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Vereinigung Cockpit
12.04.26, 08:00 Uhr

Pilotengewerkschaft ruft zu zweitägigem Lufthansa-Streik auf

Nach dem Streik des Kabinenpersonals folgt der nächste Ausstand: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ruft für Montag und Dienstag zum Arbeitskampf auf. Betroffen sind Lufthansa, Eurowings, Lufthansa Cargo und Cityline. Reisende müssen sich an vielen Flughäfen auf Ausfälle einstellen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ruft zum zweitägigen Streik auf und legt große Teile des Lufthansa-Verkehrs lahm. Foto: iStock/franckreporter
Nach dem Ausstand des Kabinenpersonals am Freitag ruft nun auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) für Montag und Dienstag, 13. und 14. April, zum Streik auf.

Pilotenstreik an zwei Tagen

Der Ausstand betrifft Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Cityline und die Lufthansa-Tochter Eurowings. Der Streik beginnt am Montag um 00:01 Uhr und endet am Dienstag um 23:59 Uhr. Bei Eurowings sind am Montag alle Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen.

Bestimmte Flüge bleiben ausgenommen. Dazu zählen Verbindungen von Lufthansa und Lufthansa Cityline aus Deutschland nach Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Grund ist die aktuelle Lage im Nahen Osten.

Viele Flughäfen betroffen

An zahlreichen deutschen Flughäfen ist mit Flugausfällen zu rechnen. Betroffen sind unter anderem Hamburg, Frankfurt und München mit vielen gestrichenen Verbindungen an beiden Tagen. Auch Düsseldorf, Köln/Bonn und Berlin Brandenburg erwarten erhebliche Einschränkungen.

Bei Eurowings fallen unter anderem Flüge nach Barcelona, Budapest, London, Mailand und Venedig aus.

Tarifkonflikt ohne Einigung

Die VC sieht sich nach eigenen Angaben zu dem Streik gezwungen, weil die Arbeitgeber in mehreren Tarifkonflikten „keinen erkennbaren Willen zu einer Lösung“ gezeigt hätten, wie VC-Chef Andreas Pinheiro sagt. Trotz eines bewussten Verzichts auf Streiks über die Osterfeiertage, so Pinheiro, seien „ernstzunehmende Angebote“ ausgeblieben. Es habe weder Reaktionen noch erkennbare Gesprächsbereitschaft gegeben.

Im Zentrum des Konflikts stehen mehrere Punkte. Bei Lufthansa und Lufthansa Cargo fehlt ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung. Bei Lufthansa Cityline gebe es keinen tragfähigen Vergütungstarifvertrag. Bei Eurowings bewertet die VC das vorgelegte Angebot zur Altersversorgung als so niedrig, „dass es diesen Namen kaum verdient“.

Streik als „letztes Mittel“

Gleichzeitig erklärt die Gewerkschaft ihre Verhandlungsbereitschaft. Die Arbeitgeber hätten „jederzeit die Möglichkeit, den Streik abzuwenden, indem sie verhandlungsfähige Angebote vorlegen“, so Pinheiro.

Ein Streik sei „immer das letzte Mittel“, um Bewegung in festgefahrene Verhandlungen zu bringen. Man hätte darauf gerne verzichtet, auch wegen der Belastungen für Passagiere und Bodenpersonal. Die Verantwortung liege jedoch bei der Arbeitgeberseite, so Pinheiro.

Bereits im März 2026 hatte die VC Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline für zwei Tage zum Streik aufgerufen. In der Folge hatte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) angeregt, das bestehende Streikrecht hierzulande inhaltlich zu überdenken.

Unmittelbar nach Ufo-Streik

Dem Pilotenstreik geht ein Streik des Kabinenpersonals unmittelbar voraus. Die Gewerkschaft Ufo hatte ihre Mitglieder bei Lufthansa und Lufthansa Cityline am Freitag, 10. April, zum Ausstand aufgerufen. Dieser fiel damit auf einen besonders verkehrsreichen Rückreisetag im Rahmen der Osterferien.

Lufthansa hatte genau das scharf kritisiert. Personalvorstand Michael Niggemann sprach von einer Eskalation, die „unsere Fluggäste inmitten des Rückreiseverkehrs zum Ende der Osterferien besonders hart“ treffe und bezeichnet das Vorgehen als „verantwortungslos“. Der Konzern verweist darauf, konkrete und transparente Vorschläge zum gekündigten Manteltarifvertrag vorgelegt zu haben. Die Gewerkschaft habe sich bislang nicht auf ernsthafte Verhandlungen eingelassen und stattdessen „schnell eskaliert“.

Für den Streik hatte die Airline-Gruppe einen Sonderflugplan aufgesetzt und betroffene Kunden automatisch informiert.