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21.12.17, 08:00 Uhr

Arved Fuchs appelliert an Touristik

„Der Tourismus hat viele Stellschrauben“, meint Arved Fuchs. Der Abenteurer warnt als

Foto: DRV
„Der Tourismus hat viele Stellschrauben“, meint Arved Fuchs. Der Abenteurer warnt als UN-Botschafter vor den Folgen des Klimawandels und appelliert dabei auch an die Reiseindustrie. Sein Name steht für zahlreiche Expeditionen in die Polargebiete. Als erster Mensch erreichte er sowohl den Nord- als auch den Südpol zu Fuß. Travel One sprach mit dem 64-Jährigen (Foto: auf der DRV-Tagung 2017 in Ras Al Khaimah). Inwieweit steht die Touristik beim Klimawandel in der Verantwortung? Fuchs: Die Reedereien könnten zum Beispiel komplett auf Schweröl als Treibstoff verzichten, um den Ausstoß von Schadstoffen zu reduzieren. Es gibt erste Ansätze, aber das ist bei Weitem noch nicht genug. Zudem sollte sich die Touristik die Frage stellen, inwieweit sie die lokale Wirtschaft der besuchten Länder einbindet. Was hat letzteres mit dem Thema zu tun? Fuchs: Klimawandel wird früher oder später zu einer Frage des Menschenrechts. Küsten verschwinden, Menschen verlieren schon jetzt ihr Zuhause. In Alaska mussten bereits Küstendörfer umgesiedelt werden, weil ihre Häuser, die früher auf Permafrostboden standen wegen Erosion ins Meer gerutscht sind. Ein anderes Beispiel ist das Thema Flucht. Menschen fliehen, weil Dürren ihnen die Lebensgrundlage rauben. Der Tourismus sollte dafür sorgen, dass die Menschen weiterhin in ihrer Heimat leben können. Er hat die Aufgabe etwas aufzubauen, woran die Bevölkerung partizipieren kann. Die Touristik argumentiert oft damit, dass für ihre Kunden Nachhaltigkeit kein Buchungsargument sei. Fuchs: Es gibt durchaus bewusst agierende Menschen. Zudem geht es auch um das Image eines Unternehmens. Nehmen Sie zum Beispiel Tesla. Die Elektroautos des Unternehmens sind bislang nur wenig auf den Straßen vertreten. Doch jeder kennt Tesla, und das Unternehmen hat sehr hohe Sympathiewerte. Wenn aber dann doch das günstigere Produkt genommen wird. Fuchs: Natürlich herrscht oftmals die Schnäppchenjägermentalität. Doch die Touristik macht es sich zu einfach, wenn sie behauptet, ihre Kunden wollen das billige Angebot und dass sie sie daher damit beliefern müssten. Arbeitet ein Unternehmen transparent und zeigt, dass Qualität ihren Preis hat, wird es sich damit durchsetzen. Nachhaltigkeit kann durchaus ein Verkaufsargument sein. Und manchmal muss man mutig sein und einen neuen Weg gehen. Das Interview führte Petra Hirschel