Neue Tourismusagenda28.01.26, 15:55 Uhr
Kommt jetzt Bewegung in die Tourismuspolitik?
Da ist sie: Deutschlands Tourismusstrategie. Die Branche lobt das Bekenntnis zur Reisewirtschaft. Berlin sieht uns. Das war längst überfällig. Doch die Agenda bleibt an vielen Stellen vage. Alles nur ein Wunschzettel? Ein Kommentar von TRVL COUNTER-Redakteur Felix Hormel.

Zwischen Ankündigung und Umsetzung liegt ein weiter Weg: Für die deutsche Tourismusstrategie braucht es Prioritäten und politischen Drive. Foto: iStock/ra2studio
Nach Jahren der Ankündigungen und Verzögerungen liegt nun eine verbindliche Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung vor. Das ist gut – wenn auch überfällig.
Die Branche lobt das Papier gewissermaßen unisono: Die Verbände begrüßen, dass zentrale Forderungen aufgegriffen wurden. Endlich sieht man uns – so klingt es in vielen der Statements, die im Ton allesamt versöhnlich ausfallen, aber auch immer ein „Jetzt aber!“ im Gepäck haben.
Von Fachkräftemangel über Mobilität bis hin zu Digitalisierung und Pauschalreise – all das findet sich nun gebündelt in einem ressortübergreifenden Dokument, einer Absichtserklärung. Doch Papier ist geduldig. Eine Strategie ist kein Selbstzweck. Und sie braucht PS unter der Haube, will man wirklich vom Fleck kommen.
Die Agenda ist breit angelegt. Zu breit? Sie will die Branche zugleich, Achtung: nachhaltiger, digitaler, wettbewerbsfähiger, barrierefreier, internationaler und regional ausgewogener machen. Das klingt an sich alles nicht verkehrt – bleibt aber vage, ungespitzt, bräsig. Prioritäten sind kaum erkennbar. Welche Maßnahmen haben Vorrang? Wo setzt das Kabinett zuerst an? Und vor allem: mit welchen Mitteln?
Viele Programmpunkte sind zudem „kalter Kaffee“ – Visa-Digitalisierung, Arbeitszeitflexibilisierung, Entlastungen im Luftverkehr. Aber auch kalter Kaffee kann wach machen, so die Hoffnung.
Ein Schlüssel könnte das angekündigte Tourismuspolitische Forum sein. Aber nur, wenn es Substanz bekommt. Ob es mehr wird als eine Talk-Runde, hängt von seiner Einbindung in die politischen Prozesse ab. Dertour-CEO Christoph Debus hat bereits angeboten, die Fortschritte aktiv zu begleiten. Der Reisekonzern könne Expertise in Form von „Praxischecks“ einbringen. Auch die hiesigen Verbände haben Bereitschaft signalisiert, anzupacken.
Die Branche steht bereit. Jetzt wird sich zeigen, wie ernst es Berlin mit Reisewirtschaft wirklich ist.
Die Branche lobt das Papier gewissermaßen unisono: Die Verbände begrüßen, dass zentrale Forderungen aufgegriffen wurden. Endlich sieht man uns – so klingt es in vielen der Statements, die im Ton allesamt versöhnlich ausfallen, aber auch immer ein „Jetzt aber!“ im Gepäck haben.
Von Fachkräftemangel über Mobilität bis hin zu Digitalisierung und Pauschalreise – all das findet sich nun gebündelt in einem ressortübergreifenden Dokument, einer Absichtserklärung. Doch Papier ist geduldig. Eine Strategie ist kein Selbstzweck. Und sie braucht PS unter der Haube, will man wirklich vom Fleck kommen.
Die Agenda ist breit angelegt. Zu breit? Sie will die Branche zugleich, Achtung: nachhaltiger, digitaler, wettbewerbsfähiger, barrierefreier, internationaler und regional ausgewogener machen. Das klingt an sich alles nicht verkehrt – bleibt aber vage, ungespitzt, bräsig. Prioritäten sind kaum erkennbar. Welche Maßnahmen haben Vorrang? Wo setzt das Kabinett zuerst an? Und vor allem: mit welchen Mitteln?
Viele Programmpunkte sind zudem „kalter Kaffee“ – Visa-Digitalisierung, Arbeitszeitflexibilisierung, Entlastungen im Luftverkehr. Aber auch kalter Kaffee kann wach machen, so die Hoffnung.
Ein Schlüssel könnte das angekündigte Tourismuspolitische Forum sein. Aber nur, wenn es Substanz bekommt. Ob es mehr wird als eine Talk-Runde, hängt von seiner Einbindung in die politischen Prozesse ab. Dertour-CEO Christoph Debus hat bereits angeboten, die Fortschritte aktiv zu begleiten. Der Reisekonzern könne Expertise in Form von „Praxischecks“ einbringen. Auch die hiesigen Verbände haben Bereitschaft signalisiert, anzupacken.
Die Branche steht bereit. Jetzt wird sich zeigen, wie ernst es Berlin mit Reisewirtschaft wirklich ist.

