Center Parcs investiert, expandiert und wirbt um Reisebüros
Deutschland entwickelt sich für Center Parcs besser als andere Kernmärkte. Der Ferienanlagenbetreiber arbeitet an neuen Standorten, investiert Millionen in bestehende Parks und sieht vor allem bei Wochenurlauben Wachstumspotenzial. Der Counter soll künftig stärker eingebunden werden.

Ferienanlagenbetreiber Center Parcs bestätigt seine Wachstumsambitionen für den deutschen Markt. Auf einer Podiumsdiskussion beim ersten Sommer-Event für Reisebüros in der Bispinger Heide verkündete das Management, dass neben dem geplanten Park in Stralsund ein weiteres Deutschland-Projekt weit fortgeschritten sei. Zudem setzt das Unternehmen verstärkt auf längere Aufenthalte und will den Reisebürovertrieb ausbauen – trotz rückläufiger Buchungszahlen aus dem stationären Vertrieb.
Für den deutschen Markt erwartet Center Parcs 2025 ein Umsatzplus von rund sechs Prozent. Nach einem Umsatz von etwa 330 Millionen Euro im Jahr 2024 soll das Geschäft auf rund 340 Millionen Euro wachsen. Deutschland entwickle sich dabei deutlich besser als die Märkte Belgien, Niederlande und Frankreich.
Zweites Deutschland-Projekt weit fortgeschritten
Besonders konkret äußerte sich das Unternehmen zu seinen Expansionsplänen. Das seit Jahren diskutierte Projekt in Stralsund werde weiterverfolgt, habe sich jedoch aufgrund gestiegener Kosten und offener Förderfragen verzögert. Aktuell peilt Center Parcs eine Eröffnung im Jahr 2029 an.
Parallel dazu arbeitet der Ferienparkanbieter an einem weiteren Standort in Deutschland. Das Projekt befinde sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, eine Bekanntgabe sei jedoch noch nicht möglich. Der Standort soll ein großes Einzugsgebiet mit Gästen aus Ostdeutschland sowie aus Polen und Tschechien erschließen.
Dänemark entwickelt sich besser als erwartet
Sehr zufrieden zeigte sich das Management mit dem neuen Park Nordborg Resort in Dänemark. Nach dem Buchungsstart im Februar sei die Nachfrage deutlich höher ausgefallen als erwartet. Zeitweise seien Sommertermine bis weit ins Frühjahr hinein ausgebucht gewesen.
Aktuell stammten rund 60 Prozent der Gäste aus Deutschland. Der Anteil dänischer Urlauber soll künftig steigen. Gleichzeitig beobachtet Center Parcs erste Verlagerungen von Gästen aus der Bispinger Heide und von der Nordseeküste nach Dänemark. Deshalb sollen die deutschen Standorte gezielt gestärkt werden.
Wochenurlaub gewinnt an Bedeutung
Strategisch richtet Center Parcs den Fokus zunehmend auf längere Aufenthalte. Eine seit Herbst laufende Aktion für Aufenthalte von sieben Nächten oder mehr habe innerhalb von zehn Tagen rund 3,5 Millionen Euro Umsatz erzielt. Inzwischen entfallen rund 40 Prozent aller Buchungen auf Aufenthalte von mindestens einer Woche Dauer.
Bemerkenswert aus Sicht des Unternehmens: Zwischen 70 und 80 Prozent dieser Buchungen stammten von Neukunden. Kurzreisen blieben zwar ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts, das Wachstum komme derzeit jedoch vor allem aus dem Segment der Wochenaufenthalte.
Höherwertige Unterkünfte besonders gefragt
Bei den Unterkunftskategorien verzeichnet Center Parcs eine steigende Nachfrage nach höherpreisigen Angeboten. VIP- und Premium-Ferienhäuser würden vielerorts schneller gebucht als günstigere Kategorien. Das Unternehmen prüft deshalb, den Anteil hochwertiger Unterkünfte bei künftigen Projekten zu erhöhen.
Darüber hinaus wird über eine zweite Marke mit kleineren, exklusiveren Anlagen nachgedacht. Das Konzept befindet sich allerdings noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase.
Reisebüros bleiben wichtiger Vertriebskanal
Trotz rückläufiger Buchungszahlen über Reisebüros hält Center Parcs am stationären Vertrieb fest. Langfristig soll das Volumen der vermittelten Buchungen auf zehn Prozent steigen, so das Ziel.
Um die Zusammenarbeit auszubauen, investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben in technische Schnittstellen, Schulungen, Webinare und Veranstaltungen für Expedienten. Reisebüros erhalten weiterhin die gleichen Preise und Konditionen wie Direktkunden sowie eine Provision von zwölf Prozent.
Investitionen in Parks und Qualität
Parallel zur Expansion investiert Center Parcs weiter in bestehende Anlagen. Zu den größten Projekten zählt die Modernisierung des Parks Eifel mit einem Investitionsvolumen von 85 Millionen Euro. Auch in den Parks Bostalsee und Allgäu laufen Renovierungsmaßnahmen.
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Als operative Herausforderungen nannte das Management vor allem die Bereiche Gastronomie und Reinigung. Insbesondere in stark ausgelasteten Parks wie dem Allgäu mit rund 1.000 Ferienhäusern sei die Sicherung gleichbleibender Qualitätsstandards eine zentrale Aufgabe. Zusätzliche Qualitätskontrollen und Schulungsmaßnahmen sollen hier gegensteuern.
KI und Nachhaltigkeit
Bei der Digitalisierung setzt Center Parcs zunächst auf die Weiterentwicklung seiner App als Serviceplattform für Umbuchungen, Stornierungen und die Verwaltung von Aktivitäten. Anwendungen auf Basis Künstlicher Intelligenz, etwa für personalisierte Empfehlungen oder automatisierte Kundenanfragen, werden geprüft, befinden sich aber noch in einem frühen Stadium.
Beim Thema Nachhaltigkeit sieht das Unternehmen Nachholbedarf in der Kommunikation. Maßnahmen wie Blockheizkraftwerke, grüner Strom, Wärmemanagement und die schrittweise Reduzierung von Emissionen seien zwar bereits etabliert, würden von Gästen aber noch nicht ausreichend wahrgenommen. Künftig sollen diese Themen stärker emotionalisiert und in der Vermarktung sichtbarer werden.
Info: Sommer-Event für Reisebüros
Beim Sommer-Event in der Bispinger Heide kamen rund 115 Expedienten und Vertreter von 41 Partnerunternehmen zusammen.
Für die kommenden Jahre plant Center Parcs weitere Sommerveranstaltungen in Deutschland. Als nächster Austragungsort gilt derzeit der Park Allgäu als Favorit.
Felix Hormel


