Anzeige
Veranstaltermarkt im Juni
30.07.26, 12:55 Uhr

Sommersaison dreht dank Last-Minute ins Plus

Kurzfristige Buchungen haben dem Sommer einen kräftigen Schub verliehen. Nach aktuellen TDA-Zahlen liegt die Saison nun drei Prozent über Vorjahr. Die Türkei kehrt an die Spitze der beliebtesten Reiseziele zurück. Der Winter hingegen verharrt trotz höherer Buchungseingänge noch im Minus.

Wieder an der Spitze der gefragtesten Reiseziele: Jeder vierte im Juni gebuchte Umsatz-Euro entfiel auf einen Türkei-Urlaub. Foto: iStock/monticelllo
Kurzfristige Urlaubsbuchungen haben dem Veranstaltermarkt im Juni einen kräftigen Schub gegeben. Die Sommersaison 2026 verbessert sich dadurch insgesamt auf ein Umsatzplus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das zeigt die aktuelle Auswertung von Travel Data + Analytics (TDA). Die Wintersaison 2026/2027 bleibt dagegen trotz steigender Buchungseingänge vorerst noch mit fünf Prozent im Minus.

Last-Minute belebt das Sommergeschäft

Der Juni war klar vom Last-Minute-Geschäft geprägt. Rund die Hälfte des Monatsumsatzes entfiel auf Reisen mit Abreise zwischen Juni und August, weitere 24 Prozent auf die Herbstferien im September und Oktober.

Die kurzfristigen Sommerbuchungen legten gegenüber dem Vorjahresmonat um 19 Prozent zu und machten damit über die Hälfte der zuvor zwischen März und Mai entstandenen Umsatzverluste wett.

Mit Blick auf die Destinationen profitiert die Türkei besonders von der Entwicklung. Das Ziel kehrt mit einem Umsatzplus von sieben Prozent auf den Spitzenplatz der beliebtesten Sommerreiseziele zurück und verdrängt Spanien knapp auf Rang zwei. Jeder vierte im Juni gebuchte Umsatz-Euro entfiel auf Türkei-Reisen. Ebenfalls gefragt waren Griechenland, Ägypten und Kreuzfahrten.
 

Erfolgsdestination Türkei: 64 Millionen Gäste trotz Krisen. Warum für das Land jetzt die nächste Entwicklungsstufe beginnt. Jetzt lesen!



Sommerbilanz verbessert sich

Bis Ende Juni erreicht die laufende Sommersaison 82 Prozent des Vorjahresumsatzes. Zwar liegt der Buchungsstand noch leicht unter dem Vorjahr, TDA sieht die weitere Entwicklung jedoch positiv. Besonders in Bundesländern mit frühem Ferienbeginn entwickelte sich das Last-Minute-Geschäft dynamisch. Auch die ersten beiden Juliwochen lagen bei den Neubuchungen deutlich über dem Vorjahresniveau.

Die kurzfristige Nachfrage geht allerdings nicht mit sinkenden Preisen einher. Flugpauschalreisen mit Sommerabreise kosteten im Juni durchschnittlich sechs Prozent mehr als noch in 2025.

„Last-Minute lässt sich nicht mit Schnäppchen gleichsetzen. Es sind dieses Jahr in einem auffällig großen Volumen kurzfristig gebuchte Reisen, die sogar etwas teurer sind als im Vorjahresjuni, oder auch im Neubuchungseingang der letzten Monate seit Januar“, sagt Roland Gassner, Director Business Development bei Travel Data + Analytics.

Winterbuchungen bleiben verhalten

Fast 1,8 Millionen Menschen buchten im Juni eine Pauschal- oder Bausteinreise. Der Schwerpunkt lag klar auf kurzfristigen Abreisen: 85 Prozent der Buchungen entfielen auf einen nahen Reisezeitraum. Nur etwa jeder zehnte Urlauber entschied sich bereits für eine Winterreise. Umsatzseitig machten Winterbuchungen 17 Prozent des Junigeschäfts – ebenfalls unter dem Vorjahreswert.

„Angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten sind viele Urlauber noch zurückhaltend, was die Buchung einer Flugpauschalreise im nächsten Winterhalbjahr anbelangt“, sagt Gassner.

Trotz eines Buchungsplus von fünf Prozent im Juni verharrt die Wintersaison 2026/2027 insgesamt bei einem Umsatzminus von derzeit fünf Prozent gegenüber 2025.

Felix Hormel