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Reisetrends
24.06.26, 12:01 Uhr

Türkei holt wieder auf – so wird der TUI-Sommer 2026

Frühbucher und Kurzentschlossene prägen den Reisesommer 2026 gleichermaßen. TUI beobachtet eine stabile Nachfrage nach Pauschalreisen und sieht vor allem die Türkei und Ägypten als Gewinner im Last-Minute-Geschäft. Besonders gefragt bleiben All-inclusive-Angebote und Familienhotels.

Die Türkei erobert bei TUI die Spitzenposition im Sommergeschäft zurück. Antalya führt das Zielgebietsranking vor Mallorca und den griechischen Inseln. Foto: TUI
TUI beobachtet im Sommer 2026 eine stabile Nachfrage nach Pauschalreisen bei gleichzeitig deutlich veränderten Buchungsmustern. Frühbuchungen und kurzfristige Entscheidungen rücken enger zusammen. „Noch nie lagen langfristige Planung und spontane Reiseentscheidungen so nah beieinander wie in diesem Sommer“, sagt TUI-Deutschland-Chef Benjamin Jacobi.

Der Sommer sei insgesamt abgesichert: Flüge verlaufen planmäßig, die touristische Infrastruktur in den wichtigsten Zielgebieten ist auf hohe Auslastung vorbereitet, versichert Europas größter Reisekonzern.
  • Im Zielgebiets-Ranking hat die Türkei bei TUI bald wieder die Nase vorn. „Die Türkei ist im Sprint zurück auf die Pole Position. Antalya führt wieder die Sommerhitliste an“, berichtet Jacobi. Hochwertige Hotels und All-inclusive überzeugen aktuell viele Urlauber.
  • Mallorca folgt auf Rang zwei, dahinter liegen Kreta, Rhodos und Kos.
  • Spanien bleibt insgesamt stärkster Markt, wobei insbesondere Andalusien mit überdurchschnittlichem Wachstum auffällt – Jerez verzeichnet derzeit die höchsten Zuwächse.

Comeback-Ziele im Last-Minute-Geschäft

Ägypten und die Türkei entwickeln sich im weiteren Saisonverlauf insgesamt zu klaren Gewinnern im Kurzfristgeschäft. Nach einer zwischenzeitlichen Nachfragedelle ziehen die Buchungen wieder spürbar an. Gute Verfügbarkeiten und attraktive Preise stärken die Wettbewerbsposition beider Destinationen.

Für Last-Minute-Buchungen gilt vor allem Flexibilität als entscheidender Faktor. Wer bei Reiseziel, Abflughafen oder Termin variabel bleibt, könne aktuell Preisvorteile von bis zu 40 Prozent nutzen. Besonders gute Chancen bestünden derzeit in Antalya, Dalaman, Bulgarien, auf Kreta, in Hurghada sowie auf Mallorca, Ibiza und Teneriffa.

Engpässe zeigen sich dagegen bereits in Málaga, Jerez, auf Lanzarote, Rhodos und in Agadir. Auch klassische Hochpreisinseln wie Santorin, Mykonos oder Djerba nähern sich der Vollauslastung.

Ausbau im Budget- und Premiumsegment

Parallel erweitert TUI gezielt sein Produktportfolio. Im volumenstarken Drei-Sterne-Plus-Segment wird das Angebot der Marke TUI Suneo ausgebaut, um preisbewusste Gäste mit klar definiertem Qualitätsanspruch anzusprechen.

Auch im Familiensegment setzt der Konzern Akzente. Neue TUI Kids Clubs in Deutschland – Lüneburger Heide und Mosel – sowie am Gardasee ergänzen das Portfolio. Zusätzlich startet mit „Splashworld“ ein neues Konzept mit aktuell 25 Hotels, die gezielt auf Wasserpark-Angebote setzen. „Hotels mit Wasserparks gewinnen bei der Urlaubsentscheidung von Familien deutlich an Bedeutung“, beobachtet TUI-Produktchef Steffen Boehnke.


Mit dem The Mora Singapore startet TUI 2026 seine Lifestyle-Luxusmarke in Asien

Im Premiumbereich wächst die junge Marke The Mora weiter. Mit dem „The Mora Singapore“ eröffnet 2026 das erste Haus in Asien und unterstreicht die strategische Ausrichtung auf erlebnisorientierten Luxus.

Fernreisegeschäft stabil, Asien gewinnt

Auf der Langstrecke behaupten die USA ihre Spitzenposition im TUI-Portfolio. Attraktive Preise, ein günstiger Dollar-Kurs und gute Verfügbarkeiten – auch bei Campern – sorgen für anhaltende Nachfrage.

Auf der Fernstrecke nach Osten liegt Thailand vorn. Dynamisch entwickeln sich zudem Ziele wie Mauritius, Kanada, Vietnam, Mexiko und Costa Rica. Viele dieser Destinationen profitierten vom Trend zu naturorientierten und erlebnisbasierten Reisen.

Individualisierung prägt Nachfrage

Rund 80 Prozent der Gäste entscheiden sich weiterhin für Ziele in Europa, insbesondere im Mittelmeerraum sowie auf den Kanaren und Kapverden. Gleichzeitig differenziert sich die Nachfrage stärker aus.

Adults-only-Angebote gewinnen an Bedeutung, ebenso wie Soloreisen mit strukturierten Gemeinschaftserlebnissen. Ergänzend steigt das Interesse an modularen Urlaubskonzepten. Multi-Day-Tours, also mehrtägige Erlebnisbausteine innerhalb klassischer Badeurlaube, sollen zusätzliche Wertschöpfung generieren – etwa durch Safaris, Naturprogramme oder lokale Entdeckungstouren.

Saison verlängert sich in den Herbst

Die Nachfrage verlagere sich zunehmend in die Nebensaison. Besonders der Herbst entwickele sich zu einer stabilen Verlängerung des Sommergeschäfts. Mildes Klima, geringere Auslastung und attraktive Preise spreche vor allem Paare und Best Ager an.

Ein Beispiel ist Kreta: Hier reagiert TUI mit zusätzlichen Flugkapazitäten nach Heraklion im November auf die anhaltend hohe Nachfrage.

Strategischer Fokus auf Ganzjahresziele

Mit Blick auf die kommenden Jahre investiert TUI verstärkt in Ganzjahresdestinationen. Neue Projekte entstehen unter anderem auf Boa Vista, Sansibar, Curaçao, in Vietnam und Japan. Auf Curaçao erweitert ein neues TUI Blue Hotel das Angebot, zusätzlich gestützt durch erhöhte Aufmerksamkeit im Zuge internationaler Großereignisse.

Ein zentrales Projekt bleibt der geplante Robinson Club auf Boa Vista, dessen Eröffnung für 2027 vorgesehen ist.

„Der Urlaubssommer ist sicher und in vielen Zielgebieten bestehen weiterhin gute Buchungschancen“, fasst Jacobi die Marktlage zusammen. Wer sich jetzt entscheide, könne sich in „zahlreichen Regionen noch attraktive Angebote sichern – vor allem dann, wenn bei Reiseziel oder Termin etwas Flexibilität besteht.“

Blick voraus

Kürzlich hatten die Hannoveraner auch die Weichen für das kommende gestellt und frühzeitig den Startschuss für den Reisesommer 2027 gegeben. Die zentralen Rahmenbedingungen für den Vertrieb sind hierbei ebenfalls gesetzt: Das 2025 eingeführte Provisionsmodell wird unverändert fortgesetzt.

Felix Hormel