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Yougov-Umfrage
26.07.26, 14:18 Uhr

Urlauber unterschätzen die Kosten medizinischer Notfälle

Mehr als vier von zehn Reisenden glauben, dass ihnen im Urlaub „schon nichts passieren wird“. Eine Studie der Hanse Merkur offenbart erhebliche Wissenslücken beim Versicherungsschutz – und eine massive Unterschätzung der Kosten medizinischer Behandlungen im Ausland.

Ein medizinischer Einsatz im Urlaub kann schnell teuer werden – viele Reisende unterschätzen die Kosten, die im Ernstfall auf sie zukommen. Foto: iStock/Julian_Mg
Viele Verbraucher starten mit einem trügerischen Sicherheitsgefühl in den Urlaub. Sie unterschätzen die Kosten medizinischer Behandlungen im Ausland deutlich und kennen ihren Versicherungsschutz häufig nicht genau. Das sind die Ergebnisse der Studie „Hand in Hand on Tour“, die Marktforscher Yougov im Auftrag von Reiseversicherer Hanse Merkur durchgeführt hat.

Urlaub bleibt wichtiger Ausgleich zum Alltag

57 Prozent der Befragten wollen sich im Urlaub trotz höherer Lebenshaltungskosten etwas gönnen. Für 56 Prozent ist Urlaub als Ausgleich zum stressigen Alltag wichtiger denn je. Vor allem jüngere Menschen sparen nach eigenen Angaben im Alltag eher für Reisen und messen Urlaub eine größere Bedeutung bei als ältere Generationen.

Mehr als drei Viertel der Befragten haben 2026 bereits mindestens eine Reise unternommen oder planen noch eine. 34 Prozent wollen sich ihre Reiselust nicht durch Risiken oder Sorgen verderben lassen.

Viele Reisende sind optimistisch

43 Prozent gehen davon aus, dass ihnen im Urlaub „schon nichts passieren wird“. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung bei den 18- bis 24-Jährigen. In dieser Altersgruppe stimmen 59 Prozent dieser Aussage zu.

Gleichzeitig empfinden selbst unter den besonders optimistischen Reisenden 39 Prozent das Reisen heute als unsicherer als früher. Als wichtigste Gründe nennen 64 Prozent geopolitische Konflikte und eine angespannte Sicherheitslage, die ihre Vorfreude auf Reisen mindern.

Behandlungskosten werden massiv unterschätzt

Besonders groß sind die Fehleinschätzungen bei medizinischen Kosten im Ausland. Die Behandlung einer Atemwegserkrankung, etwa in Ägypten, schätzen die Befragten im Mittelwert auf 200 Euro. Tatsächlich können die durchschnittlichen Kosten mehr als siebenmal so hoch ausfallen.

Auch die Kosten für einen medizinischen Rücktransport werden häufig unterschätzt. 42 Prozent rechnen für einen Ambulanzflug von Spanien nach Deutschland mit weniger als 5.000 Euro. Tatsächlich liegen die durchschnittlichen Kosten laut Studie fast fünfmal höher.

Wissenslücken beim Versicherungsschutz

Nur 33 Prozent wissen, dass auch innerhalb Europas eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung für einen umfassenden Schutz erforderlich ist.

Beim Thema Rücktransport bestehen ebenfalls Unsicherheiten. 21 Prozent glauben, die gesetzliche Krankenversicherung übernehme im Notfall die Kosten für einen Rücktransport nach Deutschland. 41 Prozent können diese Frage nicht beantworten.

26 Prozent gehen davon aus, dass medizinische Rücktransporte grundsätzlich in jeder Reiseversicherung enthalten sind. Die Studie weist darauf hin, dass diese Leistung zwar häufig zum Standard gehört, die Bedingungen der Tarife jedoch unterschiedlich sein können.

Zudem fühlen sich 31 Prozent gut abgesichert, obwohl sie nach eigener Aussage die Leistungen ihrer Versicherung nicht genau kennen.

„Reisen steht weiterhin hoch im Kurs“

„Die Ergebnisse zeigen: Die Menschen in Deutschland sehnen sich nach unbeschwerten Urlaubsmomenten, Reisen steht weiterhin hoch im Kurs“, sagt Katrin Rieger, Bereichsdirektorin Reisevertrieb Deutschland der Hanse Merkur.

„Vielen Reisenden ist nicht bewusst, welche Summen im Ausland selbst bei vermeintlich harmlosen Erkrankungen entstehen können. Deshalb kann ich nur jede und jeden ermutigen, sich frühzeitig mit der eigenen Absicherung auseinanderzusetzen. Wir als Reiseversicherungsbranche geben Reisenden weltweit verlässlichen Schutz und entlasten im Notfall finanziell sowie organisatorisch.“
 

Studie: Für die Reisestudie „Hand in Hand on Tour“ befragte YouGov Deutschland im Auftrag der Hanse Merkur vom 29. Mai bis 1. Juni 2026 insgesamt 2.018 Personen ab 18 Jahren online. Die Ergebnisse sind nach Angaben der Studienautoren repräsentativ für die deutsche Bevölkerung.