RTK-Dialogtage22.11.25, 17:00 Uhr
„Die Zukunft ist bei uns schon Gegenwart“
Rund 450 Teilnehmende, ein breites Programm aus Kongress, Workshops, Masterclasses und einem lebendigen Connection Market: Die rtk-Dialogtage 2025 in der Makadi Bay, Ägypten, zeigen, wie selbstbewusst, datenbasiert und vernetzt sich der stationäre Reisevertrieb präsentiert.

Von Links: Denis Conrads, Alexandra Gärtner, Thomas Bösl und Hauke Moll. Foto: TRVL COUNTER
Schon zum Auftakt der Tagung macht QTA-Sprecher Thomas Bösl bei einem Pressegespräch deutlich, wie sehr die Branche von einem aktuellen Gerichtsurteil profitiert. Das Amtsgericht Nordhorn hat die Klage ehemaliger FTI-Kunden gegen ein Reisebüro abgewiesen – eine Entscheidung, die Signalwirkung hat. Die Kläger wollten Reisebüros verpflichten, Kunden über finanzielle Schwierigkeiten bei Veranstaltern wie FTI zu informieren (siehe Bericht hier).
Das Gericht sah das anders: Reisebüros seien weder verpflichtet noch in der Lage, die Bonität eines großen Konzerns einzuschätzen. Spekulationen, Medienberichte oder Marktstimmungen stellten keine Grundlage für eine Warnpflicht dar.
Für Bösl ist das ein juristischer Befreiungsschlag: „Das Urteil ist sehr positiv. Ein Reisebüro kann eine mögliche Insolvenz weder erkennen noch bewerten. Es wäre ein fatales Zeichen gewesen, hier eine Informationspflicht festzuschreiben.“ Auch wenn weitere Verfahren laufen, ist erstmals bestätigt, was Bösl als Grundprinzip sieht: Beratung ja – Glaskugel nein.
Umfangreiches Programm
Parallel dazu zeigen die rtk-Dialogtage, wie viel Kraft, Professionalität und Modernisierung im Reisebürovertrieb steckt. Hauke Moll, Geschäftsführer der RTK, begrüßte die Teilnehmenden mit einem klaren Appell: „Diese Tage leben vom Miteinander, vom offenen Dialog, vom Teilen von Wissen und der Lust, gemeinsam nach vorn zu denken.“ Genau das prägt die Tagung – Inspiration, Strategie und Gemeinschaft wirken zusammen und formen ein echtes Zukunftsforum des Reisevertriebs.
Im Zentrum steht ein Programm, das die Bandbreite der aktuellen Herausforderungen abbildet: Markttrends, KI, Kundengewinnung, Spezialisierung, neue Geschäftsmodelle im mobilen Vertrieb und politische Rahmenbedingungen.
Auf dem begleitenden Connection Market als Reisemesse präsentieren sich 65 Aussteller, darunter DERTOUR, alltours, AIDA Cruises, TUI Deutschland, HanseMerkur, Hurtigruten, Falk Travel, Hapag-Lloyd Cruises, TUI Cruises, Bentour, Studiosus, MSC Cruises und Allianz Partners – ein deutliches Zeichen der Branchenbreite und Partnerschaftstiefe.
