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Vergütungs-Update
10.08.26, 10:54 Uhr

Alltours holt die Zehn-Prozent-Provision zurück

Mit seinem ersten größeren Akzent im Alltours-Vertrieb stellt Uwe Mohr die Vergütung neu auf. Vor allem kleinere Agenturen dürfen sich freuen: Die Basisprovision steigt wieder auf zehn Prozent ohne Umsatzhürde, weitere Stufen werden früher erreicht. Oberhalb von 150.000 Euro bleibt alles beim Alten.

Uwe Mohr steht bei Alltours künftig an der Spitze des Vertriebs. Der frühere Aida-Manager verantwortet rund 8.000 Reisebüropartner in fünf Ländern sowie die Alltours Reisecenter. Foto: Alltours/Christian Wyrwa

Der Düsseldorfer Pauschalreiseanbieter Alltours bessert sein Provisionsmodell für das Geschäftsjahr 2026/2027 vor allem für kleinere und mittlere Reisebüros nach. Zehn Prozent gibt es künftig wieder ab der ersten Buchung, zwei neue Staffelstufen verkürzen den Weg zu höheren Sätzen. Oberhalb von 150.000 Euro Jahresumsatz bleibt dagegen alles beim Alten.

Den neuen Kurs im Vertrieb vertritt mit Uwe Mohr ein profilierter Manager, der frisch von Aida Cruises zu Alltours gewechselt ist.

Zurück auf zehn Prozent

Die größte Veränderung steckt gleich am Anfang der Staffel. Zuvor sind Reisebüros mit acht Prozent Provision gestartet. Zehn Prozent gab es erst ab 50.000 Euro Jahresumsatz. Ab 2026/2027 zahlt Deutschlands viertgrößter Touristikkonzern die zehn Prozent wieder von der ersten Buchung an.

Wieder, weil Alltours dieses Niveau schon einmal hatte. Im Geschäftsjahr 2023/2024 lag die Grundprovision ebenfalls bei zehn Prozent ab der ersten Buchung. Erst 2024/2025 setzte der Veranstalter den Einstieg auf acht Prozent herunter und knüpfte die zehn Prozent an die 50.000-Euro-Schwelle. 2025/2026 blieb es im Kern dabei. Zwei Jahre später dreht Alltours diesen Schritt nun zurück.

Darüber hinaus wird die Staffel feiner. Bei 80.000 Euro Jahresumsatz gibt es künftig 10,2 Prozent, bei 120.000 Euro 10,5 Prozent. Bislang klaffte zwischen den zehn Prozent ab 50.000 Euro und den elf Prozent ab 150.000 Euro eine entsprechend größere Lücke.

Ab 150.000 Euro bleibt die Vergütung unverändert, auch darüber rührt Alltours die Sätze nicht an. In der Spitze sind weiterhin bis zu 13 Prozent möglich.

Auch die 10,5 Prozent sind für sich genommen nicht neu. 2023/2024 griff dieser Satz bereits ab 100.000 Euro. Neu im kommenden Touristikjahr ist die feinere Staffel mit den beiden Zwischenschritten bei 80.000 und 120.000 Euro.

Mehr Spielraum unterhalb von 150.000 Euro

Damit ist ziemlich klar, wo Alltours ansetzt. Die großen Agenturen bekommen nicht mehr – die kleineren müssen aber weniger weit klettern. Das gilt auch für die Hoteleigenmarken. Die zusätzliche Provision von 0,5 Prozent für Allsun Hotels & Resorts und Alltoura Club Hotels greift künftig bereits ab 80.000 Euro Jahresumsatz. Bislang waren dafür 150.000 Euro nötig.

Auch beim Partnerprogramm Alltours Plus rückt die nächste Stufe näher. Den Premium-Status gibt es künftig ab 120.000 statt 180.000 Euro Jahresumsatz. Damit kommen unter anderem 20 Prozent Rabatt auf eigene Reisen für mehr Expedienten in Reichweite. Je nach Status gehören überdies zusätzliche Vertriebsleistungen, Schulungen, Marketingunterstützung und eine Extra-Provision zum Partnerprogramm. Stationäre Reisebüros in Deutschland nehmen automatisch und kostenlos teil.

