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Karibikverkehr normalisiert sich
04.01.26, 15:58 Uhr

Luftraumsperre nach US-Angriff auf Venezuela aufgehoben

Die US-Militäraktion gegen Venezuelas Führung hat den zivilen Luftverkehr in der Karibik empfindlich gestört. Dutzende Inselziele waren betroffen. Airlines arbeiten an der schrittweisen Rückkehr zum Regelbetrieb.

Wegen einer großflächigen Sperrung des venezolanischen Luftraums kam es am Wochenende zu erheblichen Einschränkungen im Karibikflugverkehr. Foto: iStock/aapsky
US-Luftangriffe auf Venezuela und ein Zugriff auf Staatsoberhaupt Nicolás Maduro haben den seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen Washington und Caracas am Samstag dramatisch eskalieren lassen. Die Operation wirkt bis in den zivilen Luftverkehr hinein und hat zeitweise zu großflächigen Einschränkungen im Karibik-Luftraum geführt.​

Luftraumsperre und Wiederöffnung durch die FAA

Am frühen Morgen des 3. Januar 2026 flog das US-Militär eine Serie koordinierter Angriffe auf Ziele in und um Caracas sowie in mehreren nördlichen Bundesstaaten Venezuelas. Gleichzeitig setzte eine Spezialoperation an, bei der Maduro und seine Ehefrau festgesetzt und außer Landes gebracht wurden.

Infolge hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA den Luftraum über Teilen der Karibik und Venezuela gesperrt. Wie der US-amerikanische Verkehrsminister Sean Duffy mitteilte, wurde die Sperrung am 4. Januar um Mitternacht Ortszeit – also in den frühen Morgenstunden am Sonntag deutscher Zeit – wieder aufgehoben. Seitdem dürfen Airlines die betroffenen Regionen wieder anfliegen.

Airlines fahren Karibikverbindungen wieder hoch

Große US- und internationale Fluggesellschaften arbeiten seither mit Hochdruck daran, gestrandete Reisende zurückzubringen und den regulären Betrieb wiederherzustellen. Sie setzen zusätzliche Flüge ein, fliegen mit größeren Maschinen und räumen Rückstaus ab.

Allein American Airlines hat laut Medienberichten knapp 5.000 zusätzliche Sitzplätze in die Region gebracht, unter anderem nach Aruba, Curaçao, Puerto Rico, Antigua, Barbados und St. Thomas. Auch Delta, United, Jetblue und Air Canada haben ihren Betrieb wieder aufgenommen.

US-Nachrichtenportale gehen allerdings davon aus, dass eine vollständige Normalisierung des Flugplans noch mehrere Tage in Anspruch nehmen wird. Gründe sind unter anderem auch gestrandetes Kabinenpersonal und flottenweite Repositionierungsmaßnahmen.

Mehrere Inselziele betroffen

Insbesondere betroffen waren über ein Dutzend Inselziele im östlichen und südlichen Karibikbogen mit starker Anbindung an US-Carrier – darunter San Juan (Puerto Rico), Aruba, Curaçao, St. Thomas und St. Croix.

Auch Umsteigeverbindungen nach Südamerika – etwa nach Bogotá oder Cartagena – waren gestört.

Dagegen blieb der Flugverkehr nach Jamaika, auf die Bahamas, die Cayman Islands, Turks & Caicos sowie nach Cancun weitgehend stabil.

Umbuchungen und Hinweise für Passagiere

Mehrere Airlines haben Umbuchungsoptionen für betroffene Passagiere eingeführt. American Airlines bietet neben flexibler Umbuchung auch Preisdeckel für bestimmte Ziele. Air Canada erlaubt gebührenfreie Umbuchungen bis zum 13. Januar für Kunden mit Reisedatum bis einschließlich 6. Januar. Delta weist darauf hin, dass Umbuchungen weiterhin möglich sind, und bittet Reisende, betroffene Flughäfen nur mit bestätigtem Ticket aufzusuchen.

Passagiere mit Karibikziel sollten vor der Abreise Kontaktdaten bei der Airline hinterlegen, regelmäßig den Flugstatus prüfen, Push-Benachrichtigungen aktivieren und ausreichend Zeit für Umstiege einplanen. Überfüllte Flughäfen können zu längeren Wartezeiten führen. Wer durch Verspätungen zusätzliche Hotel- oder Transferkosten hat, sollte Belege aufbewahren.

Der Luftraum über Venezuela bleibt aus Sicherheitsgründen problematisch. Die europäische Luftsicherheitsagentur EASA stuft die Flight Information Region (FIR) Maiquetia weiterhin als Hochrisikogebiet ein. Airlines planen ihre Routen so, dass dieser Luftraum weiträumig umflogen wird. Das kann die Flugzeit verlängern.