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Tats-Analyse
21.04.26, 11:30 Uhr

Reisebürospiegel zeigt Licht und Schatten

Die fakturierten Reisebüroumsätze im März können sich im Vorjahresvergleich sehen lassen. Kummer bereitet der Auftragseingang: Das Neugeschäft bricht um über 21 Prozent ein. Sogar das Zugpferd Kreuzfahrten geht in die Knie. Hohe Stornoraten reißen ein Loch in die Counter-Bilanz.

Auftragsbestand vs. Auftragseingang. Foto: iStock/solidcolours

Der aktuelle Tats-Reisebürospiegel für März 2026 zeichnet ein zweigeteiltes Bild des deutschen Reisevertriebs: Fakturierte Umsätze stehen solide, während das Neugeschäft dramatisch einbricht.

Fakturierte Umsätze im Plus

Der Gesamtumsatz der erfassten Reisebüros lag im März 2026 um plus 6,7 Prozent über dem Vorjahresmonat, kumuliert über das erste Quartal bei plus 1,6 Prozent. In der Auswertung Februar 2026 vs. 2025 waren es noch 1,4, beziehungsweise minus eins.

Der Umsatz inklusive Kreuzfahrten legte im März um 2,1 Prozent zu. Besonders der Flugbereich sticht heraus: plus 7,5 Prozent beim Umsatz – bei einem Ticketzuwachs von 2,4 Prozent, was auf deutlich gestiegene Preise hinweist. Die sonstigen Umsätze – etwa aus dem Verkauf von Versicherungen, Mietwagen oder Servicepauschalen – wuchsen mit plus 13,3 Prozent am kräftigsten.

Kreuzfahrt mit stabilem Bestand

Das Geschäft mit Hochseereisen entwickelte sich in puncto Auftragsbestand bis Oktober 2026 als einziges Segment positiv: plus 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim fakturierten Umsatz verzeichneten Kreuzfahrten im März ein Plus von 1,5 Prozent, kumuliert 2,2 Prozent.

Auftragseingang bricht ein

Das alarmierende Signal kommt aus dem Neugeschäft: Der touristische Auftragseingang lag im März mit minus 21,4 Prozent deutlich unter Vorjahr – bedingt unter anderem durch hohe Stornierungsraten. Kreuzfahrten traf es noch stärker: minus 22,7 Prozent beim Auftragseingang. Der Auftragsbestand liegt mit minus 1,2 Prozent knapp unter Vorjahresniveau.

Einordnung

Die Zahlen zeigen eine klassische Verzögerungsdynamik: Fakturierte Umsätze bilden abgerechnetes Geschäft ab – vielfach früher gebuchte Reisen. Das Neugeschäft hingegen gibt Auskunft darüber, was sich aktuell am Counter wirklich abspielt. Und dort signalisieren Stornierungen und Buchungsrückgang erheblichen Gegenwind.

Für das Sommergeschäft dürfte die Entwicklung des Auftragseingangs in den kommenden Wochen zum entscheidenden Indikator werden.

Blick aufs Stimmungsbarometer

Der am gestrigen Montag veröffentlichte Vertriebsklima-Index stützt das Bild: Das monatliche Stimmungsbarometer rauschte im April auf 75 Punkte ab, nur noch 13 Prozent der befragten Reisebüros bewerteten ihre aktuelle Lage als gut – nach rund 26 Prozent im Vormonat.

Die große Mehrheit der befragten Reisebüros meldet rückläufige Verkaufszahlen. Lediglich 3,7 Prozent der Befragten rechnen mit steigender Nachfrage in den kommenden sechs Monaten.

Felix Hormel