Beschluss im Bundestag06.04.26, 12:16 Uhr
Luftfahrtbranche kritisiert halbherzige Senkung der Ticketsteuer
Die Bundesregierung senkt die Luftverkehrssteuer nur teilweise. Branchenverbände sehen darin ein falsches Signal und fordern weitergehende Entlastungen. Deutschland bleibe ein Hochkostenstandort mit Folgen für Airlines, Passagiere und die Reisewirtschaft.

Trotz geplanter Senkung bleibt die Luftverkehrssteuer in Deutschland im europäischen Vergleich hoch. Foto: iStock/Thank you for your assistant
Das Bundeskabinett hat wie angekündigt beschlossen, die Luftverkehrssteuer zum 1. Juli abzusenken. Eigentlich eine gute Nachricht – wäre da nicht das Kleingedruckte. Denn die Reduzierung fällt geringer aus als versprochen, und die Luftfahrtbranche reagiert mit einer Mischung aus verhaltenem Applaus und offenem Ärger.
Ein Versprechen, halb gehalten
Im Koalitionsausschuss vom November letzten Jahres hatte die Bundesregierung noch die vollständige Rücknahme der Steuererhöhung von 2024 in Aussicht gestellt. Herausgekommen ist etwas anderes: Der neu festgesetzte Steuersatz von 13,03 Euro liegt 55 Cent über dem tatsächlichen Satz aus dem Jahr 2024, der bei 12,48 Euro lag.
Für ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel ist das ein Vertrauensproblem. „Die heute vom Bundeskabinett beschlossene Korrektur bei der Luftverkehrsteuer war überfällig, bleibt aber hinter unseren Erwartungen zurück, weil die Absenkung niedriger ausfällt als zugesagt.“ Bereits in Aussicht gestellte Streckenaufnahmen blieben aus oder würden jetzt abermals auf den Prüfstand gestellt.
„Bislang ist man davon ausgegangen, dass die Bundesregierung entschlossen die Wettbewerbsfähigkeit des Hochkostenstandortes Deutschland verbessern möchte. Mit der niedrigeren Absenkung der Luftverkehrsteuer droht die Bundesregierung, Vertrauen zu verspielen – zum Schaden von Wirtschaft und Touristik“, mahnt Beisel.
Doppelt so teuer wie der EU-Schnitt
Die eigentliche Brisanz steckt in den Zahlen. Ein Flugzeug, das von einem deutschen Flughafen abhebt, wird mit durchschnittlich rund 4.500 Euro an staatlichen Abgaben belastet. Im europäischen Ausland sind es für einen vergleichbaren Europaflug im Schnitt nur gut 2.300 Euro. Deutschland kostet damit fast doppelt so viel – und das selbst nach der geplanten Absenkung.
Auch Barig, der Verband der in Deutschland tätigen Fluggesellschaften, kommt zu demselben ernüchternden Befund. Chairman und Executive Director Michael Hoppe sagt: „Der Luftverkehr in Deutschland befindet sich in einer Negativspirale aus zu hohen staatlichen Standortkosten, einem übergroßen Maß an Regulierung und einem ungleichen globalen Wettbewerb.“
Weniger Flüge, höhere Preise, schwächere Wirtschaft
Was abstrakt klingt, hat konkrete Folgen für Reisende und Reiswirtschaft. Hoppe beschreibt die Dynamik: „Diese Kosten bremsen nicht nur das Wachstum, sondern führen seit Jahren dazu, dass sich Verkehre ins europäische Ausland verlagern. Die Konnektivität leidet immens und damit auch die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft.“
Das bedeutet im Klartext: Fluggäste an deutschen Airports zahlen höhere Ticketpreise und haben weniger Auswahl im Streckennetz – während Nachbarländer mit günstigeren Standortkosten immer mehr Verbindungen anziehen. Airlines überlegen es sich zweimal, ob sie neue Strecken nach Deutschland aufnehmen – oder weichen gleich auf umliegende Hubs aus.
Was die Branche jetzt fordert
Beide Verbände sehen den Kabinettsbeschluss als notwendigen, aber bei weitem nicht ausreichenden, ersten Schritt. Ihre Forderungen sind klar: Die Steuer soll im parlamentarischen Verfahren vollständig auf das Niveau von 2024 zurückgeführt werden. Darüber hinaus müssten Entlastungen bei Flugsicherungs- und Luftsicherheitsgebühren folgen.
Beisel appelliert an die größeren Zusammenhänge: „Leistungsfähige Flughäfen – egal ob groß oder kleiner – sichern die internationale Anbindung der deutschen Wirtschaft und sind ein zentraler Faktor für Wachstum und Wohlstand. Wenn staatliche Abgaben reduziert werden, profitiert nicht nur die Luftverkehrsbranche, sondern Wirtschaft, Touristik und die lahmende Konjunktur.“
Hoppe ergänzt den Aufruf in Richtung Bundespolitik: „Im Interesse der Bürger und der heimischen Wirtschaft muss die Bundesregierung den Luftverkehrsstandort Deutschland endlich entschlossener nachhaltig stärken.“
Ein Versprechen, halb gehalten
Im Koalitionsausschuss vom November letzten Jahres hatte die Bundesregierung noch die vollständige Rücknahme der Steuererhöhung von 2024 in Aussicht gestellt. Herausgekommen ist etwas anderes: Der neu festgesetzte Steuersatz von 13,03 Euro liegt 55 Cent über dem tatsächlichen Satz aus dem Jahr 2024, der bei 12,48 Euro lag.
Für ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel ist das ein Vertrauensproblem. „Die heute vom Bundeskabinett beschlossene Korrektur bei der Luftverkehrsteuer war überfällig, bleibt aber hinter unseren Erwartungen zurück, weil die Absenkung niedriger ausfällt als zugesagt.“ Bereits in Aussicht gestellte Streckenaufnahmen blieben aus oder würden jetzt abermals auf den Prüfstand gestellt.
„Bislang ist man davon ausgegangen, dass die Bundesregierung entschlossen die Wettbewerbsfähigkeit des Hochkostenstandortes Deutschland verbessern möchte. Mit der niedrigeren Absenkung der Luftverkehrsteuer droht die Bundesregierung, Vertrauen zu verspielen – zum Schaden von Wirtschaft und Touristik“, mahnt Beisel.
Doppelt so teuer wie der EU-Schnitt
Die eigentliche Brisanz steckt in den Zahlen. Ein Flugzeug, das von einem deutschen Flughafen abhebt, wird mit durchschnittlich rund 4.500 Euro an staatlichen Abgaben belastet. Im europäischen Ausland sind es für einen vergleichbaren Europaflug im Schnitt nur gut 2.300 Euro. Deutschland kostet damit fast doppelt so viel – und das selbst nach der geplanten Absenkung.
Auch Barig, der Verband der in Deutschland tätigen Fluggesellschaften, kommt zu demselben ernüchternden Befund. Chairman und Executive Director Michael Hoppe sagt: „Der Luftverkehr in Deutschland befindet sich in einer Negativspirale aus zu hohen staatlichen Standortkosten, einem übergroßen Maß an Regulierung und einem ungleichen globalen Wettbewerb.“
Weniger Flüge, höhere Preise, schwächere Wirtschaft
Was abstrakt klingt, hat konkrete Folgen für Reisende und Reiswirtschaft. Hoppe beschreibt die Dynamik: „Diese Kosten bremsen nicht nur das Wachstum, sondern führen seit Jahren dazu, dass sich Verkehre ins europäische Ausland verlagern. Die Konnektivität leidet immens und damit auch die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft.“
Das bedeutet im Klartext: Fluggäste an deutschen Airports zahlen höhere Ticketpreise und haben weniger Auswahl im Streckennetz – während Nachbarländer mit günstigeren Standortkosten immer mehr Verbindungen anziehen. Airlines überlegen es sich zweimal, ob sie neue Strecken nach Deutschland aufnehmen – oder weichen gleich auf umliegende Hubs aus.
Was die Branche jetzt fordert
Beide Verbände sehen den Kabinettsbeschluss als notwendigen, aber bei weitem nicht ausreichenden, ersten Schritt. Ihre Forderungen sind klar: Die Steuer soll im parlamentarischen Verfahren vollständig auf das Niveau von 2024 zurückgeführt werden. Darüber hinaus müssten Entlastungen bei Flugsicherungs- und Luftsicherheitsgebühren folgen.
Beisel appelliert an die größeren Zusammenhänge: „Leistungsfähige Flughäfen – egal ob groß oder kleiner – sichern die internationale Anbindung der deutschen Wirtschaft und sind ein zentraler Faktor für Wachstum und Wohlstand. Wenn staatliche Abgaben reduziert werden, profitiert nicht nur die Luftverkehrsbranche, sondern Wirtschaft, Touristik und die lahmende Konjunktur.“
Hoppe ergänzt den Aufruf in Richtung Bundespolitik: „Im Interesse der Bürger und der heimischen Wirtschaft muss die Bundesregierung den Luftverkehrsstandort Deutschland endlich entschlossener nachhaltig stärken.“

