Umfrage
Das sind die aktuellen Themen am Counter
Welche Themen brennen den Reisebüros gerade unter den Nägeln? Cashback, klar, aber da gibt es auch noch ein paar andere Sachen, die bei der Beratung derzeit nicht ganz einfach sind … Wir haben uns beim Reisesommer in Mainz umgehört und ein paar Stimmen eingefangen.

Reisen oder nicht reisen? Der Nahe Osten, hier Dubai, bleibt ein Sorgenkind am Counter. Foto: Nikada/iStock
Die Halle 45 ist Mainz war beim Reisesommer gut gefüllt. Die Stimmung war entspannt, viele waren in Plauderlaune. Es wurden alte Kontakte aufgefrischt und neue geknüpft – und natürlich wurde auch über die Themen gesprochen, die den Counter aktuell beschäftigen.
Cashback und Preisunterschiede bei Flügen
Katrin Storck, selbstständige Solamento-Reiseberaterin aus Friedrichsdorf, nennt nicht ganz unerwartet das Thema Cashback als eines der vorherrschenden Themen. „Das macht es in der Beratung natürlich immer schwieriger, wenn die Leute damit kommen. Aber meistens muss man nur einmal kurz erklären, warum das nicht geht, und dann wird das auch akzeptiert.“
Ein viel größeres Problem sieht sie bei der Preisungleichheit der Flüge. So habe sie immer wieder Nur-Flug-Buchungen, und der Preisaufschlag im Verhältnis zur Direktbuchung bei der Airline sei oft nicht leicht zu vermitteln. „Wenn ein Flug auf der Lufthansa-Website 79 Euro weniger kostet als bei mir, verstehen das viele Kunden nicht. Ältere Kunden buchen dann trotzdem bei mir, weil ich ihnen alles abnehme, aber die Jüngeren sind natürlich weg.“
Verunsicherung rund um den Nahen Osten
Auch die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten beschäftigt die Reisebüros. Büsra Cakiroglu und Simone Schmid vom Holiday Land Reisebüro in Dorfen hören nahezu täglich die Frage: „Wie sicher ist es dort eigentlich?“
„Die Kunden sind sehr verunsichert“, sagt Büsra Cakiroglu. „Die Frage, die wir wohl am häufigsten hören, lautet: Was wäre, wenn?“ So habe eine Kundin mehrere Monate lang gezögert, ob sie tatsächlich nach Dubai reisen solle, sich schließlich aber doch entschieden: für eine Woche über Silvester, als klassische Kombination aus Strand- und Städtereise mit vier Erwachsenen. „Darüber habe ich mich sehr gefreut.“
Ihre Kollegin Simone Schmid hat sogar gerade ihre eigene Dubai-Reise klargemacht. „Vier Tage im nächsten Jahr, von dort aus geht es weiter auf die Malediven.“ Sie gehe davon aus, dass alles glattlaufe – „mal schauen, was passiert!“
Sylvia Köberlein vom Reisebüro Seibold in Nürnberg macht die globale Krise ebenfalls bei der Beratung zu schaffen. „Viele Kunden trauen sich einfach nicht mehr, in den Nahen Osten zu fliegen oder sogar dort auf dem Weg in den Indischen Ozean umzusteigen“, sagt sie. Als Lösung könne sie ab Nürnberg immerhin einen Flug mit Turkish Airlines über Istanbul auf die Malediven anbieten. „Der ist aktuell zwar etwa 1.000 Euro teurer als der Emirates-Flug, aber machen Kunden ist es das wert.“
Flex-Tarife: Beruhigung oder Risiko?
Flex-Tarife zur Kundenberuhigung biete sie generell nicht an. „Da habe ich immer die Sorge, dass die Kunden dann aktiv stornieren.“
Den umgekehrten Weg geht Rebecka Sieber, Amondo-Reiseberaterin aus Schmidmühlen bei Regensburg. Sie bietet Flex-Tarife offensiv an, nicht nur, aber insbesondere bei Reisen in oder über den Nahen Osten. „Die Leute wollen ja in den Urlaub fliegen, deshalb kommen sie doch zu mir. Und wenn ich ihnen dann sage, dass sie im Zweifelsfall immer noch stornieren oder umbuchen können, ist das gut für das Vertrauen.“
Doch auch ihr macht die allgemeine Unsicherheit der Kunden Sorgen. „Viele wollen gar nicht mehr lange im Voraus planen und am liebsten Last-Minute buchen. Leider denken immer noch einige, dass das dann besonders günstig sein müsste, aber die Zeiten sind ja lange vorbei.“
Niedrigwasser und ein stockendes Wintergeschäft
Ein ganz anderes Problem treibt derzeit Stefanie Stuckenberger vom Sonnenklar TV Reisebüro in Wasserburg um: das Niedrigwasser der Donau. „Nächste Woche habe ich eine Gruppe mit zwölf Leuten aus dem Fluss, aber da kommen wir möglicherweise nur bis Wien.“
Den Nahen Osten habe sie traditionell sehr gut im Winter verkauft, dieses Jahr hake es jedoch noch ziemlich. „Ich hatte kürzlich Kunden da, die ganz normal Urlaub in Dubai gemacht haben. Naja, von einem Drohnenalarm mal abgesehen …“ Wer in die Region reisen möchte, bekomme von ihr immer einen Flex-Tarif angeboten – allerdings nur, wenn die Kunden zustimmen, bei einer Stornierung den Provisionsausfall zu übernehmen.
