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Vertriebsklima-Index im Januar
19.01.26, 17:00 Uhr

Stimmung am Counter kühlt zum Jahresbeginn ab

Der touristische Vertriebsklima-Index zeichnet im Januar ein wenig euphorisches Bild: Reisebüros bewerten die Geschäftslage wie auch die Nachfrageentwicklung kritischer. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate und die Ertragsperspektiven haben sich spürbar eingetrübt.

Die Januar-Erhebung von Dr. Fried & Partner offenbart eine deutliche Eintrübung im touristischen Vertriebsklima. Weniger Buchungen, steigende Unsicherheit und sinkende Gewinnerwartungen prägen die dürftige Stimmung. Foto. iStock/oatawa
Trotz positiver Ausblicke zuletzt etwa vom Deutschen Reiseverband (DRV) oder der Markteinschätzung von TDA, sinkt am Counter die Zuversicht. Der touristische Vertriebsklima-Index fällt im Januar 2026 auf 94,1 Punkte – ein Rückgang um 4,8 Zähler gegenüber Dezember 2025 (98,9 Punkte).

Damit erreicht das Stimmungssbarometer den niedrigsten Stand seit August 2025, als der Index bei 92,9 Punkten lag.

Lageeinschätzung verschlechtert sich

Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage sinkt auf 96,7 Punkte, nach 100,5 im Vormonat. Nur noch 36,3 Prozent der befragten Reisebüros stufen ihre Lage als gut ein – ein Rückgang gegenüber Dezember (40,8 %). Der Anteil negativer Einschätzungen steigt von 15 auf knapp 18 Prozent. 45,8 Prozent bewerten die Lage als befriedigend (Dezember: 43,7 %).

Auch die Nachfrageentwicklung zeigt eine negative Tendenz: Nur noch 20 Prozent der Reisebüros melden gestiegene Buchungszahlen in den vergangenen zwei bis drei Monaten (Vormonat: 23,3 %).

Die Zahl derer, die stabile Nachfrage verzeichnen, sinkt leicht auf 40,4 Prozent (Dezember: 44,2 %). Gleichzeitig berichten 39,6 Prozent von rückläufiger Nachfrage – ein klarer Anstieg gegenüber 32,5 Prozent im Vormonat.

Erwartungen sinken deutlich

Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate verschlechtern sich ebenfalls. Der Wert sinkt von 97,4 auf 91,7 Punkte. Nur noch 15,8 Prozent der Reisebüros rechnen mit wachsender Nachfrage – im Dezember waren es 23,8 Prozent.

57,5 Prozent erwarten eine stabile Entwicklung (Vormonat: 54,6 %), während der Anteil der Pessimisten von 21,6 auf 26,7 Prozent steigt.

Ertragserwartung kippt

Auch die Gewinnerwartungen entwickeln sich negativ. Nur noch 15,8 Prozent der Reisebüros gehen von steigenden Erträgen in den kommenden sechs Monaten aus – ein deutlicher Rückgang gegenüber Dezember (24,3 %).

Der Anteil mit stabiler Erwartung sinkt leicht auf 48,8 Prozent (Dezember: 50,2 %). Zugleich steigt der Anteil derjenigen, die mit rückläufigen Einnahmen rechnen, von 25,5 um beinahe zehn auf 35,4 Prozent.

Abstand zum Vorjahr deutlich

Im Januar 2025 lag der touristische Klimaindex noch bei 107,4 Punkten, die Lageeinschätzung bei 113,7 und der Erwartungswert bei 101,7 – also ein Rückgang um jeweils rund 13 und exakt 17 sowie zehn Punkte.

Die Erhebung wurde von der Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner durchgeführt. An der Befragung nahmen 240 Reisebüros teil, die sowohl den stationären als auch den Online-Vertrieb von Urlaubsreisen abdecken. Der Großteil stammt aus dem mittelständischen Leisure-Segment.