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Nachwuchsevent „Out of the Box“
14.06.26, 14:00 Uhr

Tourismus Turn setzt auf Austausch statt Frontalunterricht

Wie begeistert man junge Menschen für die Touristik? Tourismus Turn setzt auf kreative Lernformate, offene Diskussionen und Austausch auf Augenhöhe mit Branchenprofis. Bei „Out of the Box“ in Frankfurt standen Inspiration, Vernetzung und neue Perspektiven im Mittelpunkt.

Maren Merken gehört zu den Köpfen hinter Tourismus Turn. Mit interaktiven Formaten wie „Out of the Box“ will das Branchennetzwerk Impulse für die Weiterbildung in der Touristik setzen. Alle Fotos: Sandra Kathe/TRVL COUNTER

Die Zukunft der Touristik prägen lebendiger Austausch, ungewöhnliche interaktive Learning-Formate und Kommunikation auf Augenhöhe – zumindest wenn es nach den Machern von Tourismus Turn geht, die am Freitag in Frankfurt erstmals für Dutzende Teilnehmende außerhalb der ITB ihr Weiterbildungsformat „Out of the Box“ veranstaltet haben.

Dabei hatten junge Expis, (duale) Studierende aus Tourismusmanagement-Studiengängen und Nachwuchskräfte von Reiseveranstaltern auch die Möglichkeit, sich im lockeren Rahmen untereinander auszutauschen. Und bei der Gelegenheit auch mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die vor Jahren an einem ganz ähnlichen Punkt standen wie sie selbst. 

Was alle von ihnen – Teilnehmende, Veranstaltungsteam, Referentinnen und Referenten – gemeinsam haben: Reisen als Herzensthema. Ob man nun Christoph Schipke fragt, der bei MSC Cruises das Programm Young Professionals betreut, Teilnehmerinnen wie Ronja Wiecorek oder Beverly Brenkmann, oder Mitorganisatorin Maren Merken aus dem Geschäftsführungsteam von Tourismus Turn, die das Veranstaltungsformat genau wie das Unternehmen mit dem Gedanken ins Leben gerufen haben, die gewohnten Abläufe der Branche zu hinterfragen und aufzubrechen.

Nachwuchs-Event erstmals in Frankfurt

Genau dafür steht auch „Out of the Box“, das Weiterbildungsevent, bei dem die jungen Menschen der Reisebranche schon zweimal im Rahmen der ITB Einblicke in Veranstalter, Insider-Tipps und Produkte bekommen haben. Nun fand das Format erstmals eigenständig in einem Frankfurter Eventspace im von vielen Winkeln gut erreichbaren Rhein-Main-Gebiet statt. 

Im Programm: ein Workshop als unterhaltsames Quiz mit MSC Cruises, eine Produktvorstellung im Storytelling-Format mit Reiseversicherer Ergo, eine Live-Demo eines KI-Tools, das Expis bei der Zusammenarbeit mit Worldia, den Umgang mit besonders herausfordernden Kundenanfragen erleichtern kann. Dazu gab es Impulsvorträge mit Franziska Just von Go Jugendreisen und Tobias Zirpel von Orascom zu Themen wie dem Mut bei Neugründungen und anderen herausfordernden Situationen im Berufsalltag, sowie den verschiedensten Berufsbildern, die die Branche Tag für Tag prägen. 

Inspirierende Zusammenarbeit in der Branche

Dass das bei der Zielgruppe ankommt, liegt laut Beverly Brenkmann, Marketingmanagerin bei Lufthansa City Center, die mit 26 Jahren selbst noch zum Touristikernachwuchs zählt, auch daran, dass „Gott sei Dank mal keine Pinnwand inkludiert ist, wo man irgendwas anpinnen muss, was man gerade gebrainstormt hat“. Stattdessen hätten die Vortragenden nicht nur kreative Wege gefunden, Wissen zu vermitteln, sondern zeigen auch klar, wie die Zahnräder der Branche ineinandergreifen.


Beverly Brenkmann, Marketingmanagerin bei Lufthansa City Center, schätzt an „Out of the Box“ vor allem die kreativen Lernformate und den Blick über den eigenen Tellerrand der Touristik

„Da bezieht sich MSC Cruises auf die Rolle, die eine gute Reiseversicherung spielt, und Ergo verweist etwas später auf die Besonderheiten, die Expis bei den diversen Veranstalterprodukten beachten müssen. Das ist spannend zu sehen und ein echt wertvoller Einblick in die Branche“, findet Brenkmann. Ihren Fun Fact des Tages hat sie allerdings aus dem Beitrag von MSC Cruises mitgenommen: „Dass auf den Schiffen der Reederei selbst Mozzarella hergestellt wird, ist schon echt mega!“

Quiz mit besonderem Lernpotenzial

Im Workshop in Quizform, den Senior Business Development Manager Christoph Schipke in Sachen Wissenswertem zur Reederei mit Sitz in der Schweiz im Gepäck hatte, war das nur einer von zahlreichen spannenden Fakten zu MSC Cruises. Etwa, dass aufs größte Containerschiff der Reederei 44 Millionen Paar Schuhe passen oder, dass pro Woche auf einem Schiff der Fantasia-Klasse durchschnittlich über 27.600 Kilo Gemüse verarbeitet werden.

