Bericht vom Statistikamt24.06.26, 11:10 Uhr
Urlaub bleibt für 17 Millionen Menschen unerreichbar
Urlaubsreisen bleiben für viele Haushalte ein Luxus. Während Menschen mit höheren Einkommen nur selten auf Reisen verzichten müssen, sieht die Realität bei Geringverdienern anders aus. Die aktuellen Destatis-Daten zeigen deutliche Unterschiede bei der sogenannten Urlaubsfähigkeit.

Urlaub ja – aber nicht für alle. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass sich 2025 rund 17,4 Millionen Menschen in Deutschland keine einwöchige Reise leisten konnten. Foto: iStock/Mykhailo Repuzhynskyi
Für die Reisebranche bleibt die finanzielle Belastbarkeit vieler Haushalte eine Herausforderung: 21 Prozent der Menschen in Deutschland konnten sich 2025 nach eigener Einschätzung keine einwöchige Urlaubsreise leisten. Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor.
Betroffen waren demnach rund 17,4 Millionen Menschen – ein Wert, der gegenüber dem Vorjahr 2024 nahezu unverändert geblieben ist
Deutschland unter EU-Schnitt
Im europäischen Vergleich steht Deutschland besser da als viele andere Staaten. Nach Daten der Statistikbehörde Eurostat lag der Anteil der Menschen, die sich keinen einwöchigen Urlaub leisten können, im EU-Mittel bei 28 Prozent.
Besonders hoch war der Anteil in Rumänien mit 61 Prozent, gefolgt von Griechenland mit 47 Prozent sowie Bulgarien und Ungarn mit jeweils 39 Prozent. Die niedrigsten Werte verzeichneten Luxemburg mit 11 Prozent, Schweden mit 12 Prozent und die Niederlande mit 13 Prozent.
Einkommen entscheidet
Die Daten zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Einkommen und Urlaubsfähigkeit. Im einkommensschwächsten Fünftel der Bevölkerung mit einem monatlichen Nettoäquivalenzeinkommen von maximal 1.600 Euro konnten sich 48 Prozent keine einwöchige Urlaubsreise leisten.
Im zweitniedrigsten Einkommensbereich zwischen rund 1.600 und 2.100 Euro lag der Anteil bei 28 Prozent. In der mittleren Einkommensgruppe zwischen etwa 2.100 und 2.700 Euro waren es 17 Prozent. Bei höheren Einkommen sank der Anteil auf acht beziehungsweise drei Prozent.
Alleinerziehende besonders betroffen
Überdurchschnittlich häufig betroffen sind Haushalte mit nur einem möglichen Erwerbseinkommen. Unter Alleinerziehenden gaben 38 Prozent an, sich keine einwöchige Urlaubsreise leisten zu können.
Bei Alleinlebenden lag der Anteil bei 29 Prozent. Deutlich niedriger waren die Werte in Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kinder (16 Prozent) sowie in Haushalten mit zwei Erwachsenen und Kindern (18 Prozent).
Relevanz für die Reisebranche
Grundlage der Zahlen ist die europäische Erhebung EU-SILC zu Einkommen und Lebensbedingungen. Erfasst wird dabei die Selbsteinschätzung der Haushalte, ob sie sich mindestens eine Woche Urlaub pro Jahr außerhalb der eigenen Wohnung leisten können. Dazu zählen auch Aufenthalte bei Freunden oder Verwandten sowie in einer eigenen Ferienunterkunft.
Die Zahlen gelten als Indikator für materielle und soziale Entbehrung. Für die Reisewirtschaft verdeutlichen sie, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung strukturell vom Tourismus ausgeschlossen bleibt. Die Daten unterstreichen die weiterhin hohe Bedeutung preisbewusster Angebote und flexibler Reisemodelle.
Betroffen waren demnach rund 17,4 Millionen Menschen – ein Wert, der gegenüber dem Vorjahr 2024 nahezu unverändert geblieben ist
Deutschland unter EU-Schnitt
Im europäischen Vergleich steht Deutschland besser da als viele andere Staaten. Nach Daten der Statistikbehörde Eurostat lag der Anteil der Menschen, die sich keinen einwöchigen Urlaub leisten können, im EU-Mittel bei 28 Prozent.
Besonders hoch war der Anteil in Rumänien mit 61 Prozent, gefolgt von Griechenland mit 47 Prozent sowie Bulgarien und Ungarn mit jeweils 39 Prozent. Die niedrigsten Werte verzeichneten Luxemburg mit 11 Prozent, Schweden mit 12 Prozent und die Niederlande mit 13 Prozent.
Einkommen entscheidet
Die Daten zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Einkommen und Urlaubsfähigkeit. Im einkommensschwächsten Fünftel der Bevölkerung mit einem monatlichen Nettoäquivalenzeinkommen von maximal 1.600 Euro konnten sich 48 Prozent keine einwöchige Urlaubsreise leisten.
Im zweitniedrigsten Einkommensbereich zwischen rund 1.600 und 2.100 Euro lag der Anteil bei 28 Prozent. In der mittleren Einkommensgruppe zwischen etwa 2.100 und 2.700 Euro waren es 17 Prozent. Bei höheren Einkommen sank der Anteil auf acht beziehungsweise drei Prozent.
Alleinerziehende besonders betroffen
Überdurchschnittlich häufig betroffen sind Haushalte mit nur einem möglichen Erwerbseinkommen. Unter Alleinerziehenden gaben 38 Prozent an, sich keine einwöchige Urlaubsreise leisten zu können.
Bei Alleinlebenden lag der Anteil bei 29 Prozent. Deutlich niedriger waren die Werte in Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kinder (16 Prozent) sowie in Haushalten mit zwei Erwachsenen und Kindern (18 Prozent).
Relevanz für die Reisebranche
Grundlage der Zahlen ist die europäische Erhebung EU-SILC zu Einkommen und Lebensbedingungen. Erfasst wird dabei die Selbsteinschätzung der Haushalte, ob sie sich mindestens eine Woche Urlaub pro Jahr außerhalb der eigenen Wohnung leisten können. Dazu zählen auch Aufenthalte bei Freunden oder Verwandten sowie in einer eigenen Ferienunterkunft.
Die Zahlen gelten als Indikator für materielle und soziale Entbehrung. Für die Reisewirtschaft verdeutlichen sie, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung strukturell vom Tourismus ausgeschlossen bleibt. Die Daten unterstreichen die weiterhin hohe Bedeutung preisbewusster Angebote und flexibler Reisemodelle.

