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Appell an die Politik
21.04.26, 09:06 Uhr

BDL warnt vor Folgen explodierender Kerosinpreise

Die Nahostkrise treibt die Kerosinpreise massiv nach oben. Diese hätten sich laut Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft mehr als verdoppelt. „Konnektivität ist Souveränität“, mahnt Verbandschef Joachim Lang und fordert Sofortmaßnahmen zur Sicherung der Versorgung.

Joachim Lang fordert angesichts der Nahost-Krise schnelle Maßnahmen zur Sicherung von Kerosinversorgung. Foto: BDL/Die Hoffotografen
Der Kerosinpreis hat sich seit Beginn der Nahost-Krise nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) mehr als verdoppelt. Dieser fordert deshalb kurzfristige Maßnahmen von Bundesregierung und EU, um die Konnektivität Deutschlands zu sichern und wirtschaftliche Schäden zu begrenzen.

Konflikt belastet Luftverkehr massiv

Der Konflikt im Nahen Osten trifft den internationalen, europäischen und nationalen Luftverkehr stärker als jede Entwicklung seit der Corona-Pandemie. Einschränkungen im internationalen Luftraum und die Sperrung der Straße von Hormus belasten die Branche erheblich. Besonders spürbar ist das bei den stark gestiegenen Kerosinpreisen.

Der Verband sieht dadurch Risiken für Wirtschaft, Lieferketten und Tourismus.

Versorgung sichern und Kosten begrenzen

„Die Nahost-Krise zeigt mit aller Deutlichkeit, wie verwundbar internationale Verkehrs- und Lieferketten sind“, sagt BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. „Luftverkehr ist kritische Infrastruktur für Versorgung, Wertschöpfung und internationale Handlungsfähigkeit.“ Wenn die Kerosinversorgung unter Druck gerate, warnt Lang, „trifft das den Wirtschaftsstandort Deutschland unmittelbar“.

Was man dan brauche sei keine zusätzliche Kostenbelastung des Luftverkehrs, „sondern eine Stabilisierung seiner Handlungsfähigkeit.“ Langs Appel: „Wer Konnektivität sichern will, muss jetzt Versorgung ermöglichen, regulatorische Flexibilität schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken“.

BDL fordert EU- und nationale Eingriffe

Der Verband fordert ein koordiniertes Krisenpaket auf europäischer und nationaler Ebene. Dazu zählen die Freigabe strategischer Reserven, die kurzfristige Zulassung der Kerosinkategorie Jet A zusätzlich zu Jet A-1 sowie befristete Durchleitungsrechte für das NATO-Pipeline-System CEPS.

Flugstreichungen nehmen zu

Die steigenden Treibstoffkosten führten in Europa zu mehr Flugstreichungen. Um die Konnektivität zu sichern, fordert die Branche kurzfristige Entlastungen. Diskutiert würden eine temporäre Aussetzung des Emissionshandels oder zumindest eine deutliche Senkung der ETS-Kosten im EU-Luftverkehr.

Zudem soll die gesamte Luftverkehrswertschöpfungskette in das Krisenprogramm „Temporary Iran Crisis Energy Framework“ der EU-Kommission einbezogen werden.

Weitere Entlastungen in Deutschland gefordert

Auch auf nationaler Ebene sieht der Verband Handlungsbedarf. Gefordert werden eine befristete Aussetzung der Luftverkehrsteuer sowie die schnelle Umsetzung weiterer Entlastungen, etwa bei Luftsicherheit und Flugsicherung. Ziel ist es, Liquidität im System zu halten und steigende Treibstoffpreise abzufedern.

„Konnektivität ist Souveränität“

„Die aktuelle Krise verstärkt, was schon zuvor galt: Konnektivität ist Souveränität“, bringt Joachim Lang es auf den Punkt. Für einen exportorientierten Standort wie Deutschland sei ein leistungsfähiger und resilienter Luftverkehr ein strategischer Faktor. Die Politik müsse daher jetzt „kurzfristig gegensteuern und zugleich die sich verschärfenden strukturellen Standortnachteile abbauen“, wünscht sich Lang.