Ecomapu Travel, G Adventures, HX01.10.26, 09:08 Uhr
Drei Projekte für DRV-Nachhaltigkeitspreis nominiert
Der Deutsche Reiseverband hat drei Projekte für die Eco Trophea 2026 nominiert. Ecomapu Travel, G Adventures und HX Expeditions setzen in verschiedenen Ländern auf die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden und beteiligen diese an der Wertschöpfung.

Beim nominierten Projekt von G Adventures profitieren Locals von Baumpflanzungen. Foto: G Adventures
Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat drei Projekte in die Vorauswahl für die Eco Trophea 2026 genommen. Die diesjährige Nachhaltigkeitsauszeichnung steht unter dem Thema „Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden für nachhaltige Entwicklung“. Im Finale stehen die Veranstalter Ecomapu Travel aus Chile, G Adventures und der Kreuzfahrtanbieter HX Expeditions.
Der Gewinner wird am 15. Oktober beim DRV-Hauptstadtkongress in Berlin bekannt gegeben.
„Nachhaltiger Tourismus kann nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort erfolgreich sein“, ist Harald Zeiss überzeugt. Der renommierte Wissenschaftler ist Vorsitzender des Ausschusses Nachhaltigkeit im DRV, Professor für Tourismus an der Hochschule Harz in Wernigerode und Vorsitzender der diesjährigen Eco Trophea-Jury.
Die drei nominierten Projekte, so Zeiss, zeigten auf unterschiedliche Weise, „wie lokale Gemeinschaften aktiv eingebunden werden und wie daraus wirtschaftliche, soziale, kulturelle oder ökologische Mehrwerte entstehen können“.
Ecomapu Travel setzt auf lokale Wertschöpfung
Der chilenische Anbieter Ecomapu Travel koordiniert seit 2015 ein Community-based-Tourism-Modell in Valparaíso. Der Veranstalter bringt dabei lokale Gastfamilien, Guides und weitere Player mit Reisenden und öffentlichen Institutionen zusammen.
Ausgangspunkt war die gemeinsame Entwicklung der „Ruta La Matriz“ in sozial benachteiligten beziehungsweise bislang wenig in den Tourismus einbezogenen Gebieten des Unesco-Welterbes der Stadt.
Ecomapu Travel beziffert die Zahl der Teilnehmer auf rund 7.000 Reisende pro Jahr, verteilt auf elf Kleingruppen-Erlebnisse. Zum Netzwerk gehören fünf Gastfamilien, 14 Guides und mehr als 20 lokale Anbieter. Der Bewerbung zufolge bleiben durch direkte Zahlungen vor Ort rund 80.000 US-Dollar der Ausgaben der Besucher in der Region.
Die Bewohner entscheiden über Routen, Geschichten, Preise und neue Aktivitäten mit. Dafür finden jährlich vier Beteiligungstreffen statt. In Kooperation mit der University of Valparaiso wurden zudem zwölf Köchinnen und Köche beziehungsweise Teilnehmende sowie weitere lokale Akteure qualifiziert. Traditionelle Rezepte, lokale Geschichten und das Wissen der Bewohner fließen in die touristischen Angebote ein.
G Adventures pflanzt für jeden Reisetag einen Baum
Abenteuerspezialist G Adventures verbindet mit dem Programm „Trees for Days“ ökologische Wiederherstellung mit lokalen Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Für jeden Reisetag eines G-Gastes wird ein Baum gepflanzt.
Die beteiligten Gemeinden wählen geeignete Baumarten aus, betreiben eigene Baumschulen und übernehmen für drei bis fünf Jahre Management, Monitoring und Governance der Projekte.
Der kanadische Veranstalter beziffert die bisherige Bilanz auf 6,6 Millionen gepflanzte Bäume und 224.390 begünstigte Menschen. Davon profitierten 13.171 Menschen direkt durch Jobs, Einkommen und Trainings. Kollektiv betriebene Gemeinschaftsgärten sollen weitere lokale Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen.
Die Projekte orientieren sich an lokalen Prioritäten und traditionellem Wissen. Dazu gehören indigene Ernährungssysteme in Kanada, von Frauen geführte Baumschulen in Kenia sowie lokale Projekte in Marokko und Madagaskar.