Neu in den provisionsrelevanten Umsatz rückt zudem die noch junge Last-Minute-Marke A&B Kurzfristreisen für klassische und dynamische Flugpauschalpakete von Alltours und Byebye. Darauf zahlen auch Individualreisen, Nur-Hotel-Buchungen, Versicherungen und Umbuchungsgebühren ein. Nur-Flug-Buchungen berücksichtigt der Veranstalter auch weiterhin bei den Staffelstufen.

Kleine Büros sind die eigentlichen Gewinner

Die Rechnung zielt damit ziemlich genau auf das untere und mittlere Umsatzsegment. Für diese Büros wirken gleich mehrere Stellschrauben: zwei Prozentpunkte mehr beim Einstieg, frühere Zwischenstufen und ein deutlich früher erreichbarer Bonus für die Hotelmarken.

Gerade die Grundprovision macht einen Unterschied. Sie steigt nicht nur von acht auf zehn Prozent, sondern wird bereits nach der Abreise ausgezahlt. Kleinere Agenturen erhalten damit früher mehr Geld, ohne zunächst eine Umsatzhürde nehmen zu müssen.

Wer mehr als 150.000 Euro mit Alltours umsetzt, erlebt dagegen keine Überraschungen. Dort bleiben die Provisionssätze unverändert. Das neue Modell verteilt also nicht oben mehr, sondern macht vor allem den Einstieg und den Weg zu den höheren Stufen lukrativer.

„Wir möchten, dass sich engagierter Verkauf noch schneller und spürbarer lohnt“, sagt Uwe Mohr. Der neue Vertriebsgeschäftsführer nennt dabei ausdrücklich die Zielgruppe: „Gerade für kleinere Reisebüros ist es wichtig, bereits mit den ersten Buchungen attraktive Provisionen und zusätzliche Verdienstchancen zu erhalten.“

Mohr setzt ersten Akzent im Alltours-Vertrieb

Uwe Mohr war seit 2018 bei Aida Cruises Vice President Sales und für die weltweiten Vertriebskanäle verantwortlich. Zuvor leitete er fünf Jahre den Reisebürovertrieb von Aida Cruises und Costa Kreuzfahrten in Deutschland. Vor seinem Wechsel in die Kreuzfahrtbranche arbeitete Mohr in leitenden Vertriebspositionen bei TUI Deutschland und Hapag-Lloyd Flug.

Bei Alltours übernimmt er ein breites Ressort. Das Vertriebsteam betreut rund 8.000 stationäre und mobile Reisebüropartner in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden. Zu Mohrs Bereich gehören Innen- und Außendienst, Vertriebsmarketing, Schulungen und Events sowie das Key-Account-Team für Reisebürokooperationen, Franchisezentralen und Online-Reiseportale. Hinzu kommen Reservierung und Qualität sowie die Servicecenter mit 24/7-Kundenhotline. Außerdem verantwortet Mohr die Reisecenter Alltours mit rund 170 Reisebüros.

Den Posten hatte zuletzt Georg Welbers inne, der kürzlich die Vertriebsleitung von Dertour in Deutschland übernommen hat.

Mohr berichtet an Alltours-Hauptgeschäftsführer Dennis Schrahe – und damit an einen alten Weggefährten. Auch Schrahe wechselte von Aida nach Düsseldorf.

In Mohrs letzten Wochen bei der Rostocker Reederei fielen ebenso ein Vergütungs-Update und die Ankündigung, das Aida-Provisionsmodell diesmal nur für ein statt wie zuletzt üblich für zwei Jahre fortzuschreiben. Begründet wurde der kürzere Horizont mit den ab 2030 erwarteten neuen Schiffen.

Felix Hormel