Wachstum, Digitalisierung und Nachhaltigk...28.01.26, 11:01 Uhr
Das steht in der Nationalen Tourismusstrategie des Bundes
Das Bundeskabinett hat eine neue Tourismusagenda beschlossen. Sie bündelt Maßnahmen in sieben Handlungsfeldern – von steuerlicher Entlastung über Mobilitätsausbau und Digitalisierung bis hin zur gezielten Fachkräftegewinnung.

Mit einem umfassenden Strategiepapier will der Bund die Wettbewerbsfähigkeit der Tourismusbranche stärken. Foto: Bundestag/Thomas Trutschel, photothek
Mit der neuen Nationalen Tourismusstrategie will die Bundesregierung die Tourismuswirtschaft in Deutschland fit für die Zukunft machen. Im Fokus stehen unter dem Titel „Für die Zukunft der Tourismuswirtschaft“ die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, Digitalisierung, nachhaltige Entwicklung und der Bürokratieabbau.
Das Strategiepapier, das TRVL COUNTER vorliegt, umfasst sieben Handlungsfelder und nennt zahlreiche konkrete Maßnahmen – von steuerlichen Entlastungen über Mobilitätsinitiativen bis hin zu gezielter Fachkräftegewinnung.
Stimmen der hiesigen Branchenverbände als Reaktion auf die Tourismusstrategie der Regierung lesen Sie in einem begleitenden Artikel hierzu. Auch aus dem Management der beiden größten deutschen Reisekonzerne, TUI und Dertour, gibt es Feedback zu der Agenda.
Tourismus als wirtschaftlicher Faktor
Die Bundesregierung sieht den Tourismus als „wichtigen Bestandteil unserer Wirtschaft“, der sich mit Branchen wie der Automobil- oder Bauwirtschaft messen könne. Mehr als zwei Millionen Menschen arbeiten in der Branche, zahlreiche weitere profitieren durch Impulse im Handel, Handwerk, in der Kultur- und Kreativwirtschaft.
Steuerliche Entlastungen und weniger Bürokratie
Ein zentrales Anliegen ist die Entlastung kleiner und mittelständischer Betriebe. Die dauerhafte Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen auf sieben Prozent wird als wichtiger Schritt hervorgehoben, um Gastronomiebetriebe insbesondere im ländlichen Raum zu stabilisieren. Daneben sollen auch Abschreibungsregeln vereinfacht und die Körperschaftssteuer schrittweise gesenkt werden.
Zudem kündigt die Bundesregierung eine entschlossene Entbürokratisierung an. Ziel sei es, „Vorschriften, Berichtspflichten zu reduzieren, Verfahren zu straffen und Gestaltungsspielräume auszuweiten“. Praxischecks in Betrieben sollen helfen, unnötige Regeln zu erkennen und abzuschaffen. Auch Unternehmensgründungen und -nachfolgen im Tourismus sollen durch digitale Verfahren deutlich erleichtert werden.
Mobilität stärken – zu Wasser, zu Land und in der Luft
Die Verbesserung der Erreichbarkeit touristischer Ziele nimmt breiten Raum ein. Die Bundesregierung sieht Mobilität als „Lebensader für den Tourismus“. Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur – etwa in Schiene, Straßen und Ladeinfrastruktur – sollen „verlässliche, bezahlbare und umweltfreundliche Mobilität“ gewährleisten. Mit einem Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro sollen unter anderem der Schienenverkehr ausgebaut und der Deutschlandtakt vorangetrieben werden.
Auch der Luftverkehr soll gestärkt werden. Geplant ist unter anderem eine Senkung der Luftverkehrsteuer sowie der Verzicht auf nationale Zusatzquoten für synthetische Kraftstoffe. „Vielfältige sowie bezahlbare Flugverbindungen“ seien notwendig, um Deutschlands Anbindung im internationalen Wettbewerb zu sichern.
Weiter sollen der ÖPNV, insbesondere in ländlichen Regionen, gefördert, der Rad- und Wandertourismus gestärkt und der barrierefreie Ausbau touristischer Infrastrukturen vorangetrieben werden.
