Dertour verbessert Konditionen für kleinere Reisebüros
Knapp drei Monate nach seinem Wechsel von Alltours setzt Georg Welbers bei der Dertour Group den ersten großen Akzent im Vertrieb. Das neue Provisionsmodell verbessert gezielt die Konditionen für kleinere Agenturen – ohne die Vergütung für umsatzstarke Reisebüros anzutasten.

Knapp drei Monate nach seinem Wechsel von Alltours setzt Georg Welbers bei der Dertour Group einen ersten sichtbaren Akzent im Reisebürovertrieb. Der neue Chief Sales Officer verbessert die Vertriebskonditionen für kleinere Agenturen und senkt die Umsatzschwelle für die zweistellige Basisprovision.
Während Reisebüros unterhalb dieser Grenze künftig bessere Ertragschancen erhalten, bleiben die Konditionen für mittlere und große Vertriebspartner unverändert. Das neue Provisionsmodell gilt ab 1. November 2026 für das Touristikjahr 2026/2027.
Die Politik von Dertour legt den Fokus nicht auf einen Ausbau der Spitzenprovision, sondern auf Reisebüros, die bislang knapp unter der Schwelle zur zweistelligen Grundprovision lagen. „Mit unseren neuen Konditionen für das Geschäftsjahr 2026/2027 entwickeln wir das bewährte Modell gezielt weiter“, erklärt Welbers den Kurs. „Da die Reisebüros nach wie vor unser wichtigster Vertriebspartner sind, haben wir die Provisionen für Agenturen mit niedrigeren Jahresumsätzen deutlich verbessert.“ Die „stabilen, attraktiven Bedingungen für mittlere und große Agenturen“ blieben erhalten.
Basisprovision schneller erreichbar
Künftig erhalten Reisebüros die Grundprovision von zehn Prozent bereits ab einem Jahresumsatz von 100.000 Euro. Bislang war dafür ein Umsatz von 130.000 Euro erforderlich. Für Agenturen, die zwischen 100.000 und 130.000 Euro Jahresumsatz erzielen, steigt die Grundprovision damit um zwei Prozentpunkte.
Auch kleinere Reisebüros profitieren: Unterhalb von 100.000 Euro Jahresumsatz beträgt die Grundprovision künftig acht Prozent. Für Umsätze unter 75.000 Euro ist das eine Anhebung von sieben auf acht Prozent.

Die Infografik zeigt die wichtigsten Neuerungen des Dertour-Provisionsmodells für das Touristikjahr 2026/2027. Infografik: Gemini Notebook // Klicken zum Vergrößern
„Durch die Absenkung bieten wir Reisebüropartnern, die bisher noch nicht so intensiv mit uns zusammengearbeitet haben, einen stärkeren Anreiz, mehr Umsatz mit uns zu erzielen“, sagt Nils Casmir, Vertriebsdirektor Dertour Deutschland. „Die zehnprozentige Grundprovision wird künftig für deutlich mehr Agenturen erreichbar.“
Hinzu komme: Durch das stetig wachsende Portfolio sei die Marke von 100.000 Euro auch für viele Reisebüropartner realistisch, die bislang weniger Umsatz mit Dertour erzielt hätten.
Rückwirkende Hochstufung belohnt Wachstum sofort
Eine zweite wichtige Änderung betrifft Reisebüros, die die Umsatzmarke von 100.000 Euro erst im Laufe des Geschäftsjahres erreichen. Sie erhalten dann nicht nur die Grundprovision von zehn Prozent. Dertour vergütet die zusätzlichen zwei Prozentpunkte auch rückwirkend für die bereits im laufenden Geschäftsjahr erzielten provisionsrelevanten Umsätze.
„Wir belohnen die Umsatzerreichung künftig unmittelbar und nicht wie bisher erst im Folgejahr“, wirbt Welbers. „So können Reisebüropartner mit bislang niedrigeren Umsätzen zusätzlich mit uns wachsen.“
Bewährte Elemente bleiben bestehen
Unverändert bleiben auch die zusätzlichen Anreize für umsatzstarke Agenturen. Die Spitzenprovision beträgt weiterhin 12,75 Prozent. Bei Buchungen aus dem Top-Choice-Portfolio sind nach wie vor bis zu 13,75 Prozent möglich. Ab einem Jahresumsatz von 130.000 Euro erhalten Reisebüros dafür zusätzlich ein Prozent Provision auf Buchungen aus dem Hotelportfolio der Dertour Hotels & Resorts. Dazu gehören unter anderem Sentido, Aldiana, Playitas, Ananea und Calimera sowie Marken der DSR Hotel Holding wie A-Rosa Hotels, aja Resorts und Henri Hotels.
Neu ist dagegen, dass Umsätze des Kroatien-Spezialisten I.D. Riva Tours, der seit 2025 zur Gruppe gehört, künftig in die Dertour-Vertriebskonditionen einfließen. Das Provisionsmodell des ebenfalls zur Gruppe gehörenden Dynamic-Packaging-Spezialisten Vtours bleibt dagegen unverändert separat.

Mit einem überarbeiteten Provisionsmodell wollen Georg Welbers (r.) und Nils Casmir die Ertragschancen kleinerer Reisebüros verbessern. Foto: Dertour
Auch an den Auszahlungsmodalitäten ändert sich nichts. Die Grundprovision wird weiterhin im Folgemonat der Buchung ausgezahlt, Zusatzprovisionen werden wie bisher auf Basis des Buchungsdatums berechnet und ausgezahlt.
Schließlich gibt Nils Casmir den Reisebüros noch einen praktischen Tipp mit auf den Weg: „Wenn die Reisebüros in den kommenden Wochen noch Buchungen generieren – auch wenn die Abreise erst im nächsten Geschäftsjahr liegt –, profitieren sie jetzt noch von ihren aktuell hohen Konditionen.“
Verwandte Berichterstattung
Neu ist bei Dertour nicht nur das Provisionsmodell. Der Veranstalter hat zuletzt auch sein Winterprogramm 2026/2027 vorgestellt, sieht die Wintersaison auf Wachstumskurs und baut das Angebot unter anderem von Dertour Deluxe weiter aus.
Die jüngsten Personalwechsel im Reisevertrieb greifen damit ineinander. Georg Welbers ist von Alltours zur Dertour Group gegangen. Uwe Mohr hat anschließend dessen Aufgabe bei Alltours übernommen. Die dadurch frei gewordene Vertriebsleitung bei Aida Cruises liegt nun bei Christian Hein, der von Ferienflieger Corendon kommt.
Felix Hormel

