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DRV-Jahrestagung
08.12.20, 11:06 Uhr

"Ohne die Überbrückungshilfe III wird es nicht gehen"

Rund drei Viertel der Veranstalter und Reisebüros melden bei einem DRV-Branchencheck Umsatzausfälle von 80 bis 90 Prozent.

Foto: iStock
Der aktuelle Branchencheck des DRV zeigt die nach wie vor angespannte wirtschaftliche Situation von Reisebüros und Veranstaltern während der Corona-Pandemie. An der Umfrage haben sich von Ende November Bis Anfang Dezember rund 300 Reisebüros und 200 Veranstalter beteiligt. Rund drei Viertel melden Umsatzausfälle von 80 bis 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Befragt nach der aktuellen wirtschaftlichen Situation bezeichnen fast 90 Prozent der Veranstalter ihre Situation als stark belastet und existenzbedrohend – haben aber die Hoffnung, trotz hoher Belastungen durch die Krise zu kommen. Bei den Reisebüros sagen dies sogar über 95 Prozent. „Das zeigt wie dramatisch die Situation ist“, erklärt DRV Norbert Fiebig. „Es zeigt aber auch, dass die Unternehmen kämpfen und hoffen, durch die Krise zu kommen.“ Lediglich knapp vier Prozent der teilnehmenden Veranstalter und drei Prozent der Reisebüros sehen aktuell keinerlei Perspektive mehr. „Als Licht am Ende des Tunnels würde ich bezeichnen, dass die Hälfte der Unternehmen damit rechnet, dass das Geschäft im Sommer 2021 wieder anläuft“, so Fiebig.

Schon heute stützt sich die überwiegende Mehrheit der Unternehmen auf Überbrückungshilfen. Bei den Veranstaltern haben 77 Prozent, im Reisevertrieb 84 Prozent entsprechende staatliche Unterstützungen beantragt. Bei den Veranstaltern sind darüber hinaus KfW-Kredite mit 42 Prozent das Mittel der Wahl. Bei den Reisebüros setzt lediglich ein Viertel auf das geliehene Geld vom Staat. Steuerstundungen und spezielle Hilfen der Bundesländer wurden ebenfalls bereits von den Unternehmen beantragt. Um den Winter zu überstehen, reicht das alles aber nicht. „80 Prozent der Befragten unterstreichen, dass es ohne die Überbrückungshilfen III, die bis zum Juni des kommenden Jahres greifen, nicht gehen wird“, zitiert Fiebig aus dem Branchencheck. „Diese Hilfen sind überlebenswichtig.“

Über 80 Prozent der Reisebüros und Veranstalter haben darüber hinaus in diesem Jahr Kurzarbeit beantragt. Sie sehen diese Notwendigkeit auch für das kommende Jahr. Rund zwei Drittel der Unternehmen mussten außerdem bereits Personal entlassen oder müssen es voraussichtlich tun. „Wir müssen aufpassen, dass wir unsere sehr gut ausgebildeten Fachkräfte durch diese Pandemie nicht an andere Branche verlieren“, mahnt Fiebig.