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DRV-Tagung
08.12.20, 10:14 Uhr

„Buchungsumsätze stürzten ins Bodenlose“

Zum Auftakt seiner virtuellen Jahrestagung musste der DRV heute eine negative Bilanz für die Reisebranche mit einem noch nie dagewesenen Umsatzrückgang ziehen.

Foto: iStock
Zum Auftakt seiner virtuellen Jahrestagung musste der DRV heute eine negative Bilanz für die Reisebranche mit einem noch nie dagewesenen Umsatzrückgang ziehen. Zwischen 1. November 2019 und 31. Oktober 2020 sank der Umsatz für Veranstalterreisen, die bei stationären Reisebüros und auf Online-Reiseplattformen gebucht wurden, um 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den Sommermonaten, üblicherweise die Hochsaison, gingen die Umsätze sogar um 81 Prozent zurück. „Dabei begann das Jahr vielversprechend“, so DRV-Präsident Norbert Fiebig. “Doch mit dem ersten Lockdown stürzten die Buchungsumsätze ins Bodenlose.“ Für dieses Jahr sind nach Berechnungen des DRV bislang durch die Pandemie und die weltweite Reisewarnung ab März 28 Milliarden Euro weniger in die Kassen der Reisebüros und Veranstalter geflossen. Dabei ist nicht nur der Umsatz mit Urlaubsreisen dramatisch eingebrochen. Auch das Geschäftsreisevolumen der Business Travel-Reisebüros ist um rund 80 Prozent zurückgegangen.

Nachdem die weltweite Reisewarnung Mitte Juni aufgehoben worden war, nahmen die Buchungen für die Sommermonate zwar zu. Reisewarnungen und immer wieder erneuerte Aufforderungen der Bundesregierung nicht zu reisen, hätten die Menschen jedoch zögern lassen. „Generell buchen die Kunden extrem kurzfristig“, beschreibt Fiebig die Situation der vergangenen Monate. So seien beispielsweise im September fast 60 Prozent der Reisen noch für den September und Oktober gebucht worden, und das auf insgesamt vergleichsweise niedrigem Umsatzniveau.

Für die derzeit laufende Wintersaison sieht der DRV keine Trendwende. Für die Reisezeit bis April nächsten Jahres liegt der Umsatzrückgang bei über 70 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Leichte Hoffnungsschimmer zeichnen sich für den Sommer 2021 ab. Nach den Ankündigungen über die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffes steigen die Neubuchungen für die Sommerferien derzeit deutlich an, wenn auch noch auf niedrigem Niveau. „Mit der Aussicht auf den Impfstoff steigt auch die Zuversicht, bald wieder verreisen zu können. Zudem rechnen wir mit einem Nachholeffekt, da viele in diesem Jahr keinen Urlaub machen konnten und diesen auf 2021 verschoben haben“, so Fiebig.

Bei den Vorausbuchungen für den kommenden Sommer sind besonders Flugpauschalreisen in Richtung westliches Mittelmeer gefragt, gebucht werden aber auch wieder mehr Fernreisen als noch vor Wochen. Trotzdem werde es aller Voraussicht nach noch dauern, bis die bisherigen Rekordumsatzwerte aus dem Jahr 2019 wieder erreicht werden können. „Für 2021 sind wir verhalten optimistisch, 50 bis 60 Prozent der vormaligen Umsatzhöhe von rund 36 Milliarden Euro für den organisierten Reisemarkt der Veranstalter und Reisebüros erzielen zu können“, so der DRV-Präsident. Voraussetzung sei die Verfügbarkeit eines Impfstoffes und eine risikobasierte Teststrategie der Bundesregierung.