Militärische Eskalation01.03.26, 13:44 Uhr
Reisewarnungen erfassen fast den gesamten Nahen Osten
Kurz vor Beginn der ITB Berlin eskaliert der Nahostkonflikt mit Folgen für Tourismus und Luftverkehr. Nach Angriffen von Israel und den USA auf Ziele im Iran und iranischen Gegenschlägen warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in zahlreiche Länder der Region.

Massive Luftangriffe im Iran und anschließende Raketenangriffe haben den Nahen Osten in eine neue Eskalationsphase geführt. Foto: iStock/Backiris
Die Spannungen im Nahen Osten haben sich dramatisch zugespitzt: Am Morgen des 28. Februar 2026 haben Israel und die USA massive Luftangriffe auf strategische Ziele im Iran gestartet. Iran konterte unverzüglich mit Raketenangriffen auf israelische Städte sowie US-Militärstützpunkte in mehreren arabischen Ländern.
Die Vergeltungsschläge beschränkten sich nicht auf militärische Ziele – in Dubai wurden etwa Hotels wie das Fairmont auf Palm Jumeirah und das Burj Al Arab getroffen. Augenzeugenvideos zeigen Brände an den Fassaden, verursacht durch Raketeneinschläge oder Trümmer abgefangener Geschosse. Ebenfalls getroffen wurde der Dubai International Airport (DXB), was eine vorübergehende Evakuierung und Schließung zur Folge hatte.
Reisewarnungen für Großraum Nahost
Das deutsche Auswärtige Amt reagiert und verschärft entsprechende Warnungen nahezu flächendeckend: Vor Reisen nach Israel/Palästinensischen Gebieten, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran sowie allen Golfstaaten – von Bahrain über Kuwait, Oman, VAE, Saudi-Arabien und Katar bis Jemen – wird nun ausdrücklich gewarnt.
Für besonders gefährdete Gebiete – Libanon, Iran und palästinensische Gebiete – gibt es eine Aufforderung zur sofortigen Ausreise.
Der Krisenmonitoring-Anbieter A3M bietet auf einer frei zugänglichen Website einen aktuellen Überblick zu allen Entwicklungen.
Massive Störungen im Luftverkehr
Die Lufträume über Israel und Iran sind vollständig gesperrt, Bahrain, Katar und weitere Staaten haben ihren Luftraum ebenfalls eingeschränkt oder geschlossen. Zahlreiche Airlines haben den Flugbetrieb in die Region massiv reduziert oder eingestellt. Insgesamt sind laut Medieninformationen, Stand Sonntag, rund 3.500 Flugverbindungen gestirchen worden.
Die Lufthansa-Gruppe streicht Flüge nach Tel Aviv, Teheran, Beirut, Amman, Erbil sowie zeitweise nach Dubai und Abu Dhabi mindestens bis zum 8. März aus. Passagiere müssen mit erheblichen Verzögerungen, Umbuchungen oder Stornierungen rechnen.
Deutsche in der Region werden dringend aufgefordert, sich in der Krisenvorsorgeliste Elefand des Auswärtigen Amts zu registrieren, lokale Warnungen ernst zu nehmen und Behördenanweisungen zu befolgen. Die Bundesregierung hat einen Krisenstab einberufen. Bundeskanzler Merz koordiniert mit internationalen Partnern, betont jedoch, dass Deutschland nicht militärisch involviert ist.
Am Vorabend der ITB
Damit eskaliert der Konflikt Nahost unmittelbar vor der Eröffnung der weltgrößten B2B-Reisemesse ITB in Berlin. Mutmaßlich könnte die Teilnahme zahlreicher Aussteller, Teilnehmer oder Delegationen aus der Region erschwert bis gezwungenermaßen unmöglich werden.
Implikationen für die Reisebranche
Die aktuelle Lage könnte zu spürbaren Rückgängen im Reiseverkehr – geschäftlich wie privat – führen. Indirekter könnten europäische und asiatische Märkte betroffen sein: Umleitungen um die Konfliktzone könnten Flugzeiten zwischen Europa und Asien verlängern, Kerosinkosten steigen lassen und Ticketpreise beeinflussen.
Wichtige Umsteigeknoten wie Dubai, Doha oder Abu Dhabi könnten temporär an Kapazität verlieren, was Netzpläne großer Carrier herausfordert. Reiseversicherer könnten ihre Risikobewertungen anpassen und den Wiederanlauf des Regionaltourismus verzögern. Auch das Sicherheits-Image der Vereinigten Arabischen Emirate könnte ins Wanken geraten: Bis Sonntag wurden rund 160 Raketenangriffe registriert.
Hochseereisen betroffen
Auch den Kreuzfahrtverkehr trifft die Zuspitzung in Nahost: Reedereien wie TUI Cruises und MSC Cruises (MSC Euribia) haben Reisen im Persischen Golf abgesagt oder abgebrochen. Die Mein Schiff 4 befand sich zum Zeitpunkt der Angriffe in Abu Dhabi, die Mein Schiff 5 in Doha. Bei voller Auslastung beider Schiffe sind allein hier rund 5.000 Reisende plus Crews betroffen.
Weitere Absagen und Umleitungen sind zu erwarten, da Häfen wie Dubai, Doha oder Abu Dhabi nach den Angriffen vorerst nicht erreichbar sind. Aida, Costa und Nicko hatten im vergangenen Jahr ihre Nahost-Programme vorsorglich abgesagt.
Politische Hintergründe
Der Konflikt dreht sich insgesamt primär um Irans Atom- und Raketenprogramm, das Israel und die USA als existenzielle Bedrohung ansehen. Vermittlungsversuche Omans sind erfolglos geblieben, da Teheran nach Darstellung der Gegenseite verdeckt an Waffen gearbeitet haben soll. Zudem werden die Huthis, eine pro-iranische schiitische Miliz im Jemen, nach westlicher Einschätzung von Iran finanziell, militärisch und logistisch unterstützt.
US-Präsident Trump hat die sogenannte „Operation Epic Fury“ als Präventivschlag gegen Nuklearanlagen und Kommandeure der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) gestartet. Israel unterstützt mit eigenen Angriffen, um einen Regimewechsel zu forcieren.
Völkerrechtler sehen die Schläge als rechtswidrig, während Trump und der israelische Ministerpräsident Netanjahu mit Selbstverteidigung argumentieren. Die Tötung hochrangiger Figuren wie des iranischen Machthabers und Religionsführers Ali Chamenei könnte intensive Unruhen auslösen und die Spirale der Eskalation weiter treiben.
Ein Regimewechsel im Iran gilt derweil als unwahrscheinlich. Anders als frühere Ein-Mann-Diktaturen wie Libyen unter Muammar al-Gaddafi oder Irak unter Saddam Hussein verfügt das politische System über institutionalisierte Nachfolgeregelungen für zentrale Ämter und Gremien.
Wirtschaftliche Risiken
Iran hat die Straße von Hormus, ein Nadelöhr des weltweiten Ölhandels, de facto gesperrt. Experten warnen in diesem Zusammenhang vor möglichen Preisschocks auf den Energiemärkten. Zudem wird über eine mögliche Blockade des Suezkanals diskutiert, was internationale Lieferketten weiter belasten könnte. Eine Einschränkung in der Passage hätte Folgen für Kreuzfahrten sowie für den Fracht- und Bunkerverkehr.
Die Vergeltungsschläge beschränkten sich nicht auf militärische Ziele – in Dubai wurden etwa Hotels wie das Fairmont auf Palm Jumeirah und das Burj Al Arab getroffen. Augenzeugenvideos zeigen Brände an den Fassaden, verursacht durch Raketeneinschläge oder Trümmer abgefangener Geschosse. Ebenfalls getroffen wurde der Dubai International Airport (DXB), was eine vorübergehende Evakuierung und Schließung zur Folge hatte.
Reisewarnungen für Großraum Nahost
Das deutsche Auswärtige Amt reagiert und verschärft entsprechende Warnungen nahezu flächendeckend: Vor Reisen nach Israel/Palästinensischen Gebieten, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran sowie allen Golfstaaten – von Bahrain über Kuwait, Oman, VAE, Saudi-Arabien und Katar bis Jemen – wird nun ausdrücklich gewarnt.
Für besonders gefährdete Gebiete – Libanon, Iran und palästinensische Gebiete – gibt es eine Aufforderung zur sofortigen Ausreise.
Der Krisenmonitoring-Anbieter A3M bietet auf einer frei zugänglichen Website einen aktuellen Überblick zu allen Entwicklungen.
Massive Störungen im Luftverkehr
Die Lufträume über Israel und Iran sind vollständig gesperrt, Bahrain, Katar und weitere Staaten haben ihren Luftraum ebenfalls eingeschränkt oder geschlossen. Zahlreiche Airlines haben den Flugbetrieb in die Region massiv reduziert oder eingestellt. Insgesamt sind laut Medieninformationen, Stand Sonntag, rund 3.500 Flugverbindungen gestirchen worden.
Die Lufthansa-Gruppe streicht Flüge nach Tel Aviv, Teheran, Beirut, Amman, Erbil sowie zeitweise nach Dubai und Abu Dhabi mindestens bis zum 8. März aus. Passagiere müssen mit erheblichen Verzögerungen, Umbuchungen oder Stornierungen rechnen.
Deutsche in der Region werden dringend aufgefordert, sich in der Krisenvorsorgeliste Elefand des Auswärtigen Amts zu registrieren, lokale Warnungen ernst zu nehmen und Behördenanweisungen zu befolgen. Die Bundesregierung hat einen Krisenstab einberufen. Bundeskanzler Merz koordiniert mit internationalen Partnern, betont jedoch, dass Deutschland nicht militärisch involviert ist.
Am Vorabend der ITB
Damit eskaliert der Konflikt Nahost unmittelbar vor der Eröffnung der weltgrößten B2B-Reisemesse ITB in Berlin. Mutmaßlich könnte die Teilnahme zahlreicher Aussteller, Teilnehmer oder Delegationen aus der Region erschwert bis gezwungenermaßen unmöglich werden.
Implikationen für die Reisebranche
Die aktuelle Lage könnte zu spürbaren Rückgängen im Reiseverkehr – geschäftlich wie privat – führen. Indirekter könnten europäische und asiatische Märkte betroffen sein: Umleitungen um die Konfliktzone könnten Flugzeiten zwischen Europa und Asien verlängern, Kerosinkosten steigen lassen und Ticketpreise beeinflussen.
Wichtige Umsteigeknoten wie Dubai, Doha oder Abu Dhabi könnten temporär an Kapazität verlieren, was Netzpläne großer Carrier herausfordert. Reiseversicherer könnten ihre Risikobewertungen anpassen und den Wiederanlauf des Regionaltourismus verzögern. Auch das Sicherheits-Image der Vereinigten Arabischen Emirate könnte ins Wanken geraten: Bis Sonntag wurden rund 160 Raketenangriffe registriert.
Hochseereisen betroffen
Auch den Kreuzfahrtverkehr trifft die Zuspitzung in Nahost: Reedereien wie TUI Cruises und MSC Cruises (MSC Euribia) haben Reisen im Persischen Golf abgesagt oder abgebrochen. Die Mein Schiff 4 befand sich zum Zeitpunkt der Angriffe in Abu Dhabi, die Mein Schiff 5 in Doha. Bei voller Auslastung beider Schiffe sind allein hier rund 5.000 Reisende plus Crews betroffen.
Weitere Absagen und Umleitungen sind zu erwarten, da Häfen wie Dubai, Doha oder Abu Dhabi nach den Angriffen vorerst nicht erreichbar sind. Aida, Costa und Nicko hatten im vergangenen Jahr ihre Nahost-Programme vorsorglich abgesagt.
Politische Hintergründe
Der Konflikt dreht sich insgesamt primär um Irans Atom- und Raketenprogramm, das Israel und die USA als existenzielle Bedrohung ansehen. Vermittlungsversuche Omans sind erfolglos geblieben, da Teheran nach Darstellung der Gegenseite verdeckt an Waffen gearbeitet haben soll. Zudem werden die Huthis, eine pro-iranische schiitische Miliz im Jemen, nach westlicher Einschätzung von Iran finanziell, militärisch und logistisch unterstützt.
US-Präsident Trump hat die sogenannte „Operation Epic Fury“ als Präventivschlag gegen Nuklearanlagen und Kommandeure der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) gestartet. Israel unterstützt mit eigenen Angriffen, um einen Regimewechsel zu forcieren.
Völkerrechtler sehen die Schläge als rechtswidrig, während Trump und der israelische Ministerpräsident Netanjahu mit Selbstverteidigung argumentieren. Die Tötung hochrangiger Figuren wie des iranischen Machthabers und Religionsführers Ali Chamenei könnte intensive Unruhen auslösen und die Spirale der Eskalation weiter treiben.
Ein Regimewechsel im Iran gilt derweil als unwahrscheinlich. Anders als frühere Ein-Mann-Diktaturen wie Libyen unter Muammar al-Gaddafi oder Irak unter Saddam Hussein verfügt das politische System über institutionalisierte Nachfolgeregelungen für zentrale Ämter und Gremien.
Wirtschaftliche Risiken
Iran hat die Straße von Hormus, ein Nadelöhr des weltweiten Ölhandels, de facto gesperrt. Experten warnen in diesem Zusammenhang vor möglichen Preisschocks auf den Energiemärkten. Zudem wird über eine mögliche Blockade des Suezkanals diskutiert, was internationale Lieferketten weiter belasten könnte. Eine Einschränkung in der Passage hätte Folgen für Kreuzfahrten sowie für den Fracht- und Bunkerverkehr.

