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TDA-Marktanalyse
27.08.26, 09:57 Uhr

Sommer setzt Aufholjagd fort – OTA hängen Reisebüros ab

Last-Minute gibt dem Sommer weiteren Schub. Im Juli liegen die Veranstalterumsätze zwölf Prozent über Vorjahr, die Saison verbessert sich auf plus vier Prozent. Besonders stark profitiert der Online-Vertrieb, während stationäre Reisebüros hinter dem Vorjahresvolumen zurückbleiben.

Der Veranstaltermarkt wächst im Juli kräftig, doch die Vertriebskanäle entwickeln sich unterschiedlich: Online liegt 16 Prozent über Vorjahr, der stationäre Vertrieb vier Prozent darunter. Foto: KI-generiert
Kurzfristige Buchungen treiben das Sommergeschäft der Reiseveranstalter weiter an. Im Juli liegen die Umsätze zwölf Prozent über dem Vorjahresmonat. Das zeigt die aktuelle Auswertung von Travel Data + Analytics (TDA).

Besonders stark profitiert dabei der Online-Vertrieb. Die Sommersaison 2026 verbessert ihre Bilanz auf ein Umsatzplus von vier Prozent, während der Winter 2026/2027 trotz höherer Buchungseingänge derzeit noch zwei Prozent im Minus liegt.

2,1 Mrd. im Juli

Rund 2,1 Milliarden Euro haben die Bundesbürger im Juli für Veranstalterreisen ausgegeben. Das sind zwölf Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Kurzfristige Reisen bestimmen weiterhin das Geschäft: 39 Prozent des neu gebuchten Umsatzes entfallen auf Abreisen im Juli und August. Weitere 29 Prozent betreffen Reisen im September und Oktober.

Auf den Winter 2026/2027 entfallen 20 Prozent, auf spätere Reisen zwölf Prozent.

Das starke Last-Minute-Geschäft führt TDA auf zwei Effekte zurück. „Das diesjährige Last-Minute-Geschäft speist sich aus einem Nachholer-Effekt, der sich mit den üblichen Kurzentschlossenen verbunden hat“, erklärt Roland Gassner, Director Business Development bei Travel Data + Analytics.

Online gewinnt deutlich Marktanteile

Allein die höchstens vier Wochen vor Abreise gebuchten Reisen erreichen im Juni und Juli zusammen ein Volumen von fast 1,1 Milliarden Euro. Davon werden 65 Prozent über die Reiseportale der Veranstalter und traditionelle Online Travel Agencies (OTAs) gebucht.

Auch die Reisebüros verzeichnen positive Buchungseingänge, der Online-Vertrieb profitiert von der kurzfristigen Nachfrage jedoch deutlich stärker. Das zeigt sich auch beim gesamten Sommergeschäft. Von allen bislang gebuchten Sommerreisen entfallen inzwischen 46 Prozent des Umsatzes auf den Online-Vertrieb. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Während der Gesamtmarkt für den Sommer 2026 vier Prozent über dem Vorjahresumsatz liegt, kommt Online auf ein Plus von 16 Prozent. Der stationäre Vertrieb liegt dagegen vier Prozent im Hintertreffen.

Sommer verbessert sich auf plus vier Prozent

Damit setzt sich die Erholung der Sommerbilanz fort. Ende Juni hatte der Umsatz noch drei Prozent über dem Vorjahr gelegen. Ende Juli beträgt das Plus vier Prozent. Gegen Ende des Monats verschiebt sich das Buchungsinteresse zugleich stärker auf die Herbstferien. Auch der Winter gewinnt etwas an Fahrt.

Winter holt auf, bleibt aber im Minus

Ein Fünftel des Juli-Umsatzes entfällt auf Reisen im Winter 2026/2027. Die Buchungseingänge für die Saison liegen im Juli elf Prozent über dem Vorjahresmonat. Dadurch verbessert sich die kumulierte Winterbilanz gegenüber Ende Juni um drei Prozentpunkte. Nach minus fünf Prozent im Vormonat beträgt das Umsatzminus Ende Juli noch zwei Prozent.

Bei pauschal oder in Bausteinen organisierten Veranstalterreisen fällt die bisherige Winterbilanz mit einem Umsatzminus von sechs Prozent schwächer aus. Insgesamt liegt die Zahl der für den kommenden Winter gebuchten Urlauber aktuell sieben Prozent unter dem Vorjahr.

Zuwächse erzielen bislang vor allem zwei Segmente. Kreuzfahrten liegen sowohl beim Umsatz als auch bei den gebuchten Pax jeweils drei Prozent über dem Vorjahr. Erdgebundene Reisen kommen auf ein Umsatzplus von 26 Prozent und zwölf Prozent mehr Gäste.

In die TDA-Auswertung fließen Buchungen von Veranstalterprodukten in stationären Reisebüros sowie über die Reiseportale der Veranstalter und OTAs ein. Der Schwerpunkt liegt auf Pauschalreisen.