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Ausstand der Kabine
13.04.26, 16:51 Uhr

Lufthansa rutscht tiefer in Streikspirale – Ufo eskaliert weiter

Die Streikwelle reißt nicht ab. Während der Ausstand der Piloten noch läuft, ruft die Gewerkschaft Ufo die Inflight Crew schon zur nächsten Arbeitsniederlegung auf. Betroffen ist – ausgerechnet in der Jubiläumswoche des Kranich-Konzerns – Lufthansa Cityline am Mittwoch und Donnerstag.

Die Streikserie bei Lufthansa setzt sich fort: Ufo ruft das Kabinenpersonal der Cityline zum Ausstand auf. Foto: iStock/Darya Komarova

Bei der Lufthansa und ihren Fluggesellschaften schwelen aktuell die Konflikte – und die Streikserie setzt sich nahtlos fort. Am vergangenen Freitag hatte ein Ausstand des Kabinenpersonals von Lufthansa und Cityline den Oster-Rückreiseverkehr erheblich beeinträchtigt. Aktuell läuft noch bis Dienstag um 23:59 Uhr der Pilotenstreik der Vereinigung Cockpit bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, Cityline und Eurowings.

Jetzt ruft die Gewerkschaft Ufo erneut zum Streik der Besatzungsmitglieder der Kabine bei Lufthansa Cityline auf. Der Arbeitskampf ist für den 15. und 16. April angekündigt und fällt damit mitten in die Jubiläumswoche zum 100-jährigen Bestehen des Kranich-Konzerns.

Verhandlungen aus Ufo-Sicht gescheitert

Im Mittelpunkt steht ein Sozialtarifvertrag für das Kabinenpersonal der Lufthansa Cityline. Die Gewerkschaft beschreibt die Lage als festgefahren: „Die Geschäftsführung verweigert sich, überhaupt Verhandlungen mit uns aufzunehmen und zumindest ein verhandlungsfähiges Angebot zu unterbreiten.“ Die Gespräche seien „aus diesem Grunde gescheitert“.

Weiter heißt es: „Wir sind daher gezwungen, unsere Forderungen mittels eines Streiks durchzusetzen.“ Gleichzeitig betont Ufo: „Wir bedauern diesen Schritt sehr, doch sehen wir keinen anderen Weg mehr.“

Zubringerverkehr erneut betroffen

Der Streik umfasst alle Flüge mit Cityline-Kabinenpersonal ab den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover. Auch Bereitschaftsdienste, Deadhead-Reisen, Proceedings, Groundtransport und weitere Dienstverpflichtungen sind einbezogen.

Damit geraten erneut zentrale Zubringerverbindungen im Lufthansa-Netz unter Druck. Für Reisebüros und Veranstalter ist das besonders relevant, da Anschlussflüge auf der Langstrecke gefährdet sind.

Streik trifft Jubiläumswoche

Zusätzliche Brisanz erhält der Zeitpunkt durch die parallel geplanten Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa. Am 15. April wird in Frankfurt unter anderem das neue Besucherzentrum  „Hangar One“ eröffnet, auch politische Prominenz wird erwartet.

Ufo kündigt parallel eine Kundgebung am Flughafen und am Lufthansa Aviation Center an und macht den symbolischen Zusammenhang deutlich: „Während sich das Management gemeinsam mit Politik und Öffentlichkeit im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten inszeniert, wollen wir genau dort sichtbar machen, worum es in dieser Auseinandersetzung wirklich geht.“

Weitere Belastung, Unverständnis seitens Lufthansa

Nach den bereits spürbaren Auswirkungen der vorangegangenen Streiks wächst damit der Druck. Ufo ruft zu einem geschlossenen Auftreten auf: Es bedürfe „eines spürbaren und geschlossenen Zeichens“, so die Überzeugung der Gewerkschaft

Die Positionen zwischen Gewerkschaften und Konzern liegen weiter auseinander. Während die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Ufo fehlende Angebote und mangelnde Gesprächsbereitschaft kritisieren, wirft der Airline-Konzern den Gewerkschaften seinerseits eine unnötige Eskalation vor.

Konfliktlinien bleiben verhärtet

Personalvorstand Michael Niggemann bezeichnete bereits den vorigen Ufo-Streik als „verantwortungslos“ und betonte, man habe „konkrete und transparente Vorschläge“ vorgelegt. Die Gewerkschaft habe sich nicht auf ernsthafte Verhandlungen eingelassen und stattdessen „schnell eskaliert“. Eine Annäherung ist damit weiterhin nicht in Sicht.

Bereits im März 2026 hatte die VC Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline für zwei Tage zum Streik aufgerufen. In der Folge hatte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) angeregt, das bestehende Streikrecht hierzulande inhaltlich zu überdenken.

Felix Hormel