Thema KI im Vordergrund
Besonders sichtbar ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, mit der RTK längst produktiv arbeitet. Moll verweist auf „Toni“, den automatisierten Angebotsversand, den Chatbot von „Mein Reisebüro 24“ und das Social-Media-Tool Viral Spoon. Denis Conrads, Bereichsleiter Marketing & Einkauf, liefert beeindruckende Zahlen: „Im letzten Jahr haben wir pro Reisebüro rund 600 Magic Mails verschickt – mit über 60 Prozent Öffnungsrate und mehr als acht Prozent Buchungsquote.“
Bis heute sind bereits 275.000 Mails im laufenden Jahr generiert – ein weiterer Beleg dafür, dass KI im stationären Vertrieb nicht Zukunft, sondern Gegenwart ist. Bösl bündelt es: „Nutzen Sie KI, aber bleiben Sie authentisch. Zusammen mit KI sind wir unschlagbar!“
Verbandstreffen und Diskussion
Parallel dazu diskutieren Branchenvertreterinnen und -vertreter die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die 2026 prägen werden. In der Verbänderunde, an der unter anderem der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), der ASR, der VIR und der DRV teilnehmen, wird deutlich, wie stark makroökonomische Faktoren den Vertrieb beeinflussen. Sven Liebert, Generalsekretär des BTW, fasst die Lage nüchtern zusammen: „Ich glaube, es wird ein herausforderndes Jahr. Der Urlaub ist ein Produkt, das man sich nicht nehmen lässt – daran sollten wir festhalten.“
Gleichzeitig verweist er auf die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden eher schwieriger. Nach dem aktuellen Jahresgutachten des Sachverständigenrat („Wirtschaftsweisen“) wird das reale Wirtschaftswachstum Deutschlands für 2026 auf 0,9 % prognostiziert. Im Vergleich dazu erwartet die Europäische Kommission ein durchschnittliches Wachstum von etwa 1,4 % im selben Jahr. Deutschland bleibt damit deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Die Deutschen haben einfach weniger Kohle im Portemonnaie.“
Bösl und Cash-Back
Die Aussage passt zur Stimmung im Saal: Optimismus im Kernprodukt, aber klare Wachsamkeit bei Kaufkraft, Preisentwicklung und Wettbewerb. Genau deshalb betonen Bösl und Moll mehrfach die Bedeutung von Zusatzverkäufen, Spezialisierung, digitaler Effizienz und einer professionellen Positionierung des stationären Vertriebs. Bösl wird deutlich: „Unser Sektor hat ein strukturelles Problem mit Cash-Back- und Gutscheinmodellen. Wir treten unter ungleichen Wettbewerbsbedingungen an.“ Zugleich ermutigt er die Reisebüros, zusätzliche Umsatzpotenziale zu erschließen, insbesondere durch Zusatzleistungen und eine stärkere Spezialisierung.
Nachfolgeregelung für Reisebüros
Sehr persönlich wird es beim Thema Nachfolge und Geschäftsübergabe, das in vielen Reisebüros an Dringlichkeit gewinnt. Alexandra Gärtner, Bereichsleiterin bei RTK, beschreibt die emotionale Dimension: „Hinter jedem Reisebüro steht ein Lebenswerk – mit viel Herzblut, Leidenschaft und Geschichte. Viele Inhaber haben keine familiäre Nachfolge. Unsere Aufgabe ist es, sie individuell zu begleiten.“
RTK bietet hierfür ein breites Set an Lösungen: den Verkauf an die Unternehmensgruppe, die mobile Schiene „Mein Prima Urlaub“ für Inhaber, die ohne Ladenlokal weitermachen möchten, sowie die Initiative Perfect Match, die RTK gemeinsam mit TVG und Reiseland betreibt. „Perfect Match zeigt, dass wir Verantwortung für die Zukunft der Reisebüros übernehmen, für Kontinuität im stationären Vertrieb und für die Menschen, die diese Branche tragen“, so Gärtner. Bösl fasst es augenzwinkernd zusammen: „Ein bisschen wie Parship – aber für Reisebüros.“
Inhaltliche Impulse kommen zudem von Expertinnen und Experten wie Digitalisierungsberater Alexander Mirschel (hier zum Interview), Dr. Stefan Mang von der Universität Passau sowie Anne Rubel aus Köln, die über Erwartungen und Perspektiven der jüngeren Generation sprechen. Die Branchenatmosphäre reicht dabei von analytischem Tiefgang bis zu lockerer Unterhaltung – etwa im Talk zwischen Norbert Fiebig und Moderator Marek Erhardt.
Gastgeberland Ägypten
Prägend ist zudem die enorme Vernetzung in Ägypten: Die Dialogtage machen Station im Xanadu Makadi Bay, Rixos Makadi Bay und bei Orascom in El Gouna. Hauptsponsor ist Coral Travel; unterstützt wird die Veranstaltung vom ägyptischen Tourismusministerium und Condor. Ein besonderer Moment ist der Besuch des ägyptischen Tourismusministers Sherif Fathi Attia (Interview hier), der die Rolle des deutschen Vertriebs für Ägypten hervorhebt. „Dass der Minister an einem Freitag hierherkommt, ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Bösl. „Das zeigt, wie eng und vertrauensvoll unsere Zusammenarbeit seit über 20 Jahren ist.“
Natürlich gehört auch die emotionale Seite dazu: Strand-Get-Together, Deluxe Night im Hollywood-Stil, Bronx Party im Retro-90er-Look, Abschlussfeier im Xanadu Showcenter –begleitet von den „New City Beats“, die bereits im Vorjahr für ausgelassene Stimmung gesorgt haben.
