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Strategiepapier der Bundesregierung
28.01.26, 11:00 Uhr

TUI und Dertour sehen wichtige Impulse in Tourismusagenda

Deutschlands führende Reisekonzerne TUI und Dertour begrüßen die neue Tourismusstrategie des Bundes – machen aber deutlich: Für Veranstalter sei entscheidend, wie schnell und mutig die politischen Ankündigungen nun umgesetzt würden.

Thomas Ellerbeck (links) und Christoph Debus. Fotos: TUI/Dertour
Die Bundesregierung hat die Nationale Tourismusstrategie im Bundeskabinett verabschiedet. Die hiesigen Verbände sehen wesentliche Forderungen der Branche darin berücksichtigt. Und auch Deutschlands führende Reiseveranstalter, TUI und Dertour, bewerten die Agenda grundsätzlich positiv – verbinden ihre Zustimmung, wie auch die Verbände, jedoch mit klaren Erwartungen an Umsetzung, Bürokratieabbau und faire Wettbewerbsbedingungen.

TUI: Faire Wettbewerbsbedingungen gefordert

Thomas Ellerbeck, Mitglied des Group Executive Committee der TUI Group, wertet die Ausrichtung der Regierung als wichtige Weichenstellungen für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze. „Tourismus ist ein globaler Wachstumsmotor – und soll nun endlich auch in Deutschland als solcher gestärkt werden.“

Zugleich verweist Ellerbeck auf strukturelle Wettbewerbsnachteile für klassische Touristikunternehmen gegenüber digitalen Plattformen. Für stark investierende Veranstalter sei ein „level-playing-field“, also einheitliche Regeln für alle Akteure, entscheidend. „Bislang werden wir an vielen Stellen durch Regulierung, Berichtspflichten, zusätzliche Abgaben belastet, wo Plattformen nur verkaufen, ohne weitere Verpflichtungen zu erfüllen.“ Das sei eine „Schieflage zu Lasten der Touristik-Konzerne, Veranstalter und Reisebüros“ in Deutschland.

Als zentrale Handlungsfelder nennt Ellerbeck die Senkung der Standortkosten, insbesondere beim Deutschen Reisesicherungsfonds, sowie einen konsequenten Bürokratieabbau. Die Strategie setze aus seiner Sicht an vielen Stellen den richtigen Takt, etwa bei der Stärkung des Luftverkehrs, der Weiterentwicklung der Pauschalreise-Absicherung, der Digitalisierung und einer innovationsfreundlichen Umsetzung des EU-AI-Acts.

Nach Einschätzung von Ellerbeck hat der Amtsantritt von CDU-Tourismuskoordinator Christoph Ploß diesbezüglich für mehr Bewegung und einen intensiveren Dialog zwischen Bundesregierung und Tourismuswirtschaft gesorgt. Ellerbecks Fazit zum Strategiepapier: „Ein guter Aufschlag – jetzt kommt es darauf an, die richtigen Impulse konsequent und mutig umzusetzen.“

Dertour: Pauschalreise und Reisesicherung im Fokus

Christoph Debus, CEO der Dertour Group, sieht in der Tourismusstrategie des Kainetts ebenfalls wichtige Impulse für die Zukunftsfähigkeit der Tourismuswirtschaft. Die Bundesregierung trage damit der Bedeutung der Branche für Wirtschaft und Beschäftigung Rechnung.

Debus verweist auf die Rolle der Touristik für Wirtschaft und Beschäftigung in Deutschland und Europa. „Als zweitgrößter Reiseveranstalter Europas mit über 200 Unternehmen und rund 15.000 Mitarbeitenden leistet die Dertour Group einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Wachstum der Tourismuswirtschaft“, so Debus. Vor diesem Hintergrund begrüßt Dertour die strategische Ausrichtung der Bundesregierung. Diese unterstreiche die zentrale Bedeutung von Touristikunternehmen für die deutsche Wirtschaft.

Positiv hebt Debus etwa geplante Entlastungen bei Bürokratie, die Förderung technologischer Innovationen sowie Investitionen in Mobilität und Infrastruktur hervor. Entscheidend sei eine bürokratiearme Umsetzung der angekündigten Novellierung der Pauschalreiserichtlinie sowie eine Weiterentwicklung der Insolvenzabsicherung über den Deutschen Reisesicherungsfonds.

„Mit der neuen Strategie wird ein wichtiger Rahmen geschaffen, um die deutsche Tourismuswirtschaft zukunftsfähig aufzustellen. Jetzt ist die zügige Umsetzung entscheidend.“ Dabei signalisiert die Dertour Group ihre Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung. „Gerne beteiligen wir uns als Dertour Group aktiv am Prozess und bringen unsere umfassende Erfahrung in Praxischecks ein.“