HX bindet Inuit Communities in die Reiseplanung ein
Der Expeditionsspezialist HX Expeditions setzt mit „Northwest Passage: Creating Economic Value Through Community-Led Experiences“ in der kanadischen Arktis auf ein von Inuit Communities mitgestaltetes Ausflugsprogramm. Das Unternehmen will touristische Besuche stärker mit lokaler Governance, traditionellem Wissen und direkter lokaler Wertschöpfung verbinden.
Die Gemeinden wirken an der Gestaltung der Angebote und an der Routenplanung mit und erzielen daraus direkt Einnahmen.
Bei zwei Reisen durch die Northwest Passage im Sommer 2025 entstanden nach Berechnungen von HX rund 260.000 Euro direkte Einnahmen durch Aktivitäten, die von den Gemeinden organisiert wurden. Weitere rund 77.000 Euro flossen über optionale, von der lokalen Community geführte Ausflüge direkt an die beteiligten Personen.
Die lokale Beteiligung wurde auf 20 bis 30 Personen pro Community ausgeweitet. Zudem bindet HX lokale Experten ein, etwa für traditionelle Qulliq-Zeremonien – Qulliq sind flache, steinerne Öllampen – und Führungen zu Kulturerbestätten. Auch traditionelles Handwerk und mündliches Storytelling gehören zu den touristischen Erlebnissen.
Gewinner wird am 15. Oktober gekürt
Mit der Eco Trophea zeichnet der DRV seit vielen Jahren Tourismusprojekte aus, die einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten sollen. Im Mittelpunkt der Ausschreibung 2026 stehen Projekte, die lokale Akteure in die touristische Entwicklung einbeziehen, regionale Wertschöpfung und soziale Teilhabe stärken sowie kulturelle Identität und lokale Traditionen erhalten.
Die Jury bewertet die eingereichten Projekte anhand eines festgelegten Kriterienkatalogs.
„Tourismus entfaltet dann seine positive Wirkung, wenn die Menschen in den Zielgebieten aktiv beteiligt werden, wirtschaftlich profitieren und gleichzeitig ihre kulturelle Identität bewahren können“, sagt Zeiss. „Genau solche Projekte möchten wir mit der EcoTrophea 2026 sichtbar machen und auszeichnen.“
Welches der drei nominierten Projekte die Eco Trophea 2026 erhält, wird am 15. Oktober beim DRV-Hauptstadtkongress in Berlin bekannt gegeben.
Der Gewinner wird am 15. Oktober beim DRV-Hauptstadtkongress in Berlin bekannt gegeben.
„Nachhaltiger Tourismus kann nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort erfolgreich sein“, ist Harald Zeiss überzeugt. Der renommierte Wissenschaftler ist Vorsitzender des Ausschusses Nachhaltigkeit im DRV, Professor für Tourismus an der Hochschule Harz in Wernigerode und Vorsitzender der diesjährigen Eco Trophea-Jury.
Die drei nominierten Projekte, so Zeiss, zeigten auf unterschiedliche Weise, „wie lokale Gemeinschaften aktiv eingebunden werden und wie daraus wirtschaftliche, soziale, kulturelle oder ökologische Mehrwerte entstehen können“.
Ecomapu Travel setzt auf lokale Wertschöpfung
Der chilenische Anbieter Ecomapu Travel koordiniert seit 2015 ein Community-based-Tourism-Modell in Valparaíso. Der Veranstalter bringt dabei lokale Gastfamilien, Guides und weitere Player mit Reisenden und öffentlichen Institutionen zusammen.
Ausgangspunkt war die gemeinsame Entwicklung der „Ruta La Matriz“ in sozial benachteiligten beziehungsweise bislang wenig in den Tourismus einbezogenen Gebieten des Unesco-Welterbes der Stadt.
Ecomapu Travel beziffert die Zahl der Teilnehmer auf rund 7.000 Reisende pro Jahr, verteilt auf elf Kleingruppen-Erlebnisse. Zum Netzwerk gehören fünf Gastfamilien, 14 Guides und mehr als 20 lokale Anbieter. Der Bewerbung zufolge bleiben durch direkte Zahlungen vor Ort rund 80.000 US-Dollar der Ausgaben der Besucher in der Region.
Die Bewohner entscheiden über Routen, Geschichten, Preise und neue Aktivitäten mit. Dafür finden jährlich vier Beteiligungstreffen statt. In Kooperation mit der University of Valparaiso wurden zudem zwölf Köchinnen und Köche beziehungsweise Teilnehmende sowie weitere lokale Akteure qualifiziert. Traditionelle Rezepte, lokale Geschichten und das Wissen der Bewohner fließen in die touristischen Angebote ein.
G Adventures pflanzt für jeden Reisetag einen Baum
Abenteuerspezialist G Adventures verbindet mit dem Programm „Trees for Days“ ökologische Wiederherstellung mit lokalen Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Für jeden Reisetag eines G-Gastes wird ein Baum gepflanzt.
Die beteiligten Gemeinden wählen geeignete Baumarten aus, betreiben eigene Baumschulen und übernehmen für drei bis fünf Jahre Management, Monitoring und Governance der Projekte.
Der kanadische Veranstalter beziffert die bisherige Bilanz auf 6,6 Millionen gepflanzte Bäume und 224.390 begünstigte Menschen. Davon profitierten 13.171 Menschen direkt durch Jobs, Einkommen und Trainings. Kollektiv betriebene Gemeinschaftsgärten sollen weitere lokale Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen.
Die Projekte orientieren sich an lokalen Prioritäten und traditionellem Wissen. Dazu gehören indigene Ernährungssysteme in Kanada, von Frauen geführte Baumschulen in Kenia sowie lokale Projekte in Marokko und Madagaskar.
HX bindet Inuit Communities in die Reiseplanung ein
Der Expeditionsspezialist HX Expeditions setzt mit „Northwest Passage: Creating Economic Value Through Community-Led Experiences“ in der kanadischen Arktis auf ein von Inuit Communities mitgestaltetes Ausflugsprogramm. Das Unternehmen will touristische Besuche stärker mit lokaler Governance, traditionellem Wissen und direkter lokaler Wertschöpfung verbinden.
Die Gemeinden wirken an der Gestaltung der Angebote und an der Routenplanung mit und erzielen daraus direkt Einnahmen.
Bei zwei Reisen durch die Northwest Passage im Sommer 2025 entstanden nach Berechnungen von HX rund 260.000 Euro direkte Einnahmen durch Aktivitäten, die von den Gemeinden organisiert wurden. Weitere rund 77.000 Euro flossen über optionale, von der lokalen Community geführte Ausflüge direkt an die beteiligten Personen.
Die lokale Beteiligung wurde auf 20 bis 30 Personen pro Community ausgeweitet. Zudem bindet HX lokale Experten ein, etwa für traditionelle Qulliq-Zeremonien – Qulliq sind flache, steinerne Öllampen – und Führungen zu Kulturerbestätten. Auch traditionelles Handwerk und mündliches Storytelling gehören zu den touristischen Erlebnissen.
Gewinner wird am 15. Oktober gekürt
Mit der Eco Trophea zeichnet der DRV seit vielen Jahren Tourismusprojekte aus, die einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten sollen. Im Mittelpunkt der Ausschreibung 2026 stehen Projekte, die lokale Akteure in die touristische Entwicklung einbeziehen, regionale Wertschöpfung und soziale Teilhabe stärken sowie kulturelle Identität und lokale Traditionen erhalten.
Die Jury bewertet die eingereichten Projekte anhand eines festgelegten Kriterienkatalogs.
„Tourismus entfaltet dann seine positive Wirkung, wenn die Menschen in den Zielgebieten aktiv beteiligt werden, wirtschaftlich profitieren und gleichzeitig ihre kulturelle Identität bewahren können“, sagt Zeiss. „Genau solche Projekte möchten wir mit der EcoTrophea 2026 sichtbar machen und auszeichnen.“
Welches der drei nominierten Projekte die Eco Trophea 2026 erhält, wird am 15. Oktober beim DRV-Hauptstadtkongress in Berlin bekannt gegeben.

