Anzeige
Tats-Analyse
11.03.26, 12:24 Uhr

Reisebüros finden nach schwachem Jahresstart wieder Tritt

Im Reisevertrieb zeigen sich leichte Erholungstendenzen. Im Februar wurden am Counter laut Tats wieder etwas höhere Umsätze als im Vorjahr erzielt. Kreuzfahrten bleiben ein Wachstumstreiber, während Flugbuchungen und Neubuchungen insgesamt weiterhin zurückhaltend ausfallen.

Trendwende im Februar? Nach dem schwachen Jahresauftakt zeigt sich im Reisevertrieb eine leichte Festigung. Foto: iStock/ipuwadol

Nach der Buchungsdelle zum Jahresstart zeigen aktuelle Zahlen eine leichte Stabilisierung im stationären Vertrieb. Die im Reisebürospiegel des Frankfurter Dienstleisters Tats erfassten Agenturen in Deutschland erzielten im Februar wieder etwas höhere Umsätze als im Vorjahr. Der fakturierte Gesamtumsatz lag mit 1,4 Prozent über dem Niveau von Februar 2025.

Der Blick auf die ersten beiden Monate des Jahres bleibt jedoch noch negativ: Kumuliert liegt der Umsatz im Reisevertrieb derzeit rund ein Prozent unter Vorjahr. Damit folgt auf den schwachen Jahresauftakt im Januar eine vorsichtige Gegenbewegung.

Touristik legt wieder leicht zu

Im Kerngeschäft Touristik inklusive Kreuzfahrten verbuchen die Agenturen im Februar ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach dem Minus von 1,3 Prozent im Januar erreichen die Erträge damit wieder etwa das Vorjahresniveau für die ersten beiden Monate des Jahres.

Weiterhin positiv entwickelt sich das Geschäft mit Hochseereisen. Der fakturierte Umsatz im Kreuzfahrtsegment liegt im Februar 1,8 Prozent über Vorjahr. Kumuliert ergibt sich für die ersten beiden Monate des Jahres ein Wachstum von knapp drei Prozent.

Fluggeschäft bleibt schwächer

Kraftloser präsentiert sich weiterhin der Flugbereich. Die Umsätze liegen im Februar 0,9 Prozent unter dem Volumen des Vorjahresmonats. Auch die Zahl der ausgestellten Tickets geht leicht zurück und liegt 0,7 Prozent unter Vorjahr.

Kumuliert ergibt sich im Flugsegment damit ein Minus von 2,6 Prozent beim Umsatz und ein Rückgang der Ticketzahlen um rund ein Prozent.

Deutlich besser entwickeln sich dagegen die sonstigen Umsätze – etwa aus dem Verkauf von Versicherungen, Mietwagen oder Servicepauschalen. Sie liegen im Februar mit fast elf Prozent über dem Vorjahreswert und kumuliert um 3,7 Prozent im Plus.

Blick auf die Buchungen

Beim touristischen Auftragseingang zeigt sich weiterhin Zurückhaltung. Die Neubuchungen liegen im Februar 1,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Auch im Kreuzfahrtsegment fällt der Auftragseingang leicht schwächer aus: Hier liegen die Neubuchungen sogar um 3,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Trotz der schwächeren Neubuchungen bleibt der Auftragsbestand insgesamt stabil. Die touristischen Einbuchungen nach Reisedatum bis Oktober 2026 liegen insgesamt 1,1 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Deutlich stärker entwickelt sich erneut der Kreuzfahrtbereich: Hier liegt der Auftragsbestand um 9,4 Prozent über dem Niveau von 2025 und bestätigt damit die anhaltend hohe Nachfrage nach Schiffsreisen.

Einordnung: Januar-Delle relativiert sich

Im Vergleich Januar vs. Februar zeigt sich damit eine leichte Stabilisierung. Der Jahresauftakt war noch von einem Umsatzminus von 3,6 Prozent und einem deutlichen Rückgang beim touristischen Auftragseingang geprägt. Besonders im Januar war eine spürbare Zurückhaltung bei Neubuchungen sichtbar.

Der Februar deutet nun darauf hin, dass sich die Nachfrage zumindest teilweise wieder normalisiert. Gleichzeitig bleibt ein Muster bestehen, das bereits im Januar erkennbar war: Der Auftragseingang entwickelt sich schwächer als Umsatz und Auftragsbestand.

Das spricht dafür, dass ein Teil der Nachfrage bereits früher gedeckt wurde oder sich stärker über mehrere Monate verteilt. Auf eine ähnliche Entwicklung hatte zuletzt auch die Marktbeobachtung von Travel Data + Analytics hingewiesen, nach der der traditionell buchungsstarke Januar im deutschen Reisevertrieb 2026 an Dynamik verloren hat.

Felix Hormel