten, die seit Kriegsausbruch „rückläufige Buchungen“ verzeichneten. Zusätzlich belasten die Nachwirkungen des jüngsten Hurrikans das Karibik-Geschäft.
Auch die Hotelbuchungen für das zweite Halbjahr liegen derzeit sieben Prozent unter dem Vorjahr. Hinzu kommt eine veränderte Nachfragestruktur: Kunden weichen verstärkt auf Ziele im westlichen Mittelmeerraum aus und buchen zunehmend kurzfristig – eine Entwicklung, die die Planbarkeit für den Konzern zusätzlich erschwert.
Gut gehedgt, aber unter Beobachtung
Auf der Kostenseite hat sich TUI zumindest beim Treibstoff weitgehend abgesichert: Zum 15. April waren 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer 2026 sowie 62 Prozent für den Winter 2026/2027 gehedgt. Das bedeutet: TUI hat sich über Terminkontrakte bereits jetzt für einen Großteil des Kraftstoffs, den die Flugzeuge und Schiffe in den kommenden Monaten verbrauchen werden, einen festen Preis gesichert. Steigt der Kerosinpreis an den Märkten, zahlt TUI trotzdem nur den vorher vereinbarten Preis – ähnlich wie eine Versicherung gegen steigende Kosten.
Im Kreuzfahrtbereich sind über 80 Prozent der Energiekosten für das laufende Geschäftsjahr abgedeckt.
TUI-Vorstandskreise verweisen auf die solide Bilanz des Konzerns als entscheidenden Puffer in unsicheren Zeiten. Die angepasste Prognose geht von stabilen geopolitischen Bedingungen und gesicherter Treibstoffversorgung aus – beides Annahmen, die angesichts der Lage mit Vorsicht zu genießen sind. Ein weiteres Update soll am 13. Mai mit den Q2/H1-Ergebnissen folgen.

