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Nachhaltigkeit als Leitbild
26.10.25, 15:09 Uhr

Spanien verabschiedet langfristige Strategie für fairen Tourismus

Der spanische Ministerrat hat ein umfassendes Strategiepaket verabschiedet, das Tourismus ökologisch, sozial und wirtschaftlich neu ausrichten soll. Geplant sind 50 Maßnahmen in fünf Themenfeldern – von Kreislaufwirtschaft bis Besucherlenkung.

Foto: iStock/robertcicchetti
Der spanische Ministerrat hat kürzlich die „Estrategia España Turismo 2030“ verabschiedet. Die Tourismusstrategie soll die nationale Reisewirtschaft langfristig nachhaltiger, inklusiver und ausgewogener ausrichten. Grundlage ist ein Beteiligungsprozess mit über 200 öffentlichen und privaten Institutionen.

Die Regierung verfolgt demnach zwei Leitprinzipien: Zum einen sollen Einwohner der Urlaubsdestinationen klar im Mittelpunkt der Tourismuspolitik stehen. Zum anderen basiert das Konzept auf einem Verständnis von Nachhaltigkeit, das ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte verbindet.

All das ist Teil eines Maßnahmenpakets zur Modernisierung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Tourismussektors, das nach der Pandemie aufgelegt und mit 3,4 Milliarden Euro aus EU-Mitteln ausgestattet wurde.

Zur Umsetzung sind insgesamt fünf Programme mit 50 Maßnahmen und 148 konkreten Aktionen vorgesehen. Zuständig sind verschiedene Ministerien und Institutionen, koordiniert über eine interministerielle Tourismuskommission.

Ziele in fünf Themenfeldern

Die Strategie definiert 15 Ziele entlang von fünf Handlungsfeldern:
  • Destinationen gestalten: Die touristische Governance soll gestärkt und klimaangepasst werden. Geplant sind u. a. ein Programm zur Regeneration von Reisezielen, eine Plattform zur Klimaanpassung im Tourismus und ein Krisenreaktionsausschuss.
  • Unternehmen fördern: Kleine und mittlere Betriebe sollen bei Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft unterstützt werden. Vorgesehen sind z. B. ein Digitalisierungsprogramm und Maßnahmen zur Abfallvermeidung und regionalen Wertschöpfung.
  • Arbeitskräfte stärken: Ziel ist es, faire Arbeitsbedingungen zu schaffen. Maßnahmen sind u. a. ein Pakt für Arbeitswohlstand im Tourismussektor und die Förderung dualer Ausbildung.
  • Lebensqualität vor Ort sichern: Um Konflikte zwischen Tourismus und Bevölkerung zu vermeiden, plant die Regierung einen digitalen Werkzeugkasten zur besseren Steuerung von Raum, Ressourcen und Dienstleistungen. Außerdem wird ein Observatorium für touristisches Wohnen eingerichtet, das ein Atlas zur Tourismusintensität erstellt.
  • Touristisches Verhalten lenken: Spanien will sich als nachhaltiges Reiseziel positionieren. Verantwortungsvolles Marketing, Besucherlenkung und Umweltbewusstsein sollen gezielt gefördert werden.

Die Strategie ist an internationale Rahmenwerke wie die Agenda 2030 der UN, die EU-Tourismusstrategie und die Deklarationen von Palma und Madrid angelehnt.