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Vertriebsklima-Index
20.04.26, 13:32 Uhr

Stimmung am Counter bleibt weiter im Sinkflug

Der touristische Vertriebsklima-Index sackt im April erneut ab – der Counter sieht weiter rot. Immer mehr Reisebüros melden rückläufige Umsätze. Auch die Erwartungen bleiben negativ, die Mehrheit rechnet mit sinkender Nachfrage und geringeren Erträgen.

So schlecht wie aktuell war die Stimmung am Counter zuletzt im April 2021. Grafik: iStock/liulolo
Der touristische Vertriebsklima-Index rauscht weiter in den Keller. Das monatliche Stimmungsbarometer fällt im April auf 74,8 Punkte – nach bereits schwachen 84,5 Punkten im März. Damit verschlechtert sich die Stimmung im Reisevertrieb erneut drastisch.

Der freie Fall spiegelt die anhaltende Verunsicherung wider, die seit dem Ausbruch der Kampfhandlungen im Nahen Osten den touristischen Vertrieb belastet.

Lagebewertung bricht weiter ein

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verschlechtert sich im April erneut deutlich. Der Lageindex sinkt von 88,8 auf 76 Punkte.

Nur noch 13,3 Prozent der befragten Reisebüros bewerten ihre aktuelle Lage als gut – im März waren es immerhin noch 25,8 Prozent. Gleichzeitig steigt der Anteil negativer Bewertungen massiv: 54 Prozent sprechen von einer schlechten Geschäftslage, nach 32 Prozent im Vormonat. Auch der Anteil derjenigen, die ihre Lage als befriedigend einschätzen, sinkt weiter – von 42 auf 33 Prozent.

Rückläufige Nachfrage

Das Bild bei der Nachfrageentwicklung ist noch deutlicher. 72,4 Prozent der Reisebüros berichten von rückläufigen Verkaufszahlen in den vergangenen zwei bis drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr – im März lag dieser Anteil noch bei 46 Prozent.

Nur noch 6,7 Prozent der Befragten melden gestiegene Umsätze, nach bereits dünnen 17,6 Prozent im Vormonat. Der Anteil stabiler Entwicklungen schrumpft von 36 auf 21 Prozent. Damit ist die rückläufige Nachfrage inzwischen das klar dominante Bild im deutschen Reisevertrieb.

Erwartungen bleiben deutlich negativ

Auch der Blick nach vorn fällt düster aus. Der Erwartungsindex sinkt von 80,7 auf 73,5 Punkte.

Nur noch 3,7 Prozent der Befragten rechnen mit steigender Nachfrage in den kommenden sechs Monaten – im März waren es bereits nur schwache acht Prozent. Dagegen erwarten 67 Prozent sinkende Nachfrage, nach 52 Prozent im Vormonat. 29 Prozent gehen von einer stabilen Entwicklung aus, nach 40 Prozent im März.

Ertragserwartungen auf dem Tiefpunkt

Auch bei den Erträgen überwiegt die Skepsis deutlich. 70,5 Prozent der Reisebüros rechnen in den kommenden sechs Monaten mit sinkenden Einnahmen – im März lag dieser Anteil noch bei 49 Prozent.

Nur noch 4,8 Prozent erwarten steigende Erträge, nach elf Prozent im Vormonat. Der Anteil stabiler Erwartungen sinkt von 40 auf 25 Prozent. Mehr als zwei Drittel der Branche stellt sich damit auf eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage ein.

An der aktuellen Befragung beteiligten sich 270 Reisebüros. Die Umfrage richtet sich überwiegend an mittelständische Unternehmen im Leisure-Segment und umfasst sowohl den stationären als auch den Online-Vertrieb.