Für Schipke ist „Out of the Box” eine Veranstaltung, die perfekt zum MSC-eigenen „Young Professionals“-Format passt, in dem es ebenfalls darum geht, Dinge immer wieder neu zu denken und einfach auch mal anders zu machen.

Größter Mehrwert für ihn ist aber nicht nur die Tatsache, Dutzenden von jungen Reiseverkäufern das Produkt näher zu bringen, sondern vor allem der inspirierende Austausch, bei dem auch diesmal wieder das Vorurteil ausgeräumt worden sei, „dass die junge Generation an nichts Interesse hätte”. Stattdessen beobachtet er immer wieder, dass gerade der Touristikernachwuchs mit dem mitgebrachten Wissen und der frischen Begeisterung von Events Kundschaft und Team zu Hause förmlich ansteckt. 

Aufruf zu einer neuen Fehlerkultur  

Dass gerade diese Rückmeldungen auch dafür sorgen, dass Unternehmen zum wiederholten Mal Teil des Formats sind, demonstriert die Partnerschaft mit der Ergo Reiseversicherung, für die neben Key Account Managerin Gabriele Beste auch Regionalverkaufsleiterin Nina Voerster die Kreativität der Teilnehmenden bemüht hat, Geschichten aus der Welt der Reiseversicherungen zu erfinden und bei der Gelegenheit immer wieder die vielen Vorteile eines sinnvollen Versicherungsschutzes zu demonstrieren.


Für Christoph Schipke von MSC Cruises lebt erfolgreiche Nachwuchsförderung von Neugier, Austausch und neuen Perspektiven

Dabei lobt Voerster neben dem Mut und Improvisationstalent der Teilnehmer/innen auch den Grundgedanken, der Veranstaltung, die ganz klar zeige, wie wertvoll es ist, Dinge neu zu denken. „Nach knapp zwei Jahrzehnten in der Branche beobachte ich über die letzten Jahre vermehrt, dass es eine Kultur gibt, in der mehr und mehr kritisiert wird.“ Wenn dann jemand hergeht und wirklich etwas Neues auf die Beine stellt, heiße es häufig, dass es ja klar gewesen sei, dass es nicht klappt, weswegen sie „Out of the Box“ auch als Aufruf zu einer neuen Innovations- und Fehlerkultur versteht.

Zukunft und Gegenwart der Branche

Dass das auch bei den Teilnehmenden gut ankommt, bestätigt auch Tourism Turn-Mitgründerin Maren Merken, die die Zielgruppe nicht nur als „Zukunft der Branche“ bezeichnet, sondern auch ganz bewusst auch als die „Gegenwart“, die gleichzeitig für ein Update stehe, das die Branche dringend benötige.

Denn auch, wenn sich in den Jahren seit Gründung von Tourismus Turn schon Einiges zum Besseren gewandelt hätte, zeige sich immer noch an vielen Stellen, dass die junge Generation bislang nicht überall eine Stimme hat, wobei die Touristik anderen Branchen häufig auch noch ein bisschen hinterher sei.

Da sei es umso wichtiger, mutige Partner zu haben, die auf die Event-Konzepte der Tourismusexperten vertrauen und auf dieser Basis ein wichtiges Lernangebot schaffen, das gleichzeitig auch andere dazu inspiriert, mehr für all jene zu tun, die die Branche über die nächsten Jahrzehnte prägen werden. Denn dass die meisten in der Branche bleiben wollen, das wird nicht nur in einem kurzen Stimmungscheck während der Veranstaltung deutlich, sondern auch in der Art und Weise, wie über die eigenen Projekte gesprochen wird.

Umdenken von Altgewohntem als Chance

Aus Überzeugung in der Branche, ist auch Worldia-Vertrieblerin Angela Marchenko, die in einer Live-Demo der praktischen KI-Funktion die Vielseitigkeit des Bausteinveranstalters vorstellte. Auch sie betont im Gespräch, dass sie zu Beginn ihrer Karriere selbst erlebt habe, dass der Weg für Jobanfänger nicht immer einfach ist und junge Menschen nicht selten auch Gegenwind erfahren. Zum Event nach Frankfurt gekommen ist sie gemeinsam mit einem Kollegen, der bei Worldie ein duales Studium absolviert und dabei wie alle anderen viele spannende Fakten außerhalb des eigenen Tellerrands mitgenommen hat.


Die Reiseverkehrskauffrau Ronja Wiecorek nutzt Veranstaltungen wie „Out of the Box“, um neue Impulse für Führung, Beratung und die Weiterentwicklung ihres Reisebüros mitzunehmen


Zumal es, wie die gelernte Reiseverkäuferin Ronja Wiecorek aus Herne betont, bei Veranstaltungen wie „Out of the Box“ längst nicht nur ums Wissen geht. „Gerade die Impulsvorträge haben deutlich gezeigt, was es für einen Riesenunterschied machen kann, an sich selbst zu glauben“, betont die 25-Jährige, die bereits im von ihren Eltern gegründeten Alltours Reisecenter in Herne die stellvertretende Geschäftsleitung übernommen hat, und dank dieser Rolle vieles selbst gestalten kann.

Für Wiecorek ist die wichtigste Erkenntnis des Tages, wie das Miteinander und gegenseitige Bestärken auch als Antrieb wirken können. „Ich fahre auf jeden Fall nicht nur mit neuem Wissen, sondern auch mit mehr Motivation und Ideen wieder nach Hause.“

Sandra Kathe