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Geschäftszahlen 2025
06.03.26, 10:49 Uhr

Lufthansa fliegt im Jubiläumsjahr auf Rekordkurs

Die Lufthansa Group wächst weiter: 39,6 Milliarden Euro Umsatz und 135 Millionen Passagiere meldet der Konzern für das Geschäftsjahr 2025. Damit wird das Jubiläumsjahr zum wirtschaftlich erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des Kranich-Konzerns.

Lufthansa-CEO Carsten Spohr sieht den Konzern nach dem Rekordumsatz 2025 auf Kurs und setzt auf Flottenmodernisierung, Internationalisierung und Effizienzsteigerungen. Foto: Lufthansa
Die Lufthansa Group hat im Geschäftsjahr 2025 den Umsatz auf 39,6 Milliarden Euro gesteigert. Damit blickt der Kranich-Konzern zu seinem 100. Jubiläum auf das umsatzstärkste Jahr in der Unternehmensgeschichte zurück. Der operative Gewinn (Adjusted EBIT) stieg auf zwei Milliarden Euro und lag damit rund 20 Prozent über dem Vorjahreswert.

Rekordumsatz und höherer operativer Gewinn

Der Umsatz wuchs im Vergleich zu 2024 um fünf Prozent auf 39,6 Milliarden Euro. Der operative Gewinn erhöhte sich auf zwei Milliarden nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Die operative Marge verbesserte sich auf knapp unter fünf Prozent. Das Konzernergebnis lag mit 1,3 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 1,4 Milliarden Euro, was nach Angaben der Airline vor allem auf steuerliche Effekte aus der Neubewertung von Verlustvorträgen zurückzuführen ist.

Die Passagier-Airlines erhöhten ihre Kapazitäten um vier Prozent, bei unverändert hoher Auslastung der Maschinen. Gleichzeitig gingen die Aufwendungen für Flugunregelmäßigkeiten um 362 Millionen Euro zurück. Die Nachfrage nach Zusatzleistungen blieb hoch und habe insbesondere beim Premiumprodukt Allegris für zusätzliche Erlöse gesorgt. Niedrigere Kerosinpreise und ein schwächerer US-Dollar entlasteten die Kosten um rund 500 Millionen Euro.

„Vor genau 100 Jahren wurde die erste Lufthansa gegründet. Die Werte von damals – Qualität, Zuverlässigkeit und Vernetzung – machen uns auch heute erfolgreich“, kommentiert Lufthansa-CEO Carsten Spohr das Ergebnis.

Passagierzahlen und Auslastung

Die Airlines der Gruppe beförderten 2025 insgesamt 135 Millionen Passagiere, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Sitzladefaktor erreichte mit 83,2 Prozent (Vorjahr: 83,1 %) erneut ein Rekordlevel. Der Umsatz der Passagier-Airlines stieg auf rund 30 Milliarden Euro, der operative Gewinn lag bei 1,1 Milliarden Euro und damit vier Prozent über dem Vorjahr. Der italienische National-Carrier ITA Airways trug mit 90 Millionen Euro zum Ergebnis bei.

Das Geschäft habe sich insgesamt in einem wirtschaftlich schwierigen Kontext entwickelt. Geopolitische Spannungen, eine temporäre Nachfrageschwäche im dritten Quartal sowie Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Flugzeuge hätten den Markt für Lufthansa belastet. Währungsbereinigt sind die Durchschnittserlöse 2025 um 1,3 Prozent zurückgegangen.

Demgegenüber stiegen die Erlöse aus Zusatzleistungen um 15 Prozent. Die Stückerlöse – Ertrag pro angebotenem Sitz und geflogenem Kilometer – lagen währungsbereinigt auf Vorjahresniveau. Die Stückkosten hingegen erhöhten sich aufgrund von Inflation sowie steigender Gebühren, Material- und Personalkosten um 1,9 Prozent.

Fortschritte bei Lufthansa Airlines

Die Kernmarke Lufthansa Airlines verbesserte ihr Jahresergebnis gegenüber dem Vorjahr um rund 250 Millionen Euro und erreichte wieder eine positive Adjusted-EBIT-Marge von 0,9 Prozent. Das Transformationsprogramm „Turnaround“ zeige demnach erste Effekte.

Das Programm soll auch in den kommenden Jahren zur Ergebnissteigerung beitragen. Für 2026 erwartet der Konzern einen Bruttoergebniseffekt von rund 1,5 Milliarden Euro, der bis 2028 auf etwa 2,5 Milliarden Euro steigen soll. Zu den wichtigsten Maßnahmen des Programms zählen die Modernisierung der Flotte mit Flugzeugen wie der Boeing 787, der Ausbau von Lufthansa City Airlines und Discover Airlines sowie rund 700 weitere Einzelmaßnahmen.

Cashflow steigt, Dividende soll erhöht werden

Der operative Cashflow der Lufthansa Group lag 2025 bei vier Milliarden Euro nach 3,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Aufgrund geringerer Nettoinvestitionen – unter anderem wegen verspäteter Flugzeugauslieferungen – erreichte der Adjusted Free Cashflow 1,2 Milliarden Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 840 Millionen Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 12. Mai 2026 eine Dividende von 0,33 Euro je Aktie vor. Das entspricht einer Steigerung um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr und einer Ausschüttungsquote von 30 Prozent des Konzerngewinns.

Ausblick wegen geopolitischer Risiken

Für das laufende Jahr erwartet die Lufthansa Group erneut steigende Umsätze und ein deutlich höheres Ergebnis. Die Kapazitäten der Passagier-Airlines sollen um rund vier Prozent wachsen. Gleichzeitig schreitet die Flottenerneuerung weiter voran.

Die Nahostkrise beweise erneut, „wie exponiert der Luftverkehr ist und wie groß die Verwundbarkeit bleibt, selbst wenn die Industrie heute widerstandsfähiger gegenüber Krisen ist als früher“, so Carsten Spohr.

Die Nachfrage nach Langstreckenflügen sei zuletzt gestiegen, insbesondere auf Strecken von und nach Asien und Afrika. Daher prüft der Konzern zusätzliche Frequenzen unter anderem nach Singapur, Indien, China und Südafrika.

Bis Ende 2026 soll etwa 30 Prozent der Flotte aus Flugzeugen der neuesten Generation bestehen. Das Wachstum der Passagier-Airlines konzentriert sich vor allem auf Langstreckenverbindungen, während das Angebot auf der Kurzstrecke weitgehend stabil bleiben soll.