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17.08.26, 15:08 Uhr

Vertriebsklima dreht weiter auf – Zuversicht kehrt zurück

Der Vertriebsklima-Index legt im August den dritten Monat in Folge zu. Vor allem die aktuelle Geschäftslage wird deutlich besser bewertet. Auch bei Verkäufen, Nachfrage und Ertragserwartungen nimmt die Skepsis spürbar ab – das Niveau des Vorjahres bleibt allerdings außer Reichweite.

Drei Monate nach dem Stimmungstief setzt sich die Erholung im Reisevertrieb fort. Foto: iStock/AntonioSolano

Die Stimmung im Reisevertrieb verbessert sich im August – erneut und ein gutes Stück nach dem Vormonat. Der touristische Vertriebsklima-Index steigt von 78,7 auf 85 Punkte. Damit gewinnt das Stimmungsbarometer seit dem Tief im Mai den dritten Monat in Folge an Boden.

Die Erholung gewinnt dabei an Breite. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate werden besser bewertet. Gleichzeitig berichten wesentlich weniger Agenturen von rückläufigen Verkäufen als noch im Juli. Auch bei den Erwartungen an Nachfrage und Erträge geht der Pessimismus zurück.

Von den Werten des Vorjahres bleibt die aktuelle Auswertung dennoch weit entfernt. Im Vergleichsmonat August 2025 hatte das Vertriebsklima 92,9 Punkte erreicht. Zu Jahresbeginn 2026 waren es 94,1 Punkte.

Besonders deutlich verbessert sich in diesem August nun die Bewertung der aktuellen Lage. Der Index springt von 78,2 auf 86,4 Punkte. Der Erwartungsindex steigt ebenfalls, wenn auch etwas schwächer: von 79,3 auf 83,6 Punkte. Beide Indizes hatten im März zum letzten Mal eine Acht vorn stehen.

Lage deutlich besser bewertet

Die Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage hellt sich damit demnach kräftig auf. 23,3 Prozent der Reisebüros bewerten ihre Situation im August als gut. Im Juli waren es lediglich 12,3 Prozent (Tiefstand Mai: 8,7 %). Der Anteil negativer Bewertungen sinkt dabei von 40,3 auf 27,5 Prozent.

Damit hat sich das Verhältnis innerhalb eines Monats deutlich verschoben. 49,2 Prozent sprechen von einer befriedigenden Lage, nach 47,4 Prozent im Juli. Fast drei Viertel der befragten Reisebüros bewerten ihre gegenwärtige Situation damit inzwischen wieder als gut oder zumindest befriedigend.

Verkaufsrückgänge lassen nach

Auch bei den Verkaufszahlen zeigt sich eine Verbesserung: Bloß noch 55,7 Prozent der befragten Reisebüros – immer noch eine Menge – berichten von gesunkenen Verkäufen in den vergangenen zwei bis drei Monaten gegenüber dem Vorjahr. Im Juli waren es noch 72,8 Prozent (Mai: 83,5 %).

Gleichzeitig wächst der Anteil der Reisebüros mit unveränderten Verkäufen von 20 auf 31 Prozent. Steigende Verkäufe melden immerhin 13,4 Prozent der Befragten, nach nur rund sieben im Vormonat und vier im Mai dieses Jahres. Rückläufige Geschäfte bleiben damit zwar für die Mehrheit Realität, aber auch hier kommt Bewegung rein.

Erwartungen werden zuversichtlicher

Der Blick auf die bevorstehenden sechs Monate fällt etwas weniger skeptisch aus. So rechnen knapp 39,7 Prozent der Befragten mit einer sinkenden Nachfrage nach Reiseleistungen. Im Juli waren es noch 48,9 Prozent (Mai: 67,2 %). 49,6 Prozent gehen inzwischen von einer stabilen Nachfrage aus.

Der Anteil der „Optimisten“ steigt ebenfalls: 10,7 Prozent erwarten eine wachsende Nachfrage, nach 7,5 Prozent im Juli. Erstmals in diesem Vergleich überwiegt damit wieder die Gruppe, die zumindest mit einer stabilen Nachfrage rechnet, gegenüber den „Pessimisten“.

Ertragserwartungen hellen sich auf

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Erträgen. Der Anteil der Reisebüros, die in den kommenden sechs Monaten eine Verschlechterung erwarten, sinkt von 56,3 auf 48,1 Prozent. 39,7 Prozent rechnen mit einer unveränderten Ertragssituation, nach 36,2 Prozent im Juli. Eine Verbesserung erwarten 12,2 Prozent der Reisebüros. Im Vormonat waren es 7,5 Prozent.

Die Erhebung wird regelmäßig von der Münchner Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner durchgeführt. An der aktuellen Befragung nahmen 262 Reisebüros (Juli: 268) teil, die sowohl den stationären als auch den Online-Vertrieb von Urlaubsreisen abdecken. Der Großteil stammt aus dem mittelständischen Leisure-Segment.

Felix Hormel