Susanne Layh
Cashback und Preisunterschiede bei Flügen
Katrin Storck, selbstständige Solamento-Reiseberaterin aus Friedrichsdorf, nennt nicht ganz unerwartet das Thema Cashback als eines der vorherrschenden Themen. „Das macht es in der Beratung natürlich immer schwieriger, wenn die Leute damit kommen. Aber meistens muss man nur einmal kurz erklären, warum das nicht geht, und dann wird das auch akzeptiert.“
Ein viel größeres Problem sieht sie bei der Preisungleichheit der Flüge. So habe sie immer wieder Nur-Flug-Buchungen, und der Preisaufschlag im Verhältnis zur Direktbuchung bei der Airline sei oft nicht leicht zu vermitteln. „Wenn ein Flug auf der Lufthansa-Website 79 Euro weniger kostet als bei mir, verstehen das viele Kunden nicht. Ältere Kunden buchen dann trotzdem bei mir, weil ich ihnen alles abnehme, aber die Jüngeren sind natürlich weg.“
Verunsicherung rund um den Nahen Osten
Auch die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten beschäftigt die Reisebüros. Büsra Cakiroglu und Simone Schmid vom Holiday Land Reisebüro in Dorfen hören nahezu täglich die Frage: „Wie sicher ist es dort eigentlich?“
„Die Kunden sind sehr verunsichert“, sagt Büsra Cakiroglu. „Die Frage, die wir wohl am häufigsten hören, lautet: Was wäre, wenn?“ So habe eine Kundin mehrere Monate lang gezögert, ob sie tatsächlich nach Dubai reisen solle, sich schließlich aber doch entschieden: für eine Woche über Silvester, als klassische Kombination aus Strand- und Städtereise mit vier Erwachsenen. „Darüber habe ich mich sehr gefreut.“
Ihre Kollegin Simone Schmid hat sogar gerade ihre eigene Dubai-Reise klargemacht. „Vier Tage im nächsten Jahr, von dort aus geht es weiter auf die Malediven.“ Sie gehe davon aus, dass alles glattlaufe – „mal schauen, was passiert!“
Sylvia Köberlein vom Reisebüro Seibold in Nürnberg macht die globale Krise ebenfalls bei der Beratung zu schaffen. „Viele Kunden trauen sich einfach nicht mehr, in den Nahen Osten zu fliegen oder sogar dort auf dem Weg in den Indischen Ozean umzusteigen“, sagt sie. Als Lösung könne sie ab Nürnberg immerhin einen Flug mit Turkish Airlines über Istanbul auf die Malediven anbieten. „Der ist aktuell zwar etwa 1.000 Euro teurer als der Emirates-Flug, aber machen Kunden ist es das wert.“
Flex-Tarife: Beruhigung oder Risiko?
Flex-Tarife zur Kundenberuhigung biete sie generell nicht an. „Da habe ich immer die Sorge, dass die Kunden dann aktiv stornieren.“
Den umgekehrten Weg geht Rebecka Sieber, Amondo-Reiseberaterin aus Schmidmühlen bei Regensburg. Sie bietet Flex-Tarife offensiv an, nicht nur, aber insbesondere bei Reisen in oder über den Nahen Osten. „Die Leute wollen ja in den Urlaub fliegen, deshalb kommen sie doch zu mir. Und wenn ich ihnen dann sage, dass sie im Zweifelsfall immer noch stornieren oder umbuchen können, ist das gut für das Vertrauen.“
Doch auch ihr macht die allgemeine Unsicherheit der Kunden Sorgen. „Viele wollen gar nicht mehr lange im Voraus planen und am liebsten Last-Minute buchen. Leider denken immer noch einige, dass das dann besonders günstig sein müsste, aber die Zeiten sind ja lange vorbei.“
Niedrigwasser und ein stockendes Wintergeschäft
Ein ganz anderes Problem treibt derzeit Stefanie Stuckenberger vom Sonnenklar TV Reisebüro in Wasserburg um: das Niedrigwasser der Donau. „Nächste Woche habe ich eine Gruppe mit zwölf Leuten aus dem Fluss, aber da kommen wir möglicherweise nur bis Wien.“
Den Nahen Osten habe sie traditionell sehr gut im Winter verkauft, dieses Jahr hake es jedoch noch ziemlich. „Ich hatte kürzlich Kunden da, die ganz normal Urlaub in Dubai gemacht haben. Naja, von einem Drohnenalarm mal abgesehen …“ Wer in die Region reisen möchte, bekomme von ihr immer einen Flex-Tarif angeboten – allerdings nur, wenn die Kunden zustimmen, bei einer Stornierung den Provisionsausfall zu übernehmen.
Susanne Layh

