Reisebüros starten 2026 mit Buchungsdelle, aber stabilen Beständen
Der Januar bringt ein leichtes Minus im Gesamtumsatz und ein spürbares Buchungsdefizit. Demgegenüber stehen stabile Auftragsbestände, besonders bei Kreuzfahrten. Das Segment bleibt Zugpferd in einem Markt, der bei Neubuchungen weiter auf Impulse hofft.

Die im Reisebürospiegel des Frankfurter Dienstleisters Tats erfassten Agenturen in Deutschland sind mit verhaltenen Zahlen ins Jahr gestartet. Der fakturierte Gesamtumsatz lag im Januar 3,6 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Besonders deutlich zeigt sich die Zurückhaltung im touristischen Auftragseingang, während der Blick auf den Auftragsbestand vor allem bei Kreuzfahrten bereits wieder nach oben weist.
Umsatzentwicklung im Januar
Im Kerngeschäft Touristik inklusive Kreuzfahrten verbuchen die Agenturen im Januar ein leichtes Minus von 1,3 Prozent gegenüber 2025. Damit schlägt sich das klassische Reisegeschäft besser als der Gesamtumsatz, der um 3,6 Prozent zurückging.
Einen Lichtblick liefert erneut das Geschäft mit Hochseereisen: Hier liegt der fakturierte Umsatz im ersten Monat des Jahres 4,1 Prozent über dem Vorjahreswert.
Deutlich schwächer präsentiert sich dagegen das Flugsegment, das ein Minus von 4,5 Prozent im Vergleich zum Januar 2025 ausweist. Parallel dazu sank die Zahl der ausgestellten Tickets um 2,9 Prozent, was auf geringere Nachfrage oder einen stärkeren Verlagerungseffekt in andere Vertriebskanäle hindeuten könnte. Die sonstigen Erträge – etwa aus dem Verkauf von Versicherungen, Mietwagen oder Servicepauschalen – liegen mit einem Rückgang von 3,8 Prozent ebenfalls unter Vorjahr.
Schwacher Auftragseingang
Beim Blick auf den Auftragseingang fallen die Rückgänge noch deutlicher aus als bei den fakturierten Umsätzen. Der touristische Auftragseingang für Januar liegt 13 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Besonders betroffen ist der Teilbereich Kreuzfahrten, der beim Auftragseingang ein Minus von 13,5 Prozent verzeichnet.
Die Zahlen deuten darauf hin, dass Kunden Reisen zurückhaltender neu buchen, obwohl das fakturierte Kreuzfahrtgeschäft im Januar bereits wächst. Die Diskrepanz zwischen aktuellem Umsatzplus und schwächerem Auftragseingang könnte auf einen stärkeren Fokus auf kurzfristige Abreisen oder auf die Abwicklung früherer Buchungen zurückzuführen sein.
Auftragsbestand gibt Grund zur Hoffnung
Trotz des schwachen Auftragseingangs ist der touristische Auftragsbestand per Reisedatum bis Januar 2026 leicht im Plus. Insgesamt liegt der Bestand der touristischen Buchungen 1,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dies umfasst Vorausbuchungen seit dem 1. November 2025 und zeigt, dass Reisebüros zumindest mit Blick auf die kommenden Monate mit einem ähnlichen oder leicht verbesserten Niveau rechnen können.
Besonders positiv sticht erneut der Kreuzfahrtbereich hervor: Der Auftragsbestand für Kreuzfahrten liegt 10,6 Prozent über dem Wert von 2025. Damit bestätigt sich die starke Nachfrage sowohl im fakturierten Geschäft als auch in den gebuchten Beständen. Für viele Agenturen bleibt das Segment damit ein wichtiger Wachstumstreiber in einem insgesamt noch verhaltenen Marktumfeld.
Einordnung: Verhaltener Start, aber stabile Basis
In Summe signalisieren die aktuellen Daten einen zurückhaltenden Start ins neue Jahr, ohne dass von einem Einbruch gesprochen werden muss. Die Rückgänge im Flugbereich und beim touristischen Auftragseingang stehen einer insgesamt stabilen Buchungslage gegenüber, die sich im leicht positiven Auftragsbestand widerspiegelt.
Vor allem Kreuzfahrten behaupten sich als robuster Wachstumspol, der sowohl im Umsatz als auch im Bestand über Vorjahr liegt. Wie sich das Jahr 2026 für die Reisebüros entwickeln wird, hängt nun maßgeblich davon ab, ob die Zurückhaltung im Auftragseingang in den kommenden Monaten nachlässt.

