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Vergütungen für Reisebüros
19.08.26, 12:32 Uhr

Mein Schiff erhöht Umsatzstufen – Hapag-Lloyd hält Kurs

Das Flottenwachstum wirkt sich auf die Vertriebskonditionen bei Mein Schiff aus. 2027 steigen die Umsatzhürden ab der zweiten Provisionsstufe um zehn Prozent, während der Einstieg unverändert bleibt. Die Schwestermarke Hapag-Lloyd hält am bestehenden Vergütungsmodell fest.

Clas Eckholt verantwortet als Vice President Commercial bei TUI Cruises den den Vertrieb. Foto: TUI Cruises

Mit dem Ausbau der Mein-Schiff-Flotte verändert sich auch das Geschäft für die Reisebüros. TUI Cruises legt die Vertriebskonditionen für Mein Schiff deshalb erstmals für zwei Jahre fest und passt einen Teil des Provisionsmodells an. Für 2027 und 2028 steigen die Umsatzgrenzen ab der zweiten Provisionsstufe um zehn Prozent. Die erste Stufe bleibt bei 50.000 Euro Umsatz.

​„Indem wir die Konditionen erstmals für zwei Jahre festlegen, geben wir unseren Vertriebspartnern zugleich frühzeitige Planungssicherheit für 2027 und 2028“, sagt Clas Eckholt, Vice President Commercial bei TUI Cruises.

Auch für die zweite Kreuzfahrtmarke unter dem Dach von TUI Cruises stehen die Konditionen fest: Hapag-Lloyd Cruises führt sein bisheriges Provisionsmodell 2027 unverändert fort. Abhängig vom Umsatz erhalten Reisebüros dort bis zu elf Prozent Provision. Für Neukundenumsätze gibt es vier Prozent On-top.

Mein Schiff erhöht Umsatzgrenzen

Bei Mein Schiff bleibt die Grundstruktur der leistungsbezogenen Vergütung bestehen. Auch die Gruppenkonditionen ändern sich nicht. Gleiches gilt für die zusätzlichen Anreize beim Pro-Tarif und für die Gewinnung von Erstfahrern. Hierbei erhalten Reisebüros weiterhin elf Prozent Provision ab der ersten Buchung von Neukunden. Der Bonus wird weiterhin monatlich ausgezahlt.

„Mit dem Wachstum unserer Flotte wachsen auch die Vertriebsmöglichkeiten unserer Partner: Deshalb entwickeln wir die Umsatzstufen entsprechend weiter, halten aber bewusst an der bewährten Systematik und der Einstiegsstufe von 50.000 Euro fest“, so Eckholt.

Hintergrund ist der Kapazitätsausbau bei Mein Schiff. Die Flotte umfasst inzwischen neun Schiffe und kommt auf rund 26.800 Betten. Zuletzt sind mit Mein Schiff Relax und Mein Schiff Flow die beiden Neubauten der Intuition-Klasse hinzugekommen.

Hapag-Lloyd Cruises hält am Modell fest

Anders als bei Mein Schiff ändern sich die Umsatzstaffeln bei Hapag-Lloyd Cruises für 2027 nicht. Reisebüros können abhängig vom erzielten Umsatz bis zu elf Prozent Provision erreichen. Für Buchungen von Neukunden zahlt die Reederei vier Prozent extra.

Die Hapag-Lloyd-Konditionen gelten für Neubuchungen ab dem 1. September mit Abreisen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2027. Bei Mein Schiff gilt der gleiche Buchungsstart, die Konditionen umfassen dort jedoch Abreisen bis Ende 2028.

Kreuzfahrten steigern Ergebnis trotz Ausfällen

Das Wachstum schlägt sich auch in den Zahlen des TUI-Konzerns nieder. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte das Kreuzfahrtsegment ein bereinigtes Ebit – Gewinn vor Zinsen und Steuern – von 356 Millionen Euro. Das waren 15 Prozent mehr als im Vorjahres-Q3. Die durchschnittliche Auslastung der Kreuzfahrtschiffe kletterte von 91 auf 94 Prozent, zugleich stiegen die durchschnittlichen Tagesraten um zwei Prozent.

Dabei hatten der Irankrieg und der einhergehende Konflikt in ganz Nahost auf das Ergebnis gedrückt. Mein Schiff 4 und 5 saßen wochenlang in den Emiraten – in Abu Dhabi beziehungsweise Doha – fest, während die Straße von Hormus blockiert war. Eine Abreise nach der anderen musste bis in die Osterfeiertage hinein abgesagt werden. TUI beziffert die daraus entstandene Belastung für das Kreuzfahrtsegment auf rund 20 Millionen Euro.

Info: Zum Konzern

Zum Kreuzfahrtgeschäft des Konzerns gehören TUI Cruises mit Mein Schiff und Hapag-Lloyd Cruises sowie die britische Marella Cruises. Hapag-Lloyd Cruises ist seit 2020 Teil der TUI Cruises GmbH und betreibt mit Europa, Europa 2 sowie den Hanseatic-Einheiten Nature, Inspiration und Spirit fünf Schiffe. TUI Cruises ist ein Gemeinschaftsunternehmen von TUI und Royal Caribbean.

Felix Hormel