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Reisen in Afrika
08.06.26, 12:40 Uhr

A3M ordnet Ebola-Ausbruch ein – „Kein Grund zur Panik“

Der Krisenspezialist warnt davor, Afrika wegen des aktuellen Ebola-Ausbruchs als einheitlichen Risikoraum zu betrachten. Viele beliebte Reiseziele liegen tausende Kilometer von betroffenen Gebieten entfernt. Für Reisende sei eine präzise, regionale Lagebewertung entscheidend.

Foto: iStock/Vitalii Petrushenko
Der akute Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda führt derzeit nicht zu einer pauschalen Gesundheitsgefahr für Reisende in anderen afrikanischen Ländern. Darauf weist der Krisenfrühwarnexperte A3M hin. Entscheidend für die Risikobewertung sei die konkrete Region und nicht der gesamte Kontinent.

Regionale Bewertung statt pauschaler Warnungen

„Der aktuelle Ebola-Ausbruch ist kein Grund zur Panik für Reisende“, versichert der Reisesicherheits-Analyst Marian Nothing, und vielmehr „ein klarer Hinweis darauf, Gesundheitslagen bei Auslandsaufenthalten differenziert zu betrachten“.

Viele afrikanische Länder seien mehrere tausend Kilometer von den betroffenen Gebieten entfernt. Deshalb lasse sich ein Ausbruch in einer bestimmten Region nicht auf den gesamten Kontinent übertragen.

„Einige Länder Afrikas werden in der öffentlichen Wahrnehmung häufig als ein einheitlicher Risikoraum wahrgenommen“, beobachtet Nothing. Tatsächlich mache es für die Bewertung jedoch „einen erheblichen Unterschied, ob jemand in einer konkret betroffenen Region unterwegs ist oder mehrere tausend Kilometer entfernt reist“.

Keine Gefahr für klassische Urlaubsdestinationen

Für beliebte Reiseziele wie Südafrika, Namibia, Botswana, Marokko, Ägypten, Kenia, Tansania oder Sansibar ergibt sich aus dem aktuellen Ausbruch nach Einschätzung von A3M keine allgemeine Gefahr.

Reisende sollten die Entwicklung dennoch beobachten. Grenzüberschreitende Mobilität, Transitverbindungen oder einzelne importierte Fälle könnten die Lage kurzfristig verändern.

Übertragung durch direkten Kontakt

Ebola ist eine schwere Viruskrankheit, die häufig lebensbedrohlich verläuft. Im Mittelpunkt des Ausbruchs steht derzeit die Bundibugyo-Variante des Virus. Grundsätzlich wird das Virus vor allem durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter Menschen übertragen. Auch der Kontakt mit Verstorbenen, kontaminierten Gegenständen oder infizierten Tieren kann zu einer Ansteckung führen.

Damit unterscheidet sich Ebola von Krankheiten, die über die Luft übertragen werden.

Wer besonders gefährdet ist

Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei Aufenthalten in Regionen mit bestätigten Fällen, in Grenzgebieten mit hoher Mobilität oder in Gebieten mit eingeschränkter Gesundheitsversorgung und Kontaktverfolgung. Besonders betroffen sein können Menschen bei humanitären Einsätzen, beruflichen Tätigkeiten im Gesundheitswesen, längeren Aufenthalten in ländlichen Regionen oder Reisen in Konfliktgebiete.

Klassische Urlaubsreisen außerhalb der betroffenen Gebiete gelten dagegen als unbedenklich, heißt es von A3M.

Symptome können erst Wochen später auftreten

Zu den ersten Anzeichen einer Ebola-Erkrankung zählen plötzlich auftretendes Fieber, starke Müdigkeit sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf können Erbrechen, Durchfall sowie innere und äußere Blutungen auftreten.

Wer sich in einer betroffenen Region aufgehalten hat und innerhalb von bis zu drei Wochen nach der Rückkehr entsprechende Symptome entwickelt, sollte umgehend medizinischen Rat einholen und auf den Aufenthalt hinweisen.

Konflikte erschweren die Eindämmung

Die Bekämpfung des Ausbruchs wird durch die Sicherheitslage in Teilen des Ostkongo erschwert. Bewaffnete Konflikte, Fluchtbewegungen, eine eingeschränkte Gesundheitsversorgung und intensive grenzüberschreitende Mobilität erschweren die Nachverfolgung von Infektionsketten.

„Ein pauschaler Blick auf ein Land reicht auch bei Ebola nicht aus“, betont Nothing. „Für die tatsächliche Einschätzung macht es einen erheblichen Unterschied, ob jemand in einer Hauptstadt, in einer touristisch stark frequentierten Region, in einem Grenzgebiet oder im Umfeld eines konkreten Ausbruchsgeschehens unterwegs ist. Genau diese regionale Einordnung ist für Reiseveranstalter, Unternehmen und Reisende entscheidend.“

Wer Reisen in betroffene Regionen plant oder sich dort aufhält, sollte den Kontakt zu Erkrankten, unzureichend geschützten Gesundheitseinrichtungen, Beerdigungsritualen mit Körperkontakt sowie Wildtieren vermeiden.