Zum Abschluss formuliert Bösl, was die Dialogtage aus seiner Sicht ausmacht: „Wir denken in Lösungen, nicht in Problemen. Wir bringen die Branche zusammen, um gemeinsam Verantwortung zu übernehmen – für den stationären Vertrieb, für Digitalisierung mit Augenmaß und für ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Geschäftsmodell. Andere Organisationen sprechen von der Zukunft – bei der RTK ist die Zukunft schon Gegenwart.“
Das Gericht sah das anders: Reisebüros seien weder verpflichtet noch in der Lage, die Bonität eines großen Konzerns einzuschätzen. Spekulationen, Medienberichte oder Marktstimmungen stellten keine Grundlage für eine Warnpflicht dar.
Für Bösl ist das ein juristischer Befreiungsschlag: „Das Urteil ist sehr positiv. Ein Reisebüro kann eine mögliche Insolvenz weder erkennen noch bewerten. Es wäre ein fatales Zeichen gewesen, hier eine Informationspflicht festzuschreiben.“ Auch wenn weitere Verfahren laufen, ist erstmals bestätigt, was Bösl als Grundprinzip sieht: Beratung ja – Glaskugel nein.
Umfangreiches Programm
Parallel dazu zeigen die rtk-Dialogtage, wie viel Kraft, Professionalität und Modernisierung im Reisebürovertrieb steckt. Hauke Moll, Geschäftsführer der RTK, begrüßte die Teilnehmenden mit einem klaren Appell: „Diese Tage leben vom Miteinander, vom offenen Dialog, vom Teilen von Wissen und der Lust, gemeinsam nach vorn zu denken.“ Genau das prägt die Tagung – Inspiration, Strategie und Gemeinschaft wirken zusammen und formen ein echtes Zukunftsforum des Reisevertriebs.
Im Zentrum steht ein Programm, das die Bandbreite der aktuellen Herausforderungen abbildet: Markttrends, KI, Kundengewinnung, Spezialisierung, neue Geschäftsmodelle im mobilen Vertrieb und politische Rahmenbedingungen.
Auf dem begleitenden Connection Market als Reisemesse präsentieren sich 65 Aussteller, darunter DERTOUR, alltours, AIDA Cruises, TUI Deutschland, HanseMerkur, Hurtigruten, Falk Travel, Hapag-Lloyd Cruises, TUI Cruises, Bentour, Studiosus, MSC Cruises und Allianz Partners – ein deutliches Zeichen der Branchenbreite und Partnerschaftstiefe.
Thema KI im Vordergrund
Besonders sichtbar ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, mit der RTK längst produktiv arbeitet. Moll verweist auf „Toni“, den automatisierten Angebotsversand, den Chatbot von „Mein Reisebüro 24“ und das Social-Media-Tool Viral Spoon. Denis Conrads, Bereichsleiter Marketing & Einkauf, liefert beeindruckende Zahlen: „Im letzten Jahr haben wir pro Reisebüro rund 600 Magic Mails verschickt – mit über 60 Prozent Öffnungsrate und mehr als acht Prozent Buchungsquote.“
Bis heute sind bereits 275.000 Mails im laufenden Jahr generiert – ein weiterer Beleg dafür, dass KI im stationären Vertrieb nicht Zukunft, sondern Gegenwart ist. Bösl bündelt es: „Nutzen Sie KI, aber bleiben Sie authentisch. Zusammen mit KI sind wir unschlagbar!“
Verbandstreffen und Diskussion
Parallel dazu diskutieren Branchenvertreterinnen und -vertreter die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die 2026 prägen werden. In der Verbänderunde, an der unter anderem der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), der ASR, der VIR und der DRV teilnehmen, wird deutlich, wie stark makroökonomische Faktoren den Vertrieb beeinflussen. Sven Liebert, Generalsekretär des BTW, fasst die Lage nüchtern zusammen: „Ich glaube, es wird ein herausforderndes Jahr. Der Urlaub ist ein Produkt, das man sich nicht nehmen lässt – daran sollten wir festhalten.“
Gleichzeitig verweist er auf die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden eher schwieriger. Nach dem aktuellen Jahresgutachten des Sachverständigenrat („Wirtschaftsweisen“) wird das reale Wirtschaftswachstum Deutschlands für 2026 auf 0,9 % prognostiziert. Im Vergleich dazu erwartet die Europäische Kommission ein durchschnittliches Wachstum von etwa 1,4 % im selben Jahr. Deutschland bleibt damit deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Die Deutschen haben einfach weniger Kohle im Portemonnaie.“
Bösl und Cash-Back
Die Aussage passt zur Stimmung im Saal: Optimismus im Kernprodukt, aber klare Wachsamkeit bei Kaufkraft, Preisentwicklung und Wettbewerb. Genau deshalb betonen Bösl und Moll mehrfach die Bedeutung von Zusatzverkäufen, Spezialisierung, digitaler Effizienz und einer professionellen Positionierung des stationären Vertriebs. Bösl wird deutlich: „Unser Sektor hat ein strukturelles Problem mit Cash-Back- und Gutscheinmodellen. Wir treten unter ungleichen Wettbewerbsbedingungen an.“ Zugleich ermutigt er die Reisebüros, zusätzliche Umsatzpotenziale zu erschließen, insbesondere durch Zusatzleistungen und eine stärkere Spezialisierung.
Nachfolgeregelung für Reisebüros
Sehr persönlich wird es beim Thema Nachfolge und Geschäftsübergabe, das in vielen Reisebüros an Dringlichkeit gewinnt. Alexandra Gärtner, Bereichsleiterin bei RTK, beschreibt die emotionale Dimension: „Hinter jedem Reisebüro steht ein Lebenswerk – mit viel Herzblut, Leidenschaft und Geschichte. Viele Inhaber haben keine familiäre Nachfolge. Unsere Aufgabe ist es, sie individuell zu begleiten.“
RTK bietet hierfür ein breites Set an Lösungen: den Verkauf an die Unternehmensgruppe, die mobile Schiene „Mein Prima Urlaub“ für Inhaber, die ohne Ladenlokal weitermachen möchten, sowie die Initiative Perfect Match, die RTK gemeinsam mit TVG und Reiseland betreibt. „Perfect Match zeigt, dass wir Verantwortung für die Zukunft der Reisebüros übernehmen, für Kontinuität im stationären Vertrieb und für die Menschen, die diese Branche tragen“, so Gärtner. Bösl fasst es augenzwinkernd zusammen: „Ein bisschen wie Parship – aber für Reisebüros.“
Inhaltliche Impulse kommen zudem von Expertinnen und Experten wie Digitalisierungsberater Alexander Mirschel (hier zum Interview), Dr. Stefan Mang von der Universität Passau sowie Anne Rubel aus Köln, die über Erwartungen und Perspektiven der jüngeren Generation sprechen. Die Branchenatmosphäre reicht dabei von analytischem Tiefgang bis zu lockerer Unterhaltung – etwa im Talk zwischen Norbert Fiebig und Moderator Marek Erhardt.
Gastgeberland Ägypten
Prägend ist zudem die enorme Vernetzung in Ägypten: Die Dialogtage machen Station im Xanadu Makadi Bay, Rixos Makadi Bay und bei Orascom in El Gouna. Hauptsponsor ist Coral Travel; unterstützt wird die Veranstaltung vom ägyptischen Tourismusministerium und Condor. Ein besonderer Moment ist der Besuch des ägyptischen Tourismusministers Sherif Fathi Attia (Interview hier), der die Rolle des deutschen Vertriebs für Ägypten hervorhebt. „Dass der Minister an einem Freitag hierherkommt, ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Bösl. „Das zeigt, wie eng und vertrauensvoll unsere Zusammenarbeit seit über 20 Jahren ist.“
Natürlich gehört auch die emotionale Seite dazu: Strand-Get-Together, Deluxe Night im Hollywood-Stil, Bronx Party im Retro-90er-Look, Abschlussfeier im Xanadu Showcenter –begleitet von den „New City Beats“, die bereits im Vorjahr für ausgelassene Stimmung gesorgt haben.
Zum Abschluss formuliert Bösl, was die Dialogtage aus seiner Sicht ausmacht: „Wir denken in Lösungen, nicht in Problemen. Wir bringen die Branche zusammen, um gemeinsam Verantwortung zu übernehmen – für den stationären Vertrieb, für Digitalisierung mit Augenmaß und für ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Geschäftsmodell. Andere Organisationen sprechen von der Zukunft – bei der RTK ist die Zukunft schon Gegenwart.“

