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Krisenregion Nahost
02.03.26, 12:02 Uhr

Regierung plant Rückholflüge für deutsche Touristen

Wegen der Eskalation im Nahen Osten bereitet die Bundesregierung Rückholflüge für deutsche Reisende vor. Geplant sind zunächst Chartermaschinen nach Maskat und Riad. Rund 30.000 Touristen könnten betroffen sein. Die großen Golf-Carrier arbeiten an der Wiederaufnahme des Betriebs.

Die Nahostkrise zwingt die Bundesregierung zu einer Rückholaktion für deutsche Touristen. Foto: iStock/DesignRage

Nun doch: Die Bundesregierung bereitet wegen der Eskalation im Nahen Osten eine Rückholaktion für deutsche Reisende vor. Nach Angaben von Außenminister Johann Wadephul vom Montag, 2. März, sollen zunächst Charterflüge nach Maskat im Oman und nach Riad in Saudi-Arabien organisiert werden.

Vorrang hätten besonders schutzbedürftige Gruppen wie Kinder, Kranke und Schwangere. Insgesamt könnten nach Regierungsangaben rund 30.000 deutsche Touristen betroffen sein.

Begrenzte Kapazitäten

Geplant ist zunächst jeweils eine Maschine pro Ziel, da Flughäfen wie Maskat nur begrenzte Kapazitäten haben. Lufthansa habe Kapazitäten zugesichert, zudem seien TUI und der Deutsche Reiseverband (DRV) eingebunden, so die Bundesregierung.

Falls nötig, könnten auch gecharterte Privatflugzeuge oder Maschinen der Bundeswehr eingesetzt werden. Eine militärische Evakuierung direkt aus Krisengebieten schließt die Bundesregierung derzeit aus, da zahlreiche Lufträume weiter gesperrt sind.

Veranstalter und Airlines in der Pflicht

Die Bundesregierung sieht zunächst Reiseveranstalter und Fluggesellschaften in der Pflicht, gestrandete Reisende zurückzubringen. Das Auswärtige Amt stehe in engem Kontakt mit der Reiseindustrie. Urlauber sollen kommerzielle Reisemöglichkeiten vorrangig nutzen. Nach wie vor gilt der Aufruf für alle Bundesbürger im Nahen Osten, sich in der Krisenvorsorgeliste Elefand registrieren.

Golf-Airlines stark eingeschränkt

Die Golf-Airlines Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways schränken ihren Flugbetrieb infolge der Sicherheitslage stark ein. Luftraumsperrungen und Umleitungen führen zu zahlreichen Flugausfällen.

Emirates hat den Flugbetrieb in Dubai zeitweise vollständig gestoppt und Verbindungen in Konfliktgebiete ausgesetzt. Seit 2. März sollen vereinzelt wieder Flüge stattfinden.

Vorrang hätten Passagiere gestrichener Flüge. Reisende ohne bestätigte Buchung sollten nicht zum Flughafen kommen. Der Drehkreuzverkehr über den Dubai International Airport bleibt eingeschränkt.

Wiederaufnahme geplant

Auch Etihad plant, ab 2. März wieder einzelne Flüge durchzuführen. 

Qatar Airways bleibt nach eigenen Angaben besonders von der Schließung des katarischen Luftraums betroffen. Flüge sind vorerst ausgesetzt. Ein weiteres Update kündigt die Airline für den 3. März an.

Verbindungen müssen derzeit großräumig um Konfliktgebiete wie Iran, Irak, Syrien und Israel herumgeführt werden.

Evakuierung auf Zypern

Auch außerhalb der Golfregion kommt es zu Sicherheitsmaßnahmen. Nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf eine britische Militärbasis auf Zypern wurden laut Medienberichten der Flughafen Paphos sowie drei umliegende Dörfer evakuiert.

Airlines raten Reisenden, den Flugstatus regelmäßig zu prüfen und flexibel zu bleiben. Ein Ende der Einschränkungen ist derzeit nicht absehbar. Besonders Langstreckenverbindungen über die Golf-Drehkreuze bleiben bis auf Weiteres stark beeinträchtigt.