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Krieg in Nahost
06.03.26, 16:30 Uhr

Golfregion bleibt Krisenzone für Tourismus und Luftverkehr

Die Nahosteskalation trifft den Tourismus am Persischen Golf hart. Veranstalter stoppen Reisen, Airlines umgehen gesperrte Lufträume und Behörden koordinieren Rückholflüge für gestrandete Urlauber. Die weitere Entwicklung hängt stark von der militärischen Lage ab.

Der touristische Betrieb am Persischen Golf ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Foto: iStock/filo
Die Lage am Persischen Golf bleibt für Urlauber, Reiseveranstalter und die Zivilluftfahrt angespannt. Rückholaktionen laufen, der DRV arbeitet dazu eng mit der Bundesregierung. Eine Normalisierung des touristischen Betriebs ist auf absehbare Zeit ausgeschlossen. Im Vordergrund stehen Evakuierung, Krisenmanagement und Schutz der Gäste vor Ort.

Pauschalurlauber vor Ort

Nach der Eskalation der Kampfhandlungen rund um die Angriffe auf iranische Ziele und die wahllosen Gegenschläge Irans im gesamten Nahen Osten sitzen tausende, darunter zahlreiche deutsche, Urlauber in den Golfstaaten fest. Betroffen sind insbesondere die Emirate, Katar, Oman, Bahrain und Kuwait sowie Kreuzfahrtgäste, deren Schiffe vorläufig in Häfen wie Abu Dhabi oder Doha verbleiben müssen.

Priorität bei der organisierten Rückführung haben besonders schutzbedürftige Personen wie Familien mit Kindern, Kranke und Schwangere, für die Sonderflüge nach Deutschland und andere EU-Staaten organisiert werden.

Anstrengungen der Veranstalter und Leistungsträger

Reiseveranstalter haben Reisen in die Golfregion gestoppt und gebuchte Pauschalreisen mit Anreise in den ersten Märztagen kostenlos storniert oder auf spätere Termine umgebucht. 

Verbände und Verbraucherschützer raten Reisenden mit unmittelbar bevorstehenden Abreisen in die Golfstaaten, umgehend Kontakt mit dem jeweiligen Veranstalter aufzunehmen, da sich Einreisebestimmungen, Flugpläne und Sicherheitslagen in der Region von Tag zu Tag ändern.

Situation im Luftraum

Die Europäische Flugsicherheitsagentur EASA stuft den Luftraum über Teilen des Nahen Ostens und der Golfregion weiterhin als Hochrisiko-Gebiet ein. Empfohlen wird, bestimmte Lufträume in allen Höhen zu meiden, da der Einsatz von Luftabwehrsystemen, Marschflugkörpern und Raketen das Risiko einer Fehlidentifikation ziviler Flugzeuge deutlich erhöht.

Viele Routen zwischen Europa und Asien werden derzeit großräumig umgeleitet, was Flugzeiten verlängert und Umläufe destabilisiert. Lufträume über Iran, Irak und Teilen der unmittelbaren Golfregion sind de facto geschlossen; genutzt werden vor allem Korridore über Saudi-Arabien und Oman, während aus den Emiraten vor allem Evakuierungs- und Sonderflüge starten.

Taktgeber der weiteren Entwicklung

Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der militärischen Dynamik im Konflikt mit Iran und möglichen Deeskalationsschritten der beteiligten Staaten ab.

Operativ bestimmen drei Faktoren das Tempo: die Freigabe sicherer Lufträume, die Verfügbarkeit von Fluggerät und Slots für Rückholflüge sowie die Koordination zwischen Auswärtigem Amt, Airlines, Veranstaltern und lokalen Behörden. Mittelfristig verbleibt der Fokus in der Branche auf Umbuchungen und Ersatzangeboten für Sommer und Herbst.