Kennzahlen aus dem stationären Vertrieb04.02.26, 09:34 Uhr
DRV sieht Reisebüroumsätze stabil – aber die Rendite bröckelt
Wie steht es um die Reisebüros in Deutschland? Das DRV-Barometer zeigt: Die Branche wirtschaftet solide – aber auf dünnem Fundament. Viele Agenturen erzielen trotz ordentlicher Zahlen immer weniger Gewinn. Vor allem kleine Betriebe geraten ins Hintertreffen.

Die Umsätze stimmen, doch die Kosten steigen – besonders kleine Reisebüros kämpfen gegen das Minus. Foto: iStock/M_a_y_a
Die wirtschaftliche Lage der Reisebüros in Deutschland bleibt stabil. Zu diesem Ergebnis kommt das Reisebürobarometer 2025 des Deutschen Reiseverbands (DRV). Die zugrunde liegenden Daten stammen aus dem Jahr 2024 und bilden auf Basis von Betriebskennzahlen ein repräsentatives Bild der Branche – wenn auch leicht verzögert zur aktuellen Marktentwicklung.
Während Umsätze und Erlöse im Vergleich zum Vorjahr konstant blieben, belasteten allerdings „deutlich gestiegene“ Personal- und Standortkosten die Ertragslage. Vor allem kleine Betriebe arbeiten immer mehr am Limit, so der Befund.
Klassischer Produktmix dominiert
Die Studie gibt Aufschluss über Umsatzverteilung, Ertragsquellen und wirtschaftliche Belastungen. So hätten rund 70 Prozent der Reisebüros in 2024 vermittelte Umsätze zwischen 1,3 und 3,3 Millionen Euro erzielt. Im Durchschnitt erwirtschaftete ein Reisebüro demnach etwa 900.000 Euro Umsatz pro Vollzeitkraft.
Der Vertrieb klassischer touristischer Produkte sei dabei unabhängig von der Betriebsgröße das Hauptgeschäft gewesen. Größere Unternehmen generierten zusätzlich wachsende Erlöse aus Flugleistungen.
Serviceentgelte gewinnen an Bedeutung
Die Erlöse hätten bei den meisten Betrieben zwischen 146.000 und 350.000 Euro gelegen. Knapp 90 Prozent der Provisionserlöse stammten ebenso aus klassischen touristischen Produkten.
Zusätzliche Erlöse, wie etwa aus Eigenveranstaltungen oder Superprovisionen, trugen mit etwa elf bis 16 Prozent zum Umsatz bei. Serviceentgelte machten im Schnitt zehn Prozent des Gesamterlöses aus – bei Großbetrieben mit über 15 Millionen Euro Umsatz entfallen etwas über 23 Prozent der Erlöse auf Dienstleistungspauschalen.
Kleine Betriebe unter Druck
Zugleich macht die Studie deutlich, dass das Umsatzwachstum vieler Reisebüros nicht ausreichte, um die steigenden Kosten aufzufangen – ein Trend, der sich vor allem in kleineren Strukturen bemerkbar macht. Kleinstbetriebe sind demnach besonders schwer betroffen: Sie hätten die höheren Belastungen im Jahr 2024 nicht kompensieren können und im Schnitt mit einem negativen Betriebsergebnis abgeschlossen.
Der DRV betont daher, dass gerade kleine Betriebe ihre wirtschaftliche Steuerung konsequent weiterentwickeln und ihre Prozesse effizienter gestalten müssen, um nachhaltig profitabel zu bleiben.
Mobile Reiseberater erwirtschafteten im Schnitt rund 250.000 Euro Umsatz. 97 Prozent davon entfielen auf klassische touristische Produkte. Flugleistungen und Zusatzservices spielten hier weiterhin nur „eine geringe Rolle“, so der DRV.
Je nach Betriebsgröße lagen die Umsatzrenditen zwischen 0,4 und 2,5 Prozent, im Durchschnitt bei etwa zwei Prozent. Im Vorjahr 2023/2024 waren es noch zwischen 1,2 und 2,4 Prozent – ein leichter Rückgang, der die zunehmende wirtschaftliche Belastung unterstreicht.
Reisebüros in Bundesländern mit niedrigen Lohn- und Raumkosten erzielten tendenziell bessere Ergebnisse. In Großstädten wirken sich hohe Standortkosten negativ aus – wenig überraschend, aber deutlich messbar.
Detailblick in der Management Summary
Ergänzend zum Reisebürobarometer hat der DRV die Management Summary veröffentlicht, die zentrale Kennzahlen der Studie komprimiert darstellt und stärker auf betriebswirtschaftliche Zusammenhänge eingeht. Hier liegt der Fokus stärker auf Renditen, Kostenstrukturen und wirtschaftlichen Auswirkungen für unterschiedliche Betriebsgrößen.
Das Fazit: Die Kostensteigerungen im Jahr 2024 fielen insgesamt stärker aus als das Umsatzwachstum – insbesondere kleinere Agenturen gerieten dadurch unter Druck. Effizienz, Ertragsqualität und unternehmerische Steuerung bleiben laut DRV die entscheidenden Stellschrauben für eine stabile Zukunft im stationären Vertrieb.
Grundlage der Studie
Für das Reisebürobarometer 2025 wurden – in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Dr. Fried & Partner – wirtschaftliche Kennzahlen von 2024 basierend auf Angaben von 1.031 stationären Reisebüros sowie Umsatzdaten von 1.441 mobilen Reiseberatungen ausgewertet.
Datenlieferanten waren unter anderem Ziel, TAA, Schmetterling, Accon-RVS, Dertour und Bewotec.
DRV-Mitglieder finden das komplette Reisebürobarometer im Log-in-geschützten Mitgliederbereich auf drv.de.
Während Umsätze und Erlöse im Vergleich zum Vorjahr konstant blieben, belasteten allerdings „deutlich gestiegene“ Personal- und Standortkosten die Ertragslage. Vor allem kleine Betriebe arbeiten immer mehr am Limit, so der Befund.
Klassischer Produktmix dominiert
Die Studie gibt Aufschluss über Umsatzverteilung, Ertragsquellen und wirtschaftliche Belastungen. So hätten rund 70 Prozent der Reisebüros in 2024 vermittelte Umsätze zwischen 1,3 und 3,3 Millionen Euro erzielt. Im Durchschnitt erwirtschaftete ein Reisebüro demnach etwa 900.000 Euro Umsatz pro Vollzeitkraft.
Der Vertrieb klassischer touristischer Produkte sei dabei unabhängig von der Betriebsgröße das Hauptgeschäft gewesen. Größere Unternehmen generierten zusätzlich wachsende Erlöse aus Flugleistungen.
Serviceentgelte gewinnen an Bedeutung
Die Erlöse hätten bei den meisten Betrieben zwischen 146.000 und 350.000 Euro gelegen. Knapp 90 Prozent der Provisionserlöse stammten ebenso aus klassischen touristischen Produkten.
Zusätzliche Erlöse, wie etwa aus Eigenveranstaltungen oder Superprovisionen, trugen mit etwa elf bis 16 Prozent zum Umsatz bei. Serviceentgelte machten im Schnitt zehn Prozent des Gesamterlöses aus – bei Großbetrieben mit über 15 Millionen Euro Umsatz entfallen etwas über 23 Prozent der Erlöse auf Dienstleistungspauschalen.
Kleine Betriebe unter Druck
Zugleich macht die Studie deutlich, dass das Umsatzwachstum vieler Reisebüros nicht ausreichte, um die steigenden Kosten aufzufangen – ein Trend, der sich vor allem in kleineren Strukturen bemerkbar macht. Kleinstbetriebe sind demnach besonders schwer betroffen: Sie hätten die höheren Belastungen im Jahr 2024 nicht kompensieren können und im Schnitt mit einem negativen Betriebsergebnis abgeschlossen.
Der DRV betont daher, dass gerade kleine Betriebe ihre wirtschaftliche Steuerung konsequent weiterentwickeln und ihre Prozesse effizienter gestalten müssen, um nachhaltig profitabel zu bleiben.
Mobile Reiseberater erwirtschafteten im Schnitt rund 250.000 Euro Umsatz. 97 Prozent davon entfielen auf klassische touristische Produkte. Flugleistungen und Zusatzservices spielten hier weiterhin nur „eine geringe Rolle“, so der DRV.
Je nach Betriebsgröße lagen die Umsatzrenditen zwischen 0,4 und 2,5 Prozent, im Durchschnitt bei etwa zwei Prozent. Im Vorjahr 2023/2024 waren es noch zwischen 1,2 und 2,4 Prozent – ein leichter Rückgang, der die zunehmende wirtschaftliche Belastung unterstreicht.
Reisebüros in Bundesländern mit niedrigen Lohn- und Raumkosten erzielten tendenziell bessere Ergebnisse. In Großstädten wirken sich hohe Standortkosten negativ aus – wenig überraschend, aber deutlich messbar.
Detailblick in der Management Summary
Ergänzend zum Reisebürobarometer hat der DRV die Management Summary veröffentlicht, die zentrale Kennzahlen der Studie komprimiert darstellt und stärker auf betriebswirtschaftliche Zusammenhänge eingeht. Hier liegt der Fokus stärker auf Renditen, Kostenstrukturen und wirtschaftlichen Auswirkungen für unterschiedliche Betriebsgrößen.
Das Fazit: Die Kostensteigerungen im Jahr 2024 fielen insgesamt stärker aus als das Umsatzwachstum – insbesondere kleinere Agenturen gerieten dadurch unter Druck. Effizienz, Ertragsqualität und unternehmerische Steuerung bleiben laut DRV die entscheidenden Stellschrauben für eine stabile Zukunft im stationären Vertrieb.
Grundlage der Studie
Für das Reisebürobarometer 2025 wurden – in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Dr. Fried & Partner – wirtschaftliche Kennzahlen von 2024 basierend auf Angaben von 1.031 stationären Reisebüros sowie Umsatzdaten von 1.441 mobilen Reiseberatungen ausgewertet.
Datenlieferanten waren unter anderem Ziel, TAA, Schmetterling, Accon-RVS, Dertour und Bewotec.
DRV-Mitglieder finden das komplette Reisebürobarometer im Log-in-geschützten Mitgliederbereich auf drv.de.

