DRV-Studie03.03.21, 12:43 Uhr
Noch nie dagewesener Einbruch der Reiseausgaben
Ein noch nie da gewesener Einbruch bei den Reiseausgaben und der Anzahl der Reisenden belastet die deutsche Reisewirtschaft.

Foto: iStock
Mit einem noch nie da gewesenen Einbruch bei den Reiseausgaben und der Anzahl der Reisenden beendet die deutsche Reisewirtschaft das Touristikjahr 2019/20 und startet in ein ungewisses, nicht berechenbares Reisejahr 2021 – so fällt die Bilanz für das vergangene Urlaubsjahr aus, die der DRV heute im Vorfeld der ITB Berlin vorlegt. Wurden von den Deutschen im Rekordjahr 2019 noch 69,5 Milliarden Euro für Reisen ausgegeben, waren es im Corona-Jahr nur noch knapp 32 Milliarden Euro – ein Rückgang um 54 Prozent. Dies belegen die Auswertungen des Marktforschungsunternehmens GfK für den DRV und beziehen sich auf Urlaubs- und Privatreisen ab mindestens einer Übernachtung, die vorab vor Reiseantritt gebucht wurden.
Von den 32 Milliarden Euro Reiseausgaben entfielen 12,5 Milliarden auf die Pauschal- und Bausteinangebote der Veranstalter. Das ist ein Rückgang um 65 Prozent beziehungsweise 23 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. „Damit fällt der Umsatz auf ein Niveau von vor über 30 Jahren zurück", sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig. „Zwei Punkte sind entscheidend. Die Überbrückungshilfe III ist für den Vertrieb erstens nicht ausreichend. Dass die Reisebüroprovisionen auf Basis des Bezugsjahrs 2019 nicht Teil der Hilfen sind, ist ein struktureller Webfehler. Dieser muss nach wie vor behoben werden. Zweitens müssen die Überbrückungshilfen, falls der Restart nicht sehr rasch möglich ist, intelligent verlängert werden, um die Strukturen der Reisewirtschaft zu sichern."
Verlorene Sommersaison
Die Ausgaben für selbstorganisierte Reisen sanken um 43 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Damit wurden erstmals nur 39 Prozent der Privat- und Urlaubsreisen über Reiseveranstalter gebucht. Bislang lag der Anteil der organisierten Reisen seit Jahren bei über 50 Prozent. Dieser Rückgang resultiert aus der 2020 vermehrten Reisetätigkeit innerhalb Deutschlands und den angrenzenden Ländern wie Österreich.
Besonders drastisch sanken im vergangenen Jahr die Ausgaben in der Sommersaison – von 46 Milliarden Euro im Vorjahr um 64 Prozent auf 16 Milliarden Euro. Mit der Öffnung europäischer Reiseziele im Sommer wurde auch wieder vermehrt gereist, trotzdem konnte das die massiven Rückgänge aus den ersten Monaten nicht ausgleichen: Die Anzahl der Reisen sank um über ein Drittel auf insgesamt 152 Millionen. Deutschland war dabei nach den GfK-Auswertungen für den DRV als Reiseziel in Ermangelung der weltweiten Reisemöglichkeiten zwar anteilig stärker gebucht, verzeichnete aber dennoch ein deutliches Minus und lag unter den Zahlen von 2019.
Massiver Rückgang bei Kreuzfahrten
Für Kreuzfahrten Fluss- und Hochseekreuzfahrten gaben die Deutschen laut GfK-Auswertungen rund 2,4 Milliarden Euro aus, ein massiver Rückgang um 60 Prozent. Dabei waren die Rückgänge bei den Flusskreuzfahrten mit 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 300 Millionen Euro noch stärker als für Reisen auf den Meeren (minus 59 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro). Verreisten 2019 noch insgesamt 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit einem Kreuzfahrtschiff, waren es im vergangenen Jahr nur noch rund 1,4 Millionen – davon fast 1,1 Millionen auf der Hochsee und etwas mehr als 300.000 Passagiere auf Flüssen.
Obwohl derzeit viele internationale Ziele nicht oder nur schwer zu bereisen sind, wird sich dies nach aktueller Einschätzung langfristig nicht in einer grundsätzlichen Änderung des Reiseverhaltens niederschlagen. Laut einer aktuellen Umfrage der GfK im Februar hat sich an der Beliebtheit von Destinationen wenig geändert. So wollen die Befragten in den nächsten Jahren neben Deutschland unter anderem auch wieder die Balearen, Griechenland, Italien, die Kanaren, Österreich und andere weltweite Ziele bereisen.
Von den 32 Milliarden Euro Reiseausgaben entfielen 12,5 Milliarden auf die Pauschal- und Bausteinangebote der Veranstalter. Das ist ein Rückgang um 65 Prozent beziehungsweise 23 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. „Damit fällt der Umsatz auf ein Niveau von vor über 30 Jahren zurück", sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig. „Zwei Punkte sind entscheidend. Die Überbrückungshilfe III ist für den Vertrieb erstens nicht ausreichend. Dass die Reisebüroprovisionen auf Basis des Bezugsjahrs 2019 nicht Teil der Hilfen sind, ist ein struktureller Webfehler. Dieser muss nach wie vor behoben werden. Zweitens müssen die Überbrückungshilfen, falls der Restart nicht sehr rasch möglich ist, intelligent verlängert werden, um die Strukturen der Reisewirtschaft zu sichern."
Verlorene Sommersaison
Die Ausgaben für selbstorganisierte Reisen sanken um 43 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Damit wurden erstmals nur 39 Prozent der Privat- und Urlaubsreisen über Reiseveranstalter gebucht. Bislang lag der Anteil der organisierten Reisen seit Jahren bei über 50 Prozent. Dieser Rückgang resultiert aus der 2020 vermehrten Reisetätigkeit innerhalb Deutschlands und den angrenzenden Ländern wie Österreich.
Besonders drastisch sanken im vergangenen Jahr die Ausgaben in der Sommersaison – von 46 Milliarden Euro im Vorjahr um 64 Prozent auf 16 Milliarden Euro. Mit der Öffnung europäischer Reiseziele im Sommer wurde auch wieder vermehrt gereist, trotzdem konnte das die massiven Rückgänge aus den ersten Monaten nicht ausgleichen: Die Anzahl der Reisen sank um über ein Drittel auf insgesamt 152 Millionen. Deutschland war dabei nach den GfK-Auswertungen für den DRV als Reiseziel in Ermangelung der weltweiten Reisemöglichkeiten zwar anteilig stärker gebucht, verzeichnete aber dennoch ein deutliches Minus und lag unter den Zahlen von 2019.
Massiver Rückgang bei Kreuzfahrten
Für Kreuzfahrten Fluss- und Hochseekreuzfahrten gaben die Deutschen laut GfK-Auswertungen rund 2,4 Milliarden Euro aus, ein massiver Rückgang um 60 Prozent. Dabei waren die Rückgänge bei den Flusskreuzfahrten mit 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 300 Millionen Euro noch stärker als für Reisen auf den Meeren (minus 59 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro). Verreisten 2019 noch insgesamt 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit einem Kreuzfahrtschiff, waren es im vergangenen Jahr nur noch rund 1,4 Millionen – davon fast 1,1 Millionen auf der Hochsee und etwas mehr als 300.000 Passagiere auf Flüssen.
Obwohl derzeit viele internationale Ziele nicht oder nur schwer zu bereisen sind, wird sich dies nach aktueller Einschätzung langfristig nicht in einer grundsätzlichen Änderung des Reiseverhaltens niederschlagen. Laut einer aktuellen Umfrage der GfK im Februar hat sich an der Beliebtheit von Destinationen wenig geändert. So wollen die Befragten in den nächsten Jahren neben Deutschland unter anderem auch wieder die Balearen, Griechenland, Italien, die Kanaren, Österreich und andere weltweite Ziele bereisen.

