Emotionen, Medienwahl und KI13.11.25, 14:59 Uhr
Expedia untersucht emotionale Wirkung von Reise-Content
Expedia analysiert mit Eye-Tracking und Umfragen, wie Reiseinhalte wirken. Videos, personalisierte Tools und nutzergenerierter Content überzeugen – KI dagegen nur in Kombination mit menschlichem Input. Unterschiede zeigen sich je nach Alter, Reiseart und Plattform.

Reiseinspiration per Smartphone: Visuelle Inhalte wie Videos und authentische Bilder beeinflussen die Buchungsentscheidung – vor allem bei jungen Zielgruppen. Grafik: iStock/lucky sun
Die Expedia Group hat einzelne Ergebnisse ihrer Studie „The Science of Wanderlust“ veröffentlicht. Ziel war es, zu ermitteln, welcher Content bei Reisenden Emotionen weckt – und schließlich tatsächlich zu Buchungen führen. Die Ergebnisse zeigen: Videos wirken deutlich stärker als Fotos, authentische Töne schaffen Vertrauen – und bei Künstlicher Intelligenz bleibt menschlicher Input entscheidend.
Bewegtbild wirkt am stärksten
Videos beeinflussen Reiseentscheidungen dreimal so stark wie statische Bilder. Besonders emotionale Reaktionen lösen lange Videos aus. Wichtig ist dabei eine klare Erzählstruktur mit Einleitung, Hauptteil und Handlungsaufforderung. Kurze Szenen von zwei bis neun Sekunden fördern das Verständnis – schnelle Bildwechsel stören.
Authentizität und Relevanz zählen
Als vertrauensbildend empfinden Reisende vor allem transparente, klare und authentische Inhalte. Besonders gut kommen nutzergenerierte Beiträge an. Inhalte wirken stärker, wenn sich Betrachter darin wiedererkennen – etwa durch inklusive Bildsprache. Ein Drittel der Befragten gibt an, dass sie inklusives Storytelling eher zum Vertrauen in eine Marke bewegt.
Künstliche Intelligenz – nur im Zusammenspiel mit Menschen
41 Prozent der Befragten finden Inhalte, die mithilfe von KI erstellt wurden, hilfreich – sofern sie mit menschlicher Bearbeitung kombiniert sind. Reines KI-Material wie künstlich erzeugte Landschaften oder Influencer löste hingegen Skepsis und Ablehnung aus.
Besonders interessiert sind Reisende an KI-basierten Tools für Preisvergleiche und personalisierte Reiseplanung. Millennials stehen KI-Inhalten am offensten gegenüber, gefolgt von der Generation Z.
Jüngere reagieren emotionaler
Die emotionale Wirkung von Reiseinhalten ist bei Jüngeren stärker ausgeprägt – sowohl im Positiven als auch im Negativen. Videos und Influencer-Inhalte kommen bei ihnen gut an, während ältere Zielgruppen klassische Werbeformate wie Artikel oder Reiseführer bevorzugen.
Reiseinteressen beeinflussen Medienpräferenzen
Die Studie zeigt, dass sich die Vorlieben bei Reiseinhalten je nach Reisetyp deutlich unterscheiden. Strandurlauber fühlen sich vor allem von visuell ansprechenden Inhalten angesprochen, die Ruhe, Wellness und Entspannung vermitteln – etwa mit Bildern von Pools und Spas.
Wer Freizeitparks oder familienfreundliche Reiseziele bevorzugt, reagiert besonders auf kurze Social-Videos. Abenteuerreisende, die Ziele in der Natur wie Berge, Wälder oder Nationalparks ansteuern, lassen sich vor allem über Youtube-Inhalte inspirieren, stehen KI-generierten Inhalten jedoch eher skeptisch gegenüber.
Städtereisende mit Interesse an Kulinarik, Nachtleben und Kultur bevorzugen längere Videos mit Fokus auf Essen und Unterhaltung. Kulturinteressierte, die historische Stätten und authentische Begegnungen suchen, lassen sich vor allem durch außergewöhnliche Inhalte auf Online-Reiseportalen begeistern.
Luxusreisende, die exklusive Unterkünfte und hochwertige Erlebnisse schätzen, sind KI-generierten Inhalten gegenüber aufgeschlossener und folgen häufig Influencern in sozialen Medien.
Einsatz in der Praxis
Expedia setzt die Erkenntnisse gemeinsam mit verpartnerten Tourismusorganisationen wie Go Türkiye, dem Bahamas-Ministerium für Tourismus, dem Jamaica Tourist Board und Visit Panama um. Ziel ist es, Reisende mit emotionalen Kampagnen entlang ihrer gesamten Customer Journey zu erreichen.
Hintergrund der Untersuchung
Die Ergebnisse basieren auf zwei Studienbausteinen: einer qualitativen Analyse mit Eye-Tracking und Interviews sowie einer Befragung von 7.000 Freizeitreisenden aus sieben Ländern (USA, Kanada, Mexiko, UK, Frankreich, Japan, Australien). Alle Teilnehmenden hatten in den letzten zwölf Monaten eine Reise unternommen und Reiseinhalte gesehen, die ihre Buchungsentscheidung beeinflusst haben.
Die vollständigen Studienergebnisse in englischer Sprache finden Sie hier.
Bewegtbild wirkt am stärksten
Videos beeinflussen Reiseentscheidungen dreimal so stark wie statische Bilder. Besonders emotionale Reaktionen lösen lange Videos aus. Wichtig ist dabei eine klare Erzählstruktur mit Einleitung, Hauptteil und Handlungsaufforderung. Kurze Szenen von zwei bis neun Sekunden fördern das Verständnis – schnelle Bildwechsel stören.
Authentizität und Relevanz zählen
Als vertrauensbildend empfinden Reisende vor allem transparente, klare und authentische Inhalte. Besonders gut kommen nutzergenerierte Beiträge an. Inhalte wirken stärker, wenn sich Betrachter darin wiedererkennen – etwa durch inklusive Bildsprache. Ein Drittel der Befragten gibt an, dass sie inklusives Storytelling eher zum Vertrauen in eine Marke bewegt.
Künstliche Intelligenz – nur im Zusammenspiel mit Menschen
41 Prozent der Befragten finden Inhalte, die mithilfe von KI erstellt wurden, hilfreich – sofern sie mit menschlicher Bearbeitung kombiniert sind. Reines KI-Material wie künstlich erzeugte Landschaften oder Influencer löste hingegen Skepsis und Ablehnung aus.
Besonders interessiert sind Reisende an KI-basierten Tools für Preisvergleiche und personalisierte Reiseplanung. Millennials stehen KI-Inhalten am offensten gegenüber, gefolgt von der Generation Z.
Jüngere reagieren emotionaler
Die emotionale Wirkung von Reiseinhalten ist bei Jüngeren stärker ausgeprägt – sowohl im Positiven als auch im Negativen. Videos und Influencer-Inhalte kommen bei ihnen gut an, während ältere Zielgruppen klassische Werbeformate wie Artikel oder Reiseführer bevorzugen.
Reiseinteressen beeinflussen Medienpräferenzen
Die Studie zeigt, dass sich die Vorlieben bei Reiseinhalten je nach Reisetyp deutlich unterscheiden. Strandurlauber fühlen sich vor allem von visuell ansprechenden Inhalten angesprochen, die Ruhe, Wellness und Entspannung vermitteln – etwa mit Bildern von Pools und Spas.
Wer Freizeitparks oder familienfreundliche Reiseziele bevorzugt, reagiert besonders auf kurze Social-Videos. Abenteuerreisende, die Ziele in der Natur wie Berge, Wälder oder Nationalparks ansteuern, lassen sich vor allem über Youtube-Inhalte inspirieren, stehen KI-generierten Inhalten jedoch eher skeptisch gegenüber.
Städtereisende mit Interesse an Kulinarik, Nachtleben und Kultur bevorzugen längere Videos mit Fokus auf Essen und Unterhaltung. Kulturinteressierte, die historische Stätten und authentische Begegnungen suchen, lassen sich vor allem durch außergewöhnliche Inhalte auf Online-Reiseportalen begeistern.
Luxusreisende, die exklusive Unterkünfte und hochwertige Erlebnisse schätzen, sind KI-generierten Inhalten gegenüber aufgeschlossener und folgen häufig Influencern in sozialen Medien.
Einsatz in der Praxis
Expedia setzt die Erkenntnisse gemeinsam mit verpartnerten Tourismusorganisationen wie Go Türkiye, dem Bahamas-Ministerium für Tourismus, dem Jamaica Tourist Board und Visit Panama um. Ziel ist es, Reisende mit emotionalen Kampagnen entlang ihrer gesamten Customer Journey zu erreichen.
Hintergrund der Untersuchung
Die Ergebnisse basieren auf zwei Studienbausteinen: einer qualitativen Analyse mit Eye-Tracking und Interviews sowie einer Befragung von 7.000 Freizeitreisenden aus sieben Ländern (USA, Kanada, Mexiko, UK, Frankreich, Japan, Australien). Alle Teilnehmenden hatten in den letzten zwölf Monaten eine Reise unternommen und Reiseinhalte gesehen, die ihre Buchungsentscheidung beeinflusst haben.
Die vollständigen Studienergebnisse in englischer Sprache finden Sie hier.

