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28.02.18, 08:00 Uhr

DRV-Bilanz: Ausgaben und Umsätze steigen, Anzahl der Vertriebsstellen sinkt

„Die Deutschen sind mehr gereist und haben auch mehr Geld für ihren Urlaub ausgegeben“, so das

Foto: DRV
„Die Deutschen sind mehr gereist und haben auch mehr Geld für ihren Urlaub ausgegeben“, so das Fazit von Norbert Fiebig. Der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV) stellte heute gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen GfK die aktuellen Zahlen des deutschen Reisemarktes in Frankfurt vor. Demnach gaben die Bundesbürger 2017 fast 65 Milliarden Euro für Urlaubs- und Privatreisen aus. Und steigerten sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent.
Die organisierte Reise ist immer noch die beliebteste Reiseform.
Das meiste Geld gaben die Deutschen dabei für Kreuzfahrten und Auslandsreisen aus, dabei lagen vor allem Badeurlaube (plus 12 Prozent) und Städtetrips (plus 14 Prozent) lagen in ihrer Gunst. Und nach wie vor ist die organisierte Reiseform die beliebteste Variante der Deutschen, die vergangenes Jahr fast 34 Milliarden Euro dafür ausgaben. Etwas weniger, nämlich rund 24 Milliarden Euro, investierten sie in Direktbuchungen bei Leistungsträgern. Und knapp 11 Prozent der Gesamtsumme von fast 65 Milliarden Euro entfielen auf die Produktportale, also Webseiten von Hotel-, Flug- und Mietwagenanbietern. Griechenland gewinnt, USA verliert. Als eines der liebsten Reiseländer der Deutschen konnte sich 2017 Griechenland behaupten. Die Mittelmeerdestination schob sich mit 30 Prozent Zuwachs auf Platz Zwei der begehrtesten Veranstalterreisen, gleich hinter Spanien. Die iberische Halbinsel blieb auch 2017 vom Gesamtumsatz- und Gästevolumen her das beliebteste ausländische Urlaubsziel der Deutschen. Allerdings entwickelten sich die Regionen unterschiedlich, so steigerten sich die Kanaren und das spanische Festland im niedrigen einstelligen Bereich, die Balearen dagegen verloren an Umsatz. Aktuell lägen die Kanaren sieben Prozent, die Balearen rund drei Prozent im Plus.
Für 2018 sehen wir ein Comeback der Türkei.
Weitere Gewinner sind zudem Ägypten und die Türkei. Das Land am Nil liegt bei den Umsätzen sogar für 2018 bereits 64 Prozent im Plus. Die Türkei hätte laut Fiebig „die Talsohle durchschritten“, die Buchungen würden anziehen. „Für 2018 sehen wir das Comeback der Türkei“, ist der DRV-Präsident überzeugt. Auch, wenn die Umsätze für den Sommer 2018 natürlich immer och unter den Höchstwerten von 2015 lägen. Auf der Fernstrecke können für 2018 bereits Südafrika, die Seychellen, Mauritius und Thailand mit Zuwächsen überzeugen. Ein Umsatzminus von 20 Prozent für den kommenden Sommer muss dagegen die USA bereits jetzt verzeichnen. Und auch die Karibik, allen voran Kuba, schwächeln. 2018 zeigt Frühbuchertrend. Doch nicht nur die Zahlen aus dem vergangenen Jahr erfreuen die Touristiker. Auch das bereits begonnene Jahr 2018 zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend, die Vorausbuchungsumsätze für den Sommer im deutschen Reisevertrieb lägen um 18 Prozent höher als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, belegt die Bilanz. „Bislang sind damit deutlich mehr Reisen als im Vorjahr gebucht worden – und dies zudem auch deutlich früher als sonst“, erläutert DRV-Präsident Fiebig. Er rechnet deshalb auch mit einer „besonders hohen Nachfrage“ für 2018 und einem weiteren Umsatzwachstum für dieses Jahr. Reisebüros steigern Umsätze, aber Anzahl der Vertriebsstellen sinkt. Um rund fünf Prozent steigerte sich der durchschnittliche Umsatz je Reisebüro, so könnten diese auch wirtschaftlicher arbeiten, so Fiebig. Für den Gesamtreisebüromarkt ergebe sich für 2017 ein Umsatzsprung von 1,2 Milliarden Euro auf 26,4 Milliarden Euro. Aktuell kann der DRV in Deutschland 11.116 Vertriebsstellen ermitteln, ihre Zahl sei im Laufe des Jahres 2017 aber um etwa zwei Prozent gesunken. Zu Vertriebsstellen zähle man mittlerweile sowohl die Vollsortiment-Agenturen als auch die auf Touristik spezialisierten und die auf Business Travel ausgerichteten Agenturen sowie die Vertriebsbüros, die sich auf einen Veranstalter oder einen bestimmten Ausschnitt des Reiseangebots konzentrieren. Die meisten Reisebüros gibt es nach wie vor in Berlin, Hamburg, München, Köln und Düsseldorf. Allerdings ist der Anteil der systemgebundenen Agenturen weiter gewachsen, heute gehören mehr als 95 der stationären Büros einem Verbund an.