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Mitgliederumfrage
03.03.21, 13:05 Uhr

Branche stellt Politik schlechtes Zeugnis aus

Eine Blitz-Umfrage des DRV rund um das Thema Restart führt zu schlechten Noten für die Politik. Einen Restart zu Ostern sehen nur wenige.

Foto: iStock
Eine Blitz-Umfrage des DRV rund um das Thema Restart führt zu schlechten Noten für die Politik. Kritisiert werden insbesondere der zu langsame Impffortschritt, Quarantäne für Reiserückkehrer sowie nicht enden wollende Appelle der Politik, auf das Reisen zu verzichten. Rund 600 Mitgliedsunternehmen haben an der Umfrage teilgenommen. Mit einem Anlaufen des Geschäfts zu Pfingsten respektive zum Sommer rechnet jeweils etwa ein Drittel aller Unternehmen. Einen Restart zu Ostern sehen nur wenige. Zehn Prozent der befragten Reisebüros und knapp neun Prozent der Veranstalter sehen in diesem Jahr überhaupt keine Chance auf ein Anlaufen des Geschäfts.

Rund 90 Prozent der Reisebüros und Veranstalter rechnen in diesem Jahr mit maximal 50 Prozent des Umsatzes aus dem Vor-Corona-Jahr 2019. Bei den touristischen Dienstleistern sind dies zwei Drittel. Die meisten Unternehmen erwarten Umsätze zwischen 25 und 50 Prozent im Vergleich zu 2019 – bei den Reisebüros knapp über 49 Prozent, bei den Veranstaltern knapp 45 Prozent und bei den sonstigen 48 Prozent. Nur rund zwei Prozent aller Befragten erwarten für das laufende Jahr mehr als 75 Prozent des Umsatzes von 2019.

Die meisten der Befragten würden begrüßen, dass geimpfte Personen uneingeschränkt reisen können. Bei den Reisebüros sind es mit 41 Prozent weniger als bei Veranstaltern (51 Prozent) und den sonstigen Unternehmen (52 Prozent). Immerhin fast zwölf Prozent der Reisebüros halten grundsätzlich gar nichts von dieser Idee. Bei den Veranstaltern (7,2 Prozent) und den sonstigen Unternehmen (6,1 Prozent) sind es deutlich weniger.

Quarantäne ist Reisehemmnis

Über drei Viertel der Befragten nennen eine mögliche Quarantäne bei der Rückreise nach Deutschland als vorrangigsten Grund, keine Reise zu buchen – bei Reisebüros sogar 82 Prozent. Auch die Quarantäne im Zielgebiet und der insgesamt nicht planbare Verlauf der Pandemie mit immer neuen Wellen oder Virusvarianten und daraus resultierende neue Reisebestimmungen hemmen die Buchungsentscheidung der Kunden. 70 Prozent der befragten Reisebüros sehen die sich wiederholenden Appelle der Politik, auf Reisen zu verzichten, als gravierendes Buchungshemmnis.

Die Beschleunigung des Impfens ist für die Mehrheit der Befragten (knapp 80 Prozent) besonders wichtig, wenn es um eine Restart-Strategie des Tourismus geht. Es folgen in der Bedeutung eine positive Kommunikation der Politik in Sachen Reisen und die Abschaffung der Quarantäne bei Rückreise (außer bei Hochinzidenz- oder Virusvariantengebieten), die mit systematischen Tests von Reiserückkehrern einhergeht.

„Die Ergebnisse unserer Blitz-Umfrage zeigen, dass im Mittelpunkt der politischen Überlegungen jetzt Strategien stehen müssen, die internationale Mobilität schrittweise wieder zu ermöglichen. Dazu zählt die Beschleunigung des Impfens ebenso wie eine schlüssige Teststrategie. Die Politik muss mit ihren Appellen, auf das Reisen zu verzichten, aufhören. Das ist nicht nur für die Reisewirtschaft wichtig – das ist essentiell für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, resümiert DRV-Präsident Norbert Fiebig.