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Halbjahresbilanz 2025/2026
21.05.26, 14:23 Uhr

Sunny Cars nimmt erneut die Million Buchungen ins Visier

Mit mehr als 600.000 Reservierungen im ersten Geschäftshalbjahr setzt der Broker seinen Wachstumskurs fort. Der Counter bleibt der wichtigste externe Vertriebskanal und Spanien der stärkste Markt. Parallel wird in München an digitalen und KI-gestützten Services gefeilt.

Sunny-Cars-Geschäftsführer Kai Sannwald (rechts) und Thorsten Lehmann setzen weiter auf Reisebüros, digitale Services und langfristige Partner im Mietwagenmarkt. Foto: TRVL COUNTER

Der Münchner Mietwagenspezialist Sunny Cars hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/2026 mehr als 600.000 Reservierungen abgewickelt. Das entspricht einem Plus von rund zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte dabei um fünf Prozent zu. 

„Wir sind sehr zufrieden mit unserem ersten Geschäftshalbjahr“, sagt Geschäftsführer Kai Sannwald. Eigentlich habe das Ziel darin bestanden, das hohe Niveau des Vorjahres zu halten. Nun sieht sich der Broker auf einem guten Weg, wie im Vorjahr erneut die Marke von einer Million Buchungen zu knacken.

Spanien bleibt wichtigster Markt

Spanien war im DACH-Raum erneut das wichtigste Ziel für Mietwagenreisen. Besonders häufig gebucht wurden Palma de Mallorca und Málaga. Italien verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein Buchungsplus von mehr als 30 Prozent, Spanien legte um über 20 Prozent zu. Auch Portugal und Griechenland entwickelten sich positiv.

Die USA bleiben trotz eines Rückgangs von mehr als 20 Prozent das wichtigste Fernreiseziel. Zuwächse gab es dagegen in Südafrika mit plus 18 Prozent und Kanada mit plus 27 Prozent.

All das „freut uns besonders“, kommentiert Co-Chef Thorsten Lehmann, insbesondere „da uns natürlich äußere Faktoren beeinflussen“, so Lehmann, der insgesamt von einem „eher herausfordernden Reisejahr“ spricht. So habe neben der Delle im US-Geschäft auch der eigentlich starke Mietwagenmarkt Zypern vor dem Hintergrund der Nahostkrise gelitten.

Stationärer Vertrieb bleibt zentral

40 Prozent aller Buchungen kamen aus dem Direktgeschäft. Reisebüros trugen mit knapp 30 Prozent zum Vertriebsmix bei und bleiben damit der wichtigste externe Sales-Kanal. Weitere Reservierungen kommen über E-Commerce-Plattformen sowie aus dem Veranstaltermarkt.

„Wir freuen uns sehr, dass Sunny Cars stark über Reisebüros empfohlen und gebucht wird“, sagt Thorsten Lehmann in Richtung der Agenturpartner. Gerade Counter-Profis würden nur Produkte empfehlen, von denen sie wirklich überzeugt seien, weiß Lehmann. „Für diese gute langfristige Zusammenarbeit bedanken wir uns herzlich.“

Zugleich kündigt Lehmann an, weiterhin in die Zusammenarbeit mit dem stationären Vertrieb investieren zu wollen: „Wir werden auch künftig alles tun, damit die Menschen am Counter absolut zufrieden mit uns sind – denn das geben sie an die Reisenden weiter.“


Team Sunny in Málaga (von links): Kai Sannwald, Marco Ammerlaan, Alena Wasmer, Thorsten Lehmann, Patricia Trijillos Manso, Suzanne Al. Foto: TRVL COUNTER

Neuer digitaler „Car Check“

Seit April bietet Sunny Cars in der eigenen Web-App „My Sunny Ride“ einen digitalen „Car Check“ an. Reisende können damit den Zustand ihres Mietwagens bei Abholung und Rückgabe fotografisch dokumentieren. Die Bilder werden automatisch mit der Buchung verknüpft. Ziel ist es, unnötige Diskussionen über bereits vorhandene Schäden zu vermeiden.

Vier Wochen nach Launch hätten bereits mehr als 25 Prozent der Kunden den neuen Service genutzt. 

Langjährige Partner sichern Verfügbarkeiten

Sunny Cars arbeitet weltweit mit lokalen Vermietpartnern zusammen und besitzt keine eigene Fahrzeugflotte. Rund 200 Partner kooperieren bereits seit mehr als zehn Jahren mit dem Broker. „Langfristige Partnerschaften spielen gerade in Spitzenzeiten eine wichtige Rolle“, sagt Kai Sannwald.

Vermieter würden ihre Flotten heute deutlich vorsichtiger planen. Deshalb könne es im Sommer 2026 lokal begrenzte Engpässe geben – vor allem bei Kleinwagen in stark nachgefragten Ferienregionen. Insgesamt rechnet Sunny Cars dennoch mit einer guten Verfügbarkeit und einem stabilen Angebot.

KI-Projekte in der Pipeline

Der Vermittler mit Sitz in Pasing will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz weiter ausbauen. Intern nutze man KI bereits seit mehreren Jahren, um Prozesse zu automatisieren und Mitarbeiter zu entlasten. Jetzt sollen KI-Anwendungen auch stärker in Richtung der Kunden sichtbar werden.

„Wir sehen Technik schon immer als Motor für unseren Erfolg“, sagt Geschäftsführer Kai Sannwald. Deshalb investiere das Unternehmen kontinuierlich in IT und digitale Entwicklungen.

Geplant ist zunächst ein Pilotprojekt auf der KI-Plattform Claude. Weitere Anwendungen mit ChatGPT seien bereits in Vorbereitung. Hintergrund ist auch das veränderte Such- und Buchungsverhalten vieler Reisender. Immer häufiger würden demnach Urlaubsanfragen direkt an KI-Chatbots gestellt, weshalb Sunny Cars auch auf diesen Plattformen stärker mitmischen will.

Preise ziehen langsam an

Die Mietwagenpreise bewegten sich im ersten Halbjahr auf stabilem Niveau und lagen teilweise sogar leicht unter dem Vorjahr.

Erst seit Mai 2026 und Richtung Sommer zeichne sich allmählich ein Anstieg ab. Erstmals lagen die Preise zuletzt wieder über dem Vorjahresniveau.

Optimistisch ins zweite Halbjahr

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und eines teils schwierigeren Marktumfelds blickt Sunny Cars optimistisch auf die kommenden Monate. Man könne „nicht in die Kristallkugel“ sehen, so Sannwald.

Das Unternehmen sieht sich nach einem starken ersten Halbjahr jedoch auf Kurs, die Marke von einer Million Buchungen erneut zu erreichen. „Vielleicht können wir das Ergebnis sogar minimal übertreffen“, stellt Sannwald in Aussicht.

Neben dem Wachstum bleibe vor allem die Servicequalität ein zentrales Ziel. „Wir setzen weiterhin auf unseren hohen Qualitätsanspruch“, betont Sannwald. Dies gelte für die gesamte Kunden-Experience – von der Buchung bis zur Rückgabe des Fahrzeugs.