02.06.20, 08:00 Uhr
Verbände fordern Sechs-Milliarden-Fonds
In seltener Einigkeit fordern die Branchenverbände BTW und DRV zusammen mit der Verbraucherzentrale

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In seltener Einigkeit fordern die Branchenverbände BTW und DRV zusammen mit der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in einem gemeinsamen Schreiben an Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Justizministerin Christine Lambrecht, und Finanzminister Olaf Scholz auf, einen staatlich abgesicherten Kreditfonds für die Reisebranche aufzulegen. Aus dem Fonds sollen die Veranstalter vorübergehend Geld entnehmen können, um ihren Kunden die Gelder für die pandemiebedingt stornierten Reisen zurückzuerstatten.
„Ohne ein ergänzendes Instrumentarium ist die freiwillige Gutscheinlösung bei Pauschalreisen wenig belastbar und von geringem Vorteil für Verbraucher und Veranstalter gleichermaßen“, heißt es in dem Schreiben. Die Akzeptanz für die freiwilligen Reisegutscheine sei gering. Er würden also viele Kunden eine Barauszahlung bevorzugen. Nach Berechnungen des DRV summieren sich die Rückzahlungsforderungen auf rund sechs Milliarden Euro. Die Veranstalter seien derzeit nicht in der Lage, diese Gelder fristgerecht zu erstatten.
Der Fonds soll vorübergehend als Kreditgeber agieren. Die teilnehmenden Reisebüros und Veranstalter müssten nach Ablauf einer Frist die entnommenen Mittel wieder zurückzahlen. Damit würde der Staat dazu beitragen, die derzeitigen Liquiditätsengpässe der Reisewirtschaft zu überbrücken, Arbeitsplätze zu sichern und eine Großzahl von Unternehmen vor der Insolvenz zu bewahren, so die Verbände. Gleichzeitig würde das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Pauschalreise gestärkt.

