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Strategie und Bilanz
10.03.26, 06:00 Uhr

Österreich setzt auf 365-Tage-Tourismus und bleibt bei Deutschen beliebt

Mit neuen Angeboten außerhalb der klassischen Saison will Österreich den Ganzjahrestourismus weiter ausbauen. Deutschland bleibt indessen der wichtigste Quellmarkt: 2025 kamen 15 Millionen Gäste aus der Bundesrepublik und sorgten für fast 60 Millionen Übernachtungen.

CEO der Österreich Werbung Astrid-Steharnig Staudinger beim Pressegespräch auf der ITB 2026. Foto: ÖW/Philipp Gaiko
Österreich treibt seine Positionierung als Ganzjahresdestination voran. Beim Pressegespräch auf der ITB in Berlin stellte die nationale Tourismusorganisation Österreich Werbung (ÖW) Strategien für eine stärkere touristische Auslastung über das gesamte Jahr vor.

„Ganzjahrestourismus ist für uns eine strategische Zukunftsfrage. Es geht darum, Wertschöpfung zu stabilisieren, Nachfrage besser zu verteilen und Österreich ganzjährig thematisch klar zu positionieren“, erklärt ÖW-Chefin Astrid Steharnig-Staudinger das Ziel.

Laut der Tourismuswerber war 2025 sowohl das nächtigungsstärkste als auch das ausgewogenste Tourismusjahr des Landes. Bereits rund 28 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf die Monate April, Mai, September, Oktober und November. In einer Sommerpotenzialstudie 2025 gaben zudem 7,7 Millionen Menschen in den europäischen Kernmärkten an, Österreich bewusst in der Nebensaison erleben zu wollen.

Regionen setzen auf 365-Tage-Angebote

Das Salzkammergut richtet sein touristisches Angebot stärker auf das ganze Jahr aus. „Im Salzkammergut haben wir die ‚Saison‘ als Zeitmaßstab abgeschafft. Wir bieten 365 Tage Authentizität statt 100 Tage Hochbetrieb“, sagte Stefan Brandlehner, Geschäftsführer der Salzkammergut Tourismus Marketing GmbH. Neben dem „Salzkammergut Advent“ rückt besonders die Zeit vom Jahresbeginn bis Ostern stärker in den Fokus.

Auch Saalfelden Leogang setzt auf ein Ganzjahresmodell mit Angeboten rund um Skisport, Wandern, Radfahren und Kultur. Der Epic Bikepark Leogang ist von Mai bis November geöffnet und gilt als wichtiger Saisonverlängerer. „Wir denken nicht mehr in Winter- und Sommersaison, sondern in 365 Tagen Erlebnisqualität“, bestätigt Martina Ellmauer von Saalfelden Leogang Touristik.

Kultur als zusätzlicher Reiseanlass

Auch Kultur soll den Ganzjahrestourismus stärken. Laut Manuel Resch, Director Tourismus, Kultur & Veranstaltungen der Esterhazy Betriebe, wurden seit Gründung der Stiftungen mehr als 250 Millionen Euro in den Kulturtourismus investiert. „Die kulturellen Angebote von Esterhazy schaffen das ganze Jahr hindurch Reiseanlässe und sprechen unterschiedlichste Zielgruppen an“, sagte Resch.

Deutschland bleibt stabiler Herkunftsmarkt

Deutschland bleibt der wichtigste Quellmarkt für Österreich. Laut Österreich Werbung gab es 2025 insgesamt 15,3 Millionen Ankünfte und 58,6 Millionen Nächtigungen aus Deutschland.

Nach Angaben der Deutschen Reiseanalyse 2026 unternahmen deutsche Gäste rund drei Millionen Haupturlaubsreisen mit fünf oder mehr Tagen nach Österreich, zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch Kurzreisen aus Deutschland legten um neun Prozent zu. Österreich bleibt damit das beliebteste ausländische Kurzreiseziel der Deutschen.

Hohe Nachfrage trotz Konkurrenz

Rund 14 Millionen Deutsche können sich laut Reiseanalyse vorstellen, zwischen 2026 und 2028 Urlaub in Österreich zu machen. „Das ist ein sehr hohes Potenzial, das wir hier ansprechen können“, sagte Sören Kliemann, Head of Market Deutschland der Österreich Werbung. Trotz wachsender Konkurrenz durch Mittelmeerziele entwickle sich Österreich stabil. „Das ist ein schwieriges Umfeld für Nahziele wie Österreich – und dennoch performt Österreich in diesem Umfeld gut“, sagte NIT-Leiter Ulf Sonntag.

Deutsche Gäste gaben 2025 insgesamt 3,7 Milliarden Euro für ihren Österreich-Urlaub aus – ebenso viel wie im Jahr zuvor. „Sparen ist ein Thema, aber meistens nicht beim Urlaub“, sagte Sonntag. „Der Urlaub ist ein hohes Gut. Gespart wird eher anderswo.“