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Einschränkungen im Verkehr
16.03.26, 14:00 Uhr

Streiks treffen BER und ÖPNV – Eurowings droht Arbeitskampf

Mehrere Arbeitskämpfe sorgen in dieser Woche für Einschränkungen im Reiseverkehr. Am Flughafen Berlin Brandenburg fallen am Mittwoch alle regulären Passagierflüge aus, bei Eurowings droht ein Pilotenstreik und in mehreren Bundesländern sind Streiks im Nahverkehr angekündigt.

Arbeitskämpfe im Verkehrssektor treffen Flug- und Nahverkehr. Gleichzeitig droht bei Eurowings ein Pilotenstreik. Foto: iStock/Torsten Asmus
Mehrere Arbeitskämpfe im Verkehrssektor führen in dieser Woche zu Einschränkungen im Flug- und Nahverkehr. Bei Eurowings droht ein Streik der Piloten, am Flughafen Berlin Brandenburg fallen am Mittwoch alle regulären Passagierflüge aus, und in mehreren Bundesländern sind Streiks im öffentlichen Nahverkehr angekündigt.

Eurowings-Piloten für mögliches Streikmandat

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings droht ein Streik der Piloten. Die Mitglieder der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit dafür gestimmt, ihre Forderungen zur betrieblichen Altersversorgung notfalls auch mit Arbeitskampfmaßnahmen durchzusetzen.

94 Prozent der teilnehmenden Mitglieder votierten dafür. 82 Prozent der Mitglieder beteiligten sich an der Abstimmung, das erforderliche Quorum wurde damit deutlich überschritten.

Hintergrund sind gescheiterte Tarifverhandlungen zur betrieblichen Altersversorgung. VC-Präsident Andreas Pinheiro sagte: „Mit diesem eindeutigen Votum erhält die Vereinigung Cockpit ein starkes Mandat der Pilotinnen und Piloten bei Eurowings, ihre Forderungen nach einer Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung konsequent weiterzuverfolgen.“ Die Pilotinnen und Piloten erwarteten eine nachhaltige und verlässliche Lösung. „Wir bleiben jederzeit zu konstruktiven Gesprächen bereit, erwarten dafür aber ein ernsthaftes Entgegenkommen der Arbeitgeberseite.“

Ein konkreter Zeitpunkt für einen Arbeitskampf wurde zunächst nicht genannt. Man wolle „zeitnah“ über das weitere Vorgehen informieren.

Warnstreik legt BER lahm

Am Hauptsadtflughafen Berlin Brandenburg ist der Ausstand indessen fix: Am Mittwoch, 18. März, werden regulären Passagierflüge druchgeführt. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Flughafengesellschaft zu einem Warnstreik aufgerufen. Diese habe Fluggesellschaften, Bodenverkehrsdienstleister, Sicherheitsunternehmen und Gewerbebetriebe informiert.

Fluggäste werden über die Website des Flughafens und über soziale Netzwerke auf dem Laufenden gehalten.

445 Flüge und 57.000 Passagiere betroffen

Für den Verkehrstag waren rund 445 Starts und Landungen mit etwa 57.000 Passagieren geplant. Betroffene Reisende sollen sich bei ihrer Fluggesellschaft über Umbuchungen oder alternative Reisemöglichkeiten informieren.

Aletta von Massenbach, Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft, kritisierte den Arbeitskampf: „Wir halten einen Warnstreik für unverhältnismäßig – gerade in einer durch den Iran-Krieg ohnehin sehr angespannten Lage.“ Die nächste Verhandlungsrunde sei bereits für den 25. März angesetzt. „Wir sind zuversichtlich, dass eine Einigung zustande kommt.“

ÖPNV-Streiks in mehreren Bundesländern 

Auch im öffentlichen Nahverkehr sind Arbeitskämpfe angekündigt, wie der Krisenmonitoring-Dienstleister A3M berichtet. In München beginnen die Streikmaßnahmen am Mittwoch, 18. März, um 11 Uhr. Betroffen sind Augsburg, Passau, Landshut, München, Nürnberg, Bayreuth, Bamberg, Regensburg und Dachau.

In Hamburg soll am Donnerstag die Hamburger Hochbahn für 24 Stunden bestreikt werden. Busse der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) sowie S-Bahnen und Hafenfähren fahren weiterhin.

Auch in Nordrhein-Westfalen sind Streiks im Nahverkehr angekündigt. Nicht betroffen sind unter anderem Wupsi in Leverkusen, die Bahn in Monheim, die Stadtbusse in Gütersloh sowie die Stadtwerke in Hamm und Münster. In Aachen fährt das Verkehrsunternehmen Aseag regulär. Geringere Einschränkungen werden unter anderem in Siegen, im Kreis Olpe sowie in Duisburg, Kleve, Wesel und bei der Düsseldorfer Rheinbahn erwartet.

Unklare Lage in Brandenburg, Streik im Saarland abgesagt

In Brandenburg ist noch offen, ob es am Donnerstag zu Streiks kommt. Der Regionalverband der Gewerkschaft hat ein mögliches Ausmaß bisher nicht bestätigt, berichtet dpa.

Im Saarland wurden die angekündigten Streiks inzwischen abgesagt. Arbeitskampfmaßnahmen könnten dort jedoch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Bei hoher Streikbeteiligung ist in vielen Städten mit Einschränkungen im Nahverkehr zu rechnen. Auch vor und nach den offiziellen Streikzeiten kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen. Reisende sollten daher zusätzliche Zeit einplanen.