Digitalisierung, KI und die EUDI-Wallet
Ein weiteres Handlungsfeld ist die digitale Transformation der Tourismusbranche. Der Bund will Glasfaser- und Mobilfunknetze ausbauen und KMU durch Beratung und Wissensvermittlung gezielt unterstützen. Die Bundesregierung strebt eine „Kultur der effizienten Datennutzung und des Datenteilens“ an.
Ein zentrales Projekt ist die Einführung der European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet), die ab Ende 2026 verfügbar sein soll. Sie soll „eine sichere, einheitliche und nutzerfreundliche Möglichkeit zur digitalen Identifizierung und zum Austausch von Daten“ bieten – etwa beim digitalen Check-in in Hotels, bei Visa-Verfahren oder zur Besucherlenkung.
Arbeitskräfte für den Tourismus sichern
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, setzt die Strategie auf steuerliche Anreize, flexiblere Arbeitszeitregelungen, bessere Berufsorientierung und vereinfachte Zuwanderungsverfahren. Die „Aktivrente“ erlaubt etwa seit Anfang 2026 steuerfreie Einkünfte für ältere Erwerbstätige. Auch ein digitales Portal für ausländische Fachkräfte ist geplant – die sogenannte Work-and-Stay-Agentur.
Nachhaltiger Tourismus und regionale Balance
Die Bundesregierung betont, dass nur ein „klima-, umwelt-, natur- und sozialverträglicher Tourismus“ langfristig erfolgreich sein kann. Bestehende Förderprogramme sollen für nachhaltige Investitionen – etwa in Solaranlagen, Wasserwirtschaft oder digitale Buchungssysteme – geöffnet und gezielt genutzt werden.
Zudem will man auf regionale Überlastungen besser reagieren. Mithilfe digitaler Besucherlenkung und intelligenter Kommunikation sollen Belastungsspitzen vermieden und weniger bekannte Regionen gestärkt werden. Auch Barrierefreiheit bleibt ein wichtiges Thema: „Das Reisen soll für alle möglich sein“, heißt es im Strategiepapier.
EU-Verzahnung und neue Gremien
In Brüssel will die Bundesregierung auf eine „bürokratiearme EU-Gesetzgebung“ drängen und sich dafür einsetzen, dass Tourismusbelange frühzeitig und ressortübergreifend berücksichtigt werden.
Für die nationale Umsetzung wird ein neues Tourismuspolitisches Forum beim Tourismuskoordinator der Bundesregierung eingerichtet. Es soll die bisherigen Gremien ersetzen und durch Expertenrunden aktuelle Themen wie Gesetzgebungsvorhaben begleiten.
Das Strategiepapier, das TRVL COUNTER vorliegt, umfasst sieben Handlungsfelder und nennt zahlreiche konkrete Maßnahmen – von steuerlichen Entlastungen über Mobilitätsinitiativen bis hin zu gezielter Fachkräftegewinnung.
Stimmen der hiesigen Branchenverbände als Reaktion auf die Tourismusstrategie der Regierung lesen Sie in einem begleitenden Artikel hierzu. Auch aus dem Management der beiden größten deutschen Reisekonzerne, TUI und Dertour, gibt es Feedback zu der Agenda.
Tourismus als wirtschaftlicher Faktor
Die Bundesregierung sieht den Tourismus als „wichtigen Bestandteil unserer Wirtschaft“, der sich mit Branchen wie der Automobil- oder Bauwirtschaft messen könne. Mehr als zwei Millionen Menschen arbeiten in der Branche, zahlreiche weitere profitieren durch Impulse im Handel, Handwerk, in der Kultur- und Kreativwirtschaft.
Steuerliche Entlastungen und weniger Bürokratie
Ein zentrales Anliegen ist die Entlastung kleiner und mittelständischer Betriebe. Die dauerhafte Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen auf sieben Prozent wird als wichtiger Schritt hervorgehoben, um Gastronomiebetriebe insbesondere im ländlichen Raum zu stabilisieren. Daneben sollen auch Abschreibungsregeln vereinfacht und die Körperschaftssteuer schrittweise gesenkt werden.
Zudem kündigt die Bundesregierung eine entschlossene Entbürokratisierung an. Ziel sei es, „Vorschriften, Berichtspflichten zu reduzieren, Verfahren zu straffen und Gestaltungsspielräume auszuweiten“. Praxischecks in Betrieben sollen helfen, unnötige Regeln zu erkennen und abzuschaffen. Auch Unternehmensgründungen und -nachfolgen im Tourismus sollen durch digitale Verfahren deutlich erleichtert werden.
Mobilität stärken – zu Wasser, zu Land und in der Luft
Die Verbesserung der Erreichbarkeit touristischer Ziele nimmt breiten Raum ein. Die Bundesregierung sieht Mobilität als „Lebensader für den Tourismus“. Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur – etwa in Schiene, Straßen und Ladeinfrastruktur – sollen „verlässliche, bezahlbare und umweltfreundliche Mobilität“ gewährleisten. Mit einem Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro sollen unter anderem der Schienenverkehr ausgebaut und der Deutschlandtakt vorangetrieben werden.
Auch der Luftverkehr soll gestärkt werden. Geplant ist unter anderem eine Senkung der Luftverkehrsteuer sowie der Verzicht auf nationale Zusatzquoten für synthetische Kraftstoffe. „Vielfältige sowie bezahlbare Flugverbindungen“ seien notwendig, um Deutschlands Anbindung im internationalen Wettbewerb zu sichern.
Weiter sollen der ÖPNV, insbesondere in ländlichen Regionen, gefördert, der Rad- und Wandertourismus gestärkt und der barrierefreie Ausbau touristischer Infrastrukturen vorangetrieben werden.
Digitalisierung, KI und die EUDI-Wallet
Ein weiteres Handlungsfeld ist die digitale Transformation der Tourismusbranche. Der Bund will Glasfaser- und Mobilfunknetze ausbauen und KMU durch Beratung und Wissensvermittlung gezielt unterstützen. Die Bundesregierung strebt eine „Kultur der effizienten Datennutzung und des Datenteilens“ an.
Ein zentrales Projekt ist die Einführung der European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet), die ab Ende 2026 verfügbar sein soll. Sie soll „eine sichere, einheitliche und nutzerfreundliche Möglichkeit zur digitalen Identifizierung und zum Austausch von Daten“ bieten – etwa beim digitalen Check-in in Hotels, bei Visa-Verfahren oder zur Besucherlenkung.
Arbeitskräfte für den Tourismus sichern
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, setzt die Strategie auf steuerliche Anreize, flexiblere Arbeitszeitregelungen, bessere Berufsorientierung und vereinfachte Zuwanderungsverfahren. Die „Aktivrente“ erlaubt etwa seit Anfang 2026 steuerfreie Einkünfte für ältere Erwerbstätige. Auch ein digitales Portal für ausländische Fachkräfte ist geplant – die sogenannte Work-and-Stay-Agentur.
Nachhaltiger Tourismus und regionale Balance
Die Bundesregierung betont, dass nur ein „klima-, umwelt-, natur- und sozialverträglicher Tourismus“ langfristig erfolgreich sein kann. Bestehende Förderprogramme sollen für nachhaltige Investitionen – etwa in Solaranlagen, Wasserwirtschaft oder digitale Buchungssysteme – geöffnet und gezielt genutzt werden.
Zudem will man auf regionale Überlastungen besser reagieren. Mithilfe digitaler Besucherlenkung und intelligenter Kommunikation sollen Belastungsspitzen vermieden und weniger bekannte Regionen gestärkt werden. Auch Barrierefreiheit bleibt ein wichtiges Thema: „Das Reisen soll für alle möglich sein“, heißt es im Strategiepapier.
EU-Verzahnung und neue Gremien
In Brüssel will die Bundesregierung auf eine „bürokratiearme EU-Gesetzgebung“ drängen und sich dafür einsetzen, dass Tourismusbelange frühzeitig und ressortübergreifend berücksichtigt werden.
Für die nationale Umsetzung wird ein neues Tourismuspolitisches Forum beim Tourismuskoordinator der Bundesregierung eingerichtet. Es soll die bisherigen Gremien ersetzen und durch Expertenrunden aktuelle Themen wie Gesetzgebungsvorhaben